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"Vor-Lesen"
"Vor-Lesen" ist ein Gemeinschaftsprojekt des SOS-Mütterzentrums und des Förderstudios Literatur e.V. Zwickau und wird von der DROSOS-Stiftung Zürich seit Dezember 2008 unterstützt.
In der ersten Projektphase war es seitdem Ziel, Kindern in Kindertagesstätten und Grundschulen am Anfang ihrer Lesesozialisation vorzulesen und sie mit kinderliterarischen Texten so vertraut zu machen, dass sie aufmerksam zuhören, Fragen stellen, inhaltlichen Linien erfassen und sprachlich angemessen wiedergeben können, ihren Wortschatz und das Umweltwissen erweitern, ihre Phantasie und spielerische Kreativität mit und rund um Texte entwickeln können. Wir wollten dazu beitragen, soziale Benachteiligungen und das unterschiedliche Startniveau der Kinder auszugeichen. Von der schulischen Arbeit sollte sich das Ganze deutlich unterscheiden. Es sollte ebenso Raum sein für Ferienaktionen und Lesefeste verschiedener Art. Das bedeutete, einerseits geeignete Partnereinrichtungen und andererseits Lesepatinnen und – paten zu gewinnen und sie zu unterstützen beim Erwerb fachlich – methodischen Wissens. Ständige Kontakte zu den Kindertagesstätten und Grundschulen, monatliche fachliche Begleitveranstaltungen, die Bündelung von Ideen in Erfahrungsaustauschen und in der Zusammenarbeit der in einer Einrichtung gemeinsam eingesetzten Lesepaten sollten Erfolg und Nachhaltigkeit der Initiative sichern. Waren es anfangs 15 Paten in 4 Schulen, begleiten inzwischen etwa 40 Lesepaten Kinder aus 9 Grundschulen und 11 Kindertagesstätten im Landkreis Zwickau beim Entdecken der Bücherwelt.
Regelmäßige fachliche Begleitveranstaltungen und Workshops unterstützen die Lesepaten praxisbezogen. Zusätzlich organisiert das Projekt anspruchsvolle Ferienangebote für die Region, etwa die jährliche intergenerative Schreibwerkstatt, Workshops für Kinderstadtführer und anderes mehr.
Start der Projektphase „Vor-Lesen“ II im Februar 2011
Als wichtigste Ziele werden neben der kontinuierlichen Fortführung der Arbeit, die ihre Wirksamkeit bewiesen hat, zwei wesentliche Akzentuierungen angegangen:
Das eine Ziel gilt der stärkeren Differenzierung und Ausdehnung der Altersspanne.
- Hinter der bisher geförderten Altersgruppe 5 – 10 Jahre verstecken sich unterschiedlichste Entwicklungsphasen, für die es kein einheitliches Programm des Vorgehens geben kann. Sowohl bei den Jüngsten (kürzere Aufmerksamkeitsspanne, handlungsorientiertes und auf das Bild konzentriertes Interesse, Sprachentwicklung usw.) als auch bei den Ältesten (eigene Lesefähigkeit, Entfaltung des geschlechtertypischen Interessenspektrums) ist differenziert vorzugehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung der Kinder im Erstlesealter.
- Als unverzichtbar erscheint die Ausdehnung der Altersspanne in das Kleinkindalter hinein, denn bereits in den Kindertagesstätten sind z. T. Sprachrückstände manifest. Sprache wird in diesem Alter vor allem im Spiel gelernt, weshalb eine Verbindung zwischen Spiel, Sprach- und Früherziehung zum und mit dem Buch gesucht werden muss. Ein Schwerpunkt wird somit in der frühen Förderung für Kinder ab dem 2. Lebensjahr liegen.
Das zweite Ziel ist, im Prozess zu Arbeitsformen zu finden, die garantieren, dass Lese- und Sprachförderung nachhaltig gemacht werden kann.Dabei geht es zum einen um organisatorische und strukturelle Nachhaltigkeit, die sich vor allem darin zeigt, dass bestimmte Aufgabenbereiche stärker im SOS-Mütterzentrum institutionell verankert werden. Dazu gehören die Einrichtung eines dauerhaften Konsultationspunktes für die Lesepaten sowie die Anbindung der Angebote der frühen Förderung hier im Haus.
Die finanzielle Nachhaltigkeit soll durch das Einwerben anderer Quellen als den Stiftungsmitteln gewährleistet werden. Außer Teilfinanzierungen über GTA (Ganztagesangebote der Schulen), ist auch an projektgebundene Mittel aus Fördervereinen und staatlichen und anderen Geldgebern, an Honorarmittel und Ehrenamtspauschalen zu denken. Damit soll es auch über das Jahr 2014 hinaus einen Stamm an engagierten Lesepatinnen geben.
Indikator für Nachhaltigkeit ist auch der Ausbau der Zusammenarbeit und vielfältigen Vernetzung mit Partnern (Kinderbibliothek, Kinderschutzbund, Tagesmütter-ausbildung, andere Mehrgenerationenhäuser, Museen ...), deren Vertreter z. T. an den vom Projekt geführten fachlichen Begleitveranstaltungen teilnehmen bzw. Kooperationspartner gemeinschaftlicher Unternehmungen wie Lesefeste, Workshops usw. sind.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.vorlesen-zwickau.de.