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Portrait

Im Video: die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth - Ein Ort zum Leben

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth liegt oberhalb von Rieneck bei Gemünden am Main. Sie entstand im Jahr 1978 aus dem ehemaligen Hofgut „Hohenroth“. Mittlerweile wird eine Fläche von 100 Hektar Äcker, Wiesen und Wald bewirtschaftet. In der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth leben 162 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung in Hausgemeinschaften zusammen. Betreut werden sie von Hauseltern, die gemeinsam mit ihren Kindern in den Hausgemeinschaften wohnen.

Unser Film begleitet über ein Jahr hinweg den 42-jährigen Volker, der in der Hausgemeinschaft von Familie Behl lebt, sowie die 38-jährige Christiane, die im Café mitarbeitet und seit drei Jahren ihr Leben eigenständig in einer Wohngruppe meistert.

Unser Film begleitet über ein Jahr hinweg den 42-jährigen Volkers, der in der Hausgemeinschaft von Familie Behl lebt, sowie die 38-jährigen Cafébedienung Christiane, die seit drei Jahren ihr Leben eigenständig in einer WG meistert. 

Zur Dorfgemeinschaft Hohenroth gehören auch der Zollberghof, der Talhof in Schaippach und die Villa Adelmann in Burgsinn. Hohenroth ist ein Ort zum Leben, ist Heimat. Zusammen wohnen, miteinander arbeiten, gemeinsam Kulturelles schaffen – das sind die drei wesentlichen Elemente der SOS-Dorfgemeinschaft. Hier gehen eine humanistische Grundhaltung und sozialtherapeutische Ansätze eine enge Verbindung ein. Die äußere Gesamtgestaltung des Dorfes, die Architektur der Wohnhäuser und der Arbeitsstätten unterstützen die Anliegen der Dorfgemeinschaft. Hier hat eine menschengerechte Bauweise eine wichtige therapeutische Funktion.

In der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth werden Milchkühe nach biologisch-dynamischen Richtlinien gehalten, Brot in der eigenen Bäckerei gebacken und Milch in der dorfeigenen Molkerei verarbeitet. Naturbelassene Lebensmittel kommen auch aus dem großen Bereich der Gärtnerei. DEMETER ist unser Qualitätssiegel. Dieser Bio-Qualität sehen wir uns verpflichtet. Die Hohenrother Erzeugnisse erfreuen sich großer Nachfrage in Naturkostfachgeschäften, TEGUT- und Edeka Märkten in der Region.

Unsere Ziele

Ziel der Betreuung und Begleitung in der Dorfgemeinschaft ist es, den Menschen mit Behinderung in seiner individuellen Würde zu achten und ein sinnerfülltes Leben zu ermöglichen.

In den Arbeitsbereichen können die BewohnerInnen einer sinnvollen Arbeit, entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten nachgehen. Jeder Mensch wird als Persönlichkeit ernst genommen, auch wenn er seine Kräfte nur zu einem Teil einsetzen kann. Unterstützt und begleitet werden die BewohnerInnen von qualifizierten Fachkräften. Alle haben in Hohenroth vielfältige Möglichkeiten, mitzugestalten und mitzuwirken. 

Die Grundlage, um diese Ziele zu erreichen, bilden aufeinander abgestimmte Unterstützungs- und Fördermaßnahmen. Die Perspektive des Aufenthalts ist langfristig. Ab Volljährigkeit und über das Erreichen des Rentenalters hinaus können BewohnerInnen im Dorf bleiben.

Zielgruppen

In die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth werden Frauen und Männer mit geistiger Behinderung  und /oder Mehrfachbehinderungen ab dem 18. Lebensjahr aufgenommen. Voraussetzung ist die Beendigung der Schulpflicht. 

Vorrangig wird die Dorfgemeinschaft solchen Menschen Unterstützung anbieten, für die eine Beheimatung auf Dauer der vorausschaubaren Lebensperspektive entspricht und deren Hilfebedarf in der Dorfgemeinschaft besonders gut entsprochen werden kann. Die BewohnerInnen sollen mindestens zu geringen Arbeitsleistungen befähigt sein und mit den besonderen Beschäftigungsmaßnahmen gefördert werden können.

In den mehr als 20 familienähnlichen Hausgemeinschaften leben gemeinsam jeweils acht bis zehn Menschen mit geistiger Behinderung (Männer und Frauen) und ein Ehepaar (Hauseltern) und dessen Familie. Eine Familienhelferin, die die Hauseltern vertritt (20 Stunden pro Woche), eine Haushaltshilfe (18 Stunden pro Woche) und gegebenenfalls eine Praktikantin oder ein Zivildienstleistender ergänzen die Hausgemeinschaft.  

Aufnahme

Das Aufnahmeverfahren sieht als ersten Schritt ein Bewerbungsschreiben mit ausführlichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, evtl. Arzt- und Entwicklungsberichte) vor. Wenn aufgrund des beschriebenen Hilfebedarfs eine Aufnahme grundsätzlich vorstellbar ist, laden wir zu einem unverbindlichen Informationsgespräch ein. Dieses dient dazu, Erwartungen und Vorstellungen abzugleichen. Stimmen diese überein, so kann bei einem freien geeigneten Platz ein Gastaufenthalt von zwei bis zu vier Wochen stattfinden.

Im Rahmen des Gastaufenthaltes wird festgestellt, ob das Leistungsangebot der Einrichtung und der Unterstützungsbedarf des Bewerbers bzw. der Bewerberin übereinstimmen. Danach ist eine endgültige Aufnahmezusage möglich. Bei Aufnahme wird ein Wohn- und Betreuungsvertrag geschlossen, der Leistungen und Verfahrensregelungen beinhaltet.

Im Voraus ist die Kostenübernahme durch den zuständigen Kostenträger zu klären.

Zusammenleben

In einer Hausgemeinschaft leben gemeinsam jeweils sieben bis neun Männer und Frauen mit einer geistiger Behinderung und einem Hauselternpaar und dessen Familie. Eine Familienhelferin, die die Hauseltern bei deren Abwesenheit vertritt, eine Haushaltshilfe und gegebenenfalls  Absolventen des Freiwilligen Sozialen oder des Freiwilligen Ökologischen Jahres ergänzen die Hausgemeinschaft.

Es werden Wohnmöglichkeiten angeboten, die einerseits Autonomie und andererseits soziale Bindungen fördern. Der Mensch mit Behinderung findet einen Lebens-rhythmus vor, der das Leben überschaubar macht und ein Grundvertrauen zu einer selbstbestimmten Lebensführung stärkt und fördert. Er wird dabei vorrangig von den Hauseltern als verlässliche Bezugspersonen begleitet.

Die Bezugspersonen vermitteln Sicherheit und Rückhalt.  Sie tragen Sorge für sein körperliches, seelisches und geistiges Wohlbefinden. Sie geben in diesem Rahmen Hilfen zur Orientierung in Raum und Zeit, zum Umgang mit Geld und Besitz, bei der Beziehungsgestaltung und der weiteren Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten.

Sexualität

Sexualität ist ein Lebensthema und kommt in der Begleitung von Menschen mit Behinderung alltäglich vor. In der Dorfgemeinschaft Hohenroth erfahren die BewohnerInnen im Bereich Sexualität und Partnerschaft - wie in jedem anderen Lebensbereich auch - die individuell gewünschte und notwendige Unterstützung. Eine respektvolle Sexualitätsbegleitung von Menschen mit geistiger Behinderung bewegt sich im Spannungsverhältnis zwischen Autonomie und Schutz:

  • Sie sorgt sich um Ermöglichung selbstbestimmten sexuellen Lebens im Falle von behindernden Bedingungen
  • Sie achtet auf Grenzüberschreitungen und versucht, schädigende Grenzverletzungen zu verhindern und interveniert, wenn sich sexualisierte Gewalt ereignet.
Finanzierung

Zwischen der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth und dem Bezirk Unterfranken als zuständiger überörtlicher Sozialhilfeträger besteht eine Leistungsentgeltvereinbarung. Die Erlöse der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth sind Bestandteil der Finanzierung. Spendenmittel des SOS-Kinderdorf e.V. gewährleisten die besondere Qualität der Betreuungsform in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth.

So erreichen Sie uns

SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth
Einrichtungsleitung: Mario Kölbl

Hohenroth 4
97737 Gemünden am Main

Telefon: 09354 9099-0 *
Fax: 09354 9099-18
dg-hohenroth@sos-kinderdorf.de

* Unser Telefon ist besetzt:
Mo. – Do.: 8:00 – 16:30 Uhr
Fr.: 8:00 – 12:00 Uhr

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