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Aktuelles

Tagsüber Staatsanwalt, abends Vorsitzender des Fördervereins Freiburger StraßenSchule e.V.

16. März 2020

Bernd Klippstein begeistert auf der Vernissage "Draußenseiter" 2016

Bernd Klippstein begeistert auf der Vernissage "Draußenseiter" 2016

Tagsüber Staatsanwalt, abends Vorsitzender des Fördervereins Freiburger StraßenSchule e.V.
Was bewegt Bernd Klippstein dazu, sich für junge Menschen in Lebenskrisen zu engagieren?

Wie ich zur Freiburger StraßenSchule kam? Dr. Jürgen Blumenberg, ehrenamtlicher Vorstand und eines der Urgesteine des Vereins, erzählte mir davon. Wir kennen uns schon lange und ich bewundere sein lebenslanges Engagement sehr. Er war sehr überzeugend, so dass ich ja sagte. Erst dazu, mich für wohnungslose junge Menschen einzusetzen, später dann, den Vorsitz des Fördervereins zu übernehmen.

Soziales Engagement prägte eigentlich mein ganzes Leben. Angefangen in der Jugendverbandsarbeit über verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten und auch im kommunalpolitischen Rahmen des Kinder- und Jugendhilfeausschusses der Stadt Freiburg.

Ich gebe zu, ich wusste wenig über die Freiburger StraßenSchule. Auch ich musste erst einmal lernen, dass der Begriff Schule nicht automatisch mit Regelschule gleichzusetzen ist, sondern so viel mehr bedeuten kann. Fürs Leben lernen, da wo man gerade steht, das erkläre ich heute selbst gerne.

Sehr schnell lernte ich auch, dass es darauf ankommt, geduldig zu sein und gute Angebote zu machen, anstatt forsch zu drängen und zu verlangen. Das hatte sogar Auswirkungen auf meine Arbeit. Durch die Eindrücke in der Freiburger StraßenSchule verstand ich auch als Staatsanwalt, und hier vor allem als Jugendstaatsanwalt, wie wichtig es ist, dass die jungen Leute sich selbst entscheiden und sich dabei auch selbst für Veränderungen entscheiden. Das ist nicht immer einfach umzusetzen, aber die Einstellung ist maßgebend.

Besonders eindrücklich war für mich ein Spaziergang mit einem ehemaligen jungen Wohnungslosen vor einigen Jahren. Er hatte es mit der Freiburger StraßenSchule ‚geschafft‘, lebte gerade frisch in eigenem Wohnraum und schloss eine Ausbildung ab. Auf dem Weg durch Freiburg zeigte er Plätze und Gewohnheiten, die sein vorheriges Leben auf der Straße ausmachten. Diese anderthalb Stunden beeindruckten mich deshalb so stark, weil man eben vieles im Detail doch nicht wirklich weiß und sich einfach nicht vorstellen kann.

Auf die Frage, warum es sich lohnt und wichtig ist, wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene zu unterstützen und zu fördern reagiere ich am liebsten mit der überzeugten, fast entrüsteten Antwort eines 11-jährigen Schülers, in dessen Klasse ich die Arbeit der Freiburger StraßenSchule einmal vorstellte: Weil es Menschen sind! 

Vorsitzender Bernd Klippstein umrundet von seinen Vorstandskolleg*innen des Freiburger StraßenSchule e.V

Vorsitzender Bernd Klippstein umrundet von seinen Vorstandskolleg*innen des Freiburger StraßenSchule e.V