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Ein SOS-Kinderdorf zum Anfassen
Die Schüler und Schülerinnen der Klassen 6 und 7 des Willi-Graf-Gymnasiums aus München hatten alle ihre eigenen Vorstellungen von einem SOS-Kinderdorf. "Leben die dort in Hütten wie in Afrika?", fragte ein Schüler. "Das ist wie in einem Heim, mit einem großen Schlafsaal", glaubten andere. Umso überraschter waren die Teenager, als sie im Rahmen der jährlichen Schulprojekttage die Möglichkeit hatten, das SOS-Kinderdorf Ammersee kennenzulernen und die SOS-Kinderdorfmitarbeiter im Rahmen eines Seminars mit ihren Fragen zu löchern.
"Zukunftsvisionen" lautete das Thema der diesjährigen Projekttage, bei denen sich alle Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums mit nachhaltigen Themen beschäftigten. Gemeinsam mit drei Lehrerinnen erarbeiteten die 6. und 7. Klassen das Thema SOS-Kinderdorf und erfuhren alles über die Geschichte und die Ziele von SOS-Kinderdorf. „Ich dachte, dass in einem SOS-Kinderdorf nur Waisenkinder leben und war überrascht, dass die meisten Jungen und Mädchen eigentlich noch Eltern haben, die sich aber nicht richtig um sie kümmern“, erzählt Laura beeindruckt und Suzan fügt hinzu: "Bislang dachte ich, SOS-Kinderdörfer gibt es nur in Afrika, aber toll, dass auch in Deutschland viel getan wird, um den Kindern zu helfen".
"Da gibt's auch Taschengeld"
Nachdem die Schüler einen Tag lang eine theoretische Reise zu der Anfängen von SOS-Kinderdorf in Deutschland und der Welt unternommen hatten, konnten sie es kaum erwarten, sich am nächsten Tag auf die Reise ins „echte“ SOS-Kinderdorf nach Dießen am Ammersee zu machen – das erste SOS-Kinderdorf, das in Deutschland erbaut worden ist.
Die Jungen waren natürlich besonders von dem großen Sportplatz und dem Freigelände begeistert, auf dem sich nicht nur die SOS-Kinderdorfkinder austoben können. Voll Begeisterung stürmten sie den Spielplatz und das Spielschiff. "Bestimmte Freizeitangebote sowie der SOS-Kindergarten stehen auch Kindern aus den umliegenden Gemeinden offen, da gibt es ein offenes und herzliches Miteinander", erzählt SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter Christoph Rublack. "Unsere Kinder besuchen ja auch öffentliche Schulen und haben viele Freunde außerhalb." Deshalb freut sich der Bereichsleiter besonders auf die Eröffnung des neuen Gemeindehauses "Haus Mosaik" in wenigen Tagen. "Das Haus Mosaik bildet einen wunderbaren Mittelpunkt im SOS-Kinderdorf. Endlich können wir viele Therapie- , Bewegungs- und Musikangebote unter einem Dach anbieten – und es gibt jede Menge Platz für gemeinsame Feste und Treffen".
Die Mädchen hingegen waren gespannt, wie es in den Häusern aussieht und wie die Familien leben. "Es ist schön zu sehen, wie es den Kindern, die in ihrem Leben so viele schlimme Dinge erlebt haben, einfach wieder gut geht. Die SOS-Kinderdorfmütter und die Erzieherinnen sind sehr nett und es ist wirklich wie in einer richtigen Familie. Die dürfen auch mal Fernsehen und bekommen Taschengeld", erzählt Suzan. "Und sie wohnen natürlich nicht in Hütten, sondern in "ganz normalen" Häusern, wie sie in Deutschland üblich sind", erzählt Lena lachend.