Wir leben, was wir von anderen fordern
In allen SOS-Einrichtungen wird Wert auf Kinderbeteiligung gelegt. Auch wenn es um vermeintlich banale Fragen des Alltags wie zum Beispiel „wie lange darf ich aufbleiben?“, oder „darf ich meine Garderobe selbstständig aussuchen?“ geht. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche das Gefühl haben, angehört und ernst genommen zu werden. So können ihr Selbstwertgefühl und ihr Selbstvertrauen wachsen. Ein typisches Beispiel: Im Kinderdorf Zwickau trifft sich einmal im Monat der Dorfrat, um über aktuelle Projekte, neue Ideen, aber auch Probleme zu reden. Jedes der 13 Häuser des Kinderdorfs, das ca. 80 Kindern und Jugendlichen ein Zuhause bietet, schickt dazu ein oder zwei der jungen Bewohner. Diese kleine Delegation trägt die neuen Informationen wieder in die jeweilige Kinderdorffamilie oder Wohngruppe zurück. „Das Besondere an unserem Dorfrat ist, dass die Kinder hier selbst zu Wort kommen“, sagt Heico Engelhardt, Leiter des SOS-Kinderdorfs Zwickau. Egal ob es um die Neugestaltung des Spielplatzes, Lärmbelästigung aus dem Nachbarhaus oder die anstehenden Ferien geht „Wir besprechen alle Themen ganz offen, jeder darf seine Meinung sagen. Und wir nehmen die Anregungen und Wünsche der Kinder sehr ernst“.