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Aktuelles

Süddeutsche Zeitung zu Besuch

14. Juli 2020

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Süddeutsche-Korrespondentin Claudia Hensler begleitet die Freiburger StraßenSchule bei der Arbeit auf der Straße.

Die Süddeutsche-Korrespondentin Claudia Henzler begleitete die Mitarbeiter*innen der Freiburger StraßenSchule im Sommer 2020 einen Tag lang bei ihrer Arbeit auf der Straße und in der Tagesanlaufstelle, führte Interviews und holte sich eine Vielzahl an Hintergrundinformationen zum Thema Jugendobdachlosigkeit in Deutschland ab.

Vom Vorplatz des Theater Freiburg aus, auf dem das StreetMobil der Freiburger StraßenSchule jeden Dienstagnachmittag als mobile Anlaufstelle zu finden ist, ging es mit Ann Lorenz (Bereichsleitung) und Christine Devic (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) zu Fuß durch die Innenstadt. Der direkteste Weg, um sich in die Umstände, die Notwendigkeiten und den Alltag auf der Straße einzudenken, verschiedene Menschen zu treffen oder sogar näher kennenzulernen.

Eine Recherche, bei der sich Claudia Henzler bereits kurze Zeit später mit den Streetworkerinnen Dorothee Kreuzer und Wibke Ebner am Boden bei einem jungen Mann und seinem Hund wiederfand. Dort unten, zwischen den vorbeieilenden Passanten, versuchte sie zu verstehen, wie er seine Tage verbringt, was ihn bewegt und wie er sich seine weitere Zukunft vorstellt. Eine gleichzeitig schöne und nicht minder verwirrende Begegnung; die Zusammenhänge scheinen komplex, nicht alles gleich beim ersten Aufeinandertreffen verständlich, wenn die Leben der Gesprächspartner*innen so weit voneinander entfernt liegen.

Etwas Zeit, sich von den ersten Erlebnissen und der belebten Innenstadt zu erholen sowie Rückfragen an die Begleiterinnen zu stellen, bot der Fußweg entlang des Flusses Dreisam bis zur Tagesanlaufstelle der Freiburger StraßenSchule in der Schwarzwaldstraße. Denn, die eigene Erfahrung machte schnell deutlich - sich dauerhaft in der Öffentlichkeit aufhalten zu müssen, das große Rauschen der Stadt und ihrer Verkehrsadern, Blicke und Kommentare der Menschen aufnehmen und verarbeiten zu müssen, ist extrem ermüdend.

Im Kontrast zur pittoresquen Altstadt offenbarten sich nun wenige Meter später verschiedene Nachtlager unter den Brücken von Freiburg und auch vor der Tür der Tagesanlaufstelle angekommen, standen bereits die ersten obdachlosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bereit, um sich einen Mund-Nasen-Schutz abzuholen, Behördentelefonate zu führen oder ihre Post an der Postersatzadresse einzusammeln. Sozialarbeiter Christoph Syri steuerte dem Pressetermin zwischen seinen verschiedenen Hilfestellungen im Türrahmen - aufgrund der Corona-Pandemie musste auf dem Gehweg gearbeitet werden - aufschlussreiche Einblicke in verschiedene Straßenkarrieren bei.

Abgerundet wurde der Tag durch eine Einkehr im Biergarten des Café Atlantik, dessen Spendenaktion "Iss Eins, Zahl' Zwei" viele der Straßenjugendlichen mit kostenlosen Mittagessen durch den Lockdown gebracht hatte.