Kalender mit Stift
Einladung zum Fachtag

Thema: Umgang nach häuslicher Gewalt

Fachtag am 1. März 2019

„Umgang nach häuslicher Gewalt - das Zusammenwirken der Professionen im Spannungsfeld zwischen Kinderschutz und Umgangsrecht“ - so lautet das Thema unserer Fachtagung am 1. März 2019, zu der wir Sie herzlich einladen.

  • Veranstaltungsort: BIZ - Bezirkliches Informationszentrum, Hellersdorfer Straße 159, 12619 Berlin. 
  • Wann? Die Tagung findet am 1. März 2019 von 9.00 bis 13.00 Uhr statt.
  • Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, wir bitten daher um rechtzeitige Anmeldung. Anmeldeschluss ist der 09.02.2019

Eltern, die häusliche Gewalt ausgeübt haben, tragen in besonderer Weise Verantwortung ihren Kindern gegenüber: Der Umgang mit ihnen muss so gestaltet werden, dass er nicht zu einer neuerlichen seelischen Belastung für die Kinder wird. Auf unserem Fachtag wollen wir Fachleute
aus den Bereichen Jugendhilfe, Gerichtsbarkeit und Kindertherapie zu Wort kommen lassen, die berichten, welche Ansprüche auf Umgang es gibt, welche Hilfen möglich sind und was Kinder aus diesen Familien brauchen, um gesund aufwachsen zu können. Damit wollen wir die Diskussion darüber anregen, wie die Professionen zum Wohl der Kinder besser zusammenarbeiten können.

Der Fachtag findet mit Unterstützung durch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf statt.

9.00 Uhr: Einlass
9.30 Uhr: Begrüßung

Thomas Walter, Einrichtungsleiter SOS-Familienzentrum Berlin, Maja Loeffler, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf
10.00 Uhr: Fallvorstellung
Mitarbeiter der Erziehungs- und Familienberatung, SOS-Familienzentrum Berlin
10.20 Uhr: Vortrag I: »Häusliche Gewalt und Kindeswohl- Rolle und Aufgaben des Jugendamtes« 
Ute Krauß, Sozialarbeiterin, Kinderschutzkoordinatorin im Jugendamt Marzahn-Hellersdorf
10.50 Uhr: Vortrag II: »Umgang um jeden Preis?«
Alexander Korittko, Dipl. Sozialarbeiter, Systemischer Lehrtherapeut, Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen
11.20 Uhr: Pause mit Imbiss
11.45 Uhr: Vortrag III: »Der rechtliche Rahmen des Umgangsrechts sowie umgangsbezogener gerichtlicher Interventionen im Kontext häuslicher Gewalt« 
Alexander von Drenkmann, Jurist, Familienrichter am Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg
12.15 Uhr: Podiumsdiskussion
13.00 Uhr: Ende

Ausführliche Inhalte der Vorträge

Vortrag 1: »Häusliche Gewalt und Kindeswohl- Rolle und Aufgaben des Jugendamtes«

Ute Krauß, Sozialarbeiterin, Kinderschutzkoordinatorin im Jugendamt Marzahn-Hellersdorf

Das Miterleben von Gewalt zwischen den Eltern hat erhebliche Auswirkungen auf das spätere Gewalthandeln und Gewalterleben von Kindern und Jugendlichen. Es hat Auswirkungen auf das Erlernen von Problemlösungsmustern und auf die emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung der betroffenen Kinder. Häusliche Gewalt ist eine Gefährdung des Kindeswohls. Aus diesem Grund muss der § 8 a SGBVIII »Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung « angewendet werden. Wenn Kinder von häuslicher Gewalt betroffen sind, erfolgt nach dem polizeilichen Einsatz, eine Meldung an das zuständige Jugendamt. In einem Hilfe- und Schutzkonzept werden weitere Schritte zur Gefahrenabwehr für Mutter und Kinder besprochen. Hier kommt auch das Angebot des begleiteten Umganges als Unterstützungsleistung der Jugendhilfe mit dem Ziel in Betracht, zu prüfen ob die Umgangskontakte dem Wohle des Kindes entsprechen oder eben nicht.

Bei diesem Vortrag wird es darum gehen, die Aufgaben des Jugendamtes bei häuslicher Gewalt einerseits zu definieren und andererseits den begleiteten Umgang im Kontext häuslicher Gewalt als ein Angebot der Jugendhilfe zu sehen, das den Eltern die Chance bietet, ihrer elterlichen Verantwortung wieder gerecht zu werden. 

Vortrag II: »Umgang um jeden Preis?«

Alexander Korittko, Dipl. Sozialarbeiter, Systemischer Lehrtherapeut, Zentrum für Psychotraumatologie und Traumatherapie Niedersachsen

Grundsätzlich soll Umgang mit Kindern nach Trennung oder Scheidung dazu dienen, dass eine emotional bedeutsame Beziehung auch zu dem Elternteil erhalten bleibt, den das Kind weniger häufig sieht. Bei Kindern, die durch elterliche Gewalt traumatisiert sind, wird oft begleiteter Umgang als Schutzmaßnahme für das Kind eingesetzt. Letztendlich ist jedoch an den Reaktionen des einzelnen Kindes zu erkennen, ob es durch die Kontakte zum früher gewalttätigen Elternteil so heftig an die schlimme Vergangenheit erinnert wird, dass es immer wieder in erheblichen Stress gerät, oder ob es endlich mit ihm die Dinge völlig entspannt erleben kann, nach denen es sich schon lange gesehnt hat. Bei diesem Vortrag wird es einerseits um die Auswirkung häuslicher Gewalt bei Kindern gehen und andererseits darum, wie Umgangskontakte so gestaltet werden können, damit sie für alle Beteiligten gedeihlich verlaufen.

Vortrag III: "Der rechtliche Rahmen des Umgangsrechts sowie umgangsbezogener gerichtlicher Interventionen im Kontext häuslicher Gewalt"

Alexander von Drenkmann, Jurist, Familienrichter am Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg 

Als Teil des verfassungsrechtlich geschützten Elternrechts hat das Umgangsrecht von Eltern einen hohen rechtlichen Rang. Gerichtliche Interventionen zur Regelung, Einschränkung oder Ausschließung des Umgangsrechts bedürfen daher stets einer konkreten, gesetzlich verankerten Grundlage und müssen das Spannungsfeld der widerstreitenden Rechtspositionen in einen angemessenen Ausgleich bringen. In häuslichen Gewaltfällen stehen wir dabei vor besonderen Herausforderungen. Der Vortrag bietet einen Überblick über das gesetzgeberische Konzept von Umgangsregelungen einschließlich der Anordnung von begleitetem Umgang, Umgangspflegschaft und Umgangsausschluss sowie weiterer Begleitanordnungen im Kontext häuslicher Gewalt.

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