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Wie leben die Kinder im SOS-Kinderdorf?
Welche Kinder kommen ins SOS-Kinderdorf?
Bevor ein Kind ins SOS-Kinderdorf kommt, ist oft viel passiert. In der Regel ist die Unterbringung in einem Kinderdorf der letzte Schritt in einer Reihe vieler unterschiedlicher Maßnahmen und Hilfsangebote an die leibliche Familie des Kindes. Erst wenn das Jugendamt keine andere Möglichkeit mehr sieht, dem Kind zu helfen, kommt es ins SOS-Kinderdorf. In eine SOS-Kinderdorf-Familie werden meist Kinder aufgenommen, von denen das Jugendamt glaubt, dass sie mittel- oder langfristig nicht in ihre eigentliche Familie zurückkehren können. Das Aufnahmealter der Kinder liegt bei bis zu zwölf Jahren, im Falle von Geschwistergruppen können auch ältere Kinder aufgenommen werden.
Was passiert, wenn Geschwisterkinder in ein SOS-Kinderdorf kommen?
Eines der Grundprinzipien von SOS-Kinderdorf ist es, dass Geschwisterkinder nicht getrennt werden. Stattdessen leben sie zusammen in einer SOS-Familie.
Leben in den SOS-Kinderdörfern nur Waisen?
Anders als in den Anfangsjahren von SOS-Kinderdorf, als viele Kinder ihre leiblichen Eltern im Zweiten Weltkrieg verloren hatten, leben heute nur noch sehr wenige Waisenkinder in den SOS-Kinderdörfern. Der Großteil der Kinder stammt aus Familien, in denen in der Regel beide Eltern noch leben, bei denen sie aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht bleiben können.
Haben die Kinder auch weiterhin Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen?
Durch den Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen fällt es vielen Kindern leichter, die zum Teil sehr schlimmen Erlebnisse ihrer Kindheit aufzuarbeiten. Der Kontakt zu den Herkunftsfamilien ist SOS-Kinderdorf deshalb ganz besonders wichtig und wird so intensiv wie möglich gefördert. Der Schutz der Kinder steht dabei aber immer im Vordergrund.
Wie leben die Kinder im SOS-Kinderdorf?
In den SOS-Kinderdörfern wachsen hilfsbedürftige Kinder behütet in den SOS-Familien auf. Sie leben zusammen mit ihrer SOS-Mutter und ihren Geschwistern in einem Haus innerhalb der Dorf-Gemeinschaft. Hier wird gespielt, gelacht, gestritten und gefeiert wie in einer richtigen Familie. Für die Kinder, die oft mit schmerzhaften Erfahrungen in ein SOS-Kinderdorf kommen, ist das ganz besonders wichtig. Im SOS-Kinderdorf finden sie wieder Menschen, zu denen sie langfristig Vertrauen aufbauen können, die zuverlässig für sie da sind – eine Familie eben.
Wie wohnen SOS-Kinderdorf-Familien?
Die meisten SOS-Kinderdorf-Familien leben in einem Haus mit Garten. In diesem Haus gibt es Einzel- und Doppelzimmer für die Kinder, einen eigenen Bereich für die Kinderdorfmutter und einen Wohn- und Essbereich für alle. Diesen Lebensraum gestaltet die SOS-Kinderdorfmutter mit den Kindern gemeinsam und individuell.
Wo gehen die Kinder aus den SOS-Kinderdörfern zur Schule?
Die Kinder aus den SOS-Kinderdörfern gehen in ganz normale Schulen in der näheren Umgebung der SOS-Kinderdörfer. Der Kindergarten eines SOS-Kinderdorfes befindet sich meistens direkt auf dem Gelände des Dorfes. Ihn besuchen oft auch die Kinder der umliegenden Gemeinden.
Wie lange bleiben die Kinder im SOS-Kinderdorf?
Kinder, die nicht in ihre eigentlichen Familien zurückkehren können, bleiben so lange im Kinderdorf, bis sie in der Lage sind, ein selbstständiges Leben zu führen, und zum Beispiel eine Ausbildung absolvieren. Manche wechseln als Jugendliche von ihrer Kinderdorf-Familie in eine SOS-Jugendeinrichtung.