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Aktuelles

Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit

19. Februar 2021

„Die sozialen Kontakte beschränken sich größtenteils auf die Dorfgemeinschaft“

Wie erfahren Menschen mit Behinderungen, die in einem stationären Angebot leben, soziale Gerechtigkeit? Was hat sich durch die Pandemie für sie verändert? Zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit der Vereinten Nationen am 20. Februar gewährt die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth soziale Einblicke in das Dorfleben.

Die Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth

Die Bewohner der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth


Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth mit ihren zwölf Arbeitsbereichen besitzt in der Region ein Alleinstellungsmerkmal: Sie gewährleistet für mehr als 160 Menschen mit geistiger, körperlicher und/ oder seelischer Behinderung erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsleben und bietet gleichzeitig ein differenziertes Spektrum an Wohnangeboten an, in welchem die Hausgemeinschaften einen Schwerpunkt darstellen. Hier leben behinderte Menschen in häuslicher Gemeinschaft mit einem Betreuerpaar und deren Kinder. Darüber hinaus gibt es verschiedene stationäre Wohngruppenkonzepte sowie ambulant betreutes Wohnen. Die Angebote der SOS-Einrichtungen richten sich an Menschen, die individuelle Hilfen entsprechend den Regelungen der Eingliederungshilfen nach SGB IX bzw. SGB XII in Anspruch nehmen, vor allem Hilfeangebote für Erwachsene mit einer geistigen Behinderung/Lernbeeinträchtigung oder einer psychischen Beeinträchtigung.

Einblicke in das Leben einer SOS-Dorfgemeinschaft für Menschen mit Behinderungen

Dem gesetzlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Chance haben, die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, wird hier Sorge getragen. „Der Auftrag wird mit viel persönlichem Engagement und rehabilitativem Handeln umgesetzt", so das Resümee von Mario Kölbl, Einrichtungsleiter der Dorfgemeinschaft. „Unser Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen zu unterstützen und zu befähigen, ihren eigenen Lebensentwurf zu verwirklichen. Dazu bieten die SOS-Einrichtungen ein verlässliches Lebens- und Arbeitsumfeld, in dem ein hohes Maß an Kontinuität und Verbindlichkeit in menschlichen Beziehungen entstehen kann.“
Die Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zu motivieren und förderliche Erfahrungsräume für ihre unterschiedlichen persönlichen Entwicklungen zu schaffen, sind weitere wichtige Meilensteine der Einrichtung. Der Umfang der individuell möglichen Autonomie sowie der benötigten Unterstützung wird gemeinsam in einem dialogischen Prozess im Hilfeplan vereinbart.

Corona: Vieles ist nicht mehr möglich

Aufgrund der Corona-bedingten Beschränkungen ist das gemeinschaftliche Leben in Hohenroth aktuell deutlich heruntergefahren. „Die sozialen Kontakte der Bewohner*innen müssen auf die eigene Hausgemeinschaft sowie die Kolleg*innen in den jeweiligen Arbeitsbereichen beschränkt werden, dies stellt gegenüber der Gesamtbevölkerung einen deutlichen Nachteil dar“, so Lina Klinger, Wohnbereichsleiterin der Dorfgemeinschaft. Ziel sei der Erhalt einer sinnvollen Tagesstruktur. „Die Folge sind unter anderem der Wegfall vieler begleitenden Maßnahmen, wie das gemeinsame Musizieren, oder das sportliche Angebot “, resümiert Klinger.

Bundes-Teilhabe-Gesetz – wichtiger denn je

Mit dem neuen Bundes-Teilhabe Gesetz soll das Recht auf Teilhabe mehr in den Vordergrund rücken. Teilhabe bedeutet die Mit- und Selbstbestimmung in Fragen der Gestaltung des eigenen Lebens. Die Förderung und Erhaltung der individuellen Teilhabe umfasst neben der Teilnahme am gesellschaftlichen oder politischen Leben daher alle weiteren Lebensbereiche und bezieht sich dabei auch auf Gesundheit, Bildung, Beschäftigung und Freizeit. Dieses Teilhabeprinzip ist zentrales Kennzeichen des Wohnens und Arbeitens in den Angeboten der SOS-Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Auch die Wahl der Wohnform wird berücksichtigt, Menschen mit Behinderung sollen selbst entscheiden, wo sie wohnen wollen.

Behinderung darf nicht arm machen

 Auch nicht, wenn Unterstützungsleistungen bewilligt werden, wie Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege oder Blindenhilfe. „Dies kann mit Einschränkungen bei der sozialen Teilhabe in Bereichen wie Freizeit, Kultur, bei gesundheitsbezogenen Teilhabeleistungen, Hilfsmittelversorgung, bei Bildung und Mobilität einhergehen und betrifft auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf“, so Christine Frauer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in Hohenroth. Nicht alle Bewohner*innen von Hohenroth können es sich leisten, eine Ferienfreizeit zu buchen, auch medizinisch notwendige Maßnahmen müssen häufig aus eigener Tasche bezahlt werden. „Längst nicht jeder kann das finanziell bewältigen. Hier sind wir eindeutig auf Spenden angewiesen“, so Frauer.

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