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Venezuela
Die 916.445 m² große Republik Venezuela liegt an der Nordküste Südamerikas. Die Hauptstadt des Landes ist Caracas, wo gut ein Fünftel der über 29 Mio. zählenden Einwohner leben. Wie in fast allen lateinamerikanischen Ländern ist der Großteil der Bevölkerung römisch-katholisch (etwa 96 Prozent). Neben Spanisch als offizielle Landessprache werden verschiedene indigene Sprachen gesprochen.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Venezuela:
- 3 SOS-Kinderdörfer
- 3 SOS-Jugendeinrichtungen
- 1 SOS-Berufsausbildungszentrum
- 4 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Die Wirtschaft Venezuelas steht und fällt mit den Erdölpreisen, dessen Verkauf 50 Prozent der Staatseinnahmen und 95 Prozent des Exportwertes ausmachen. Nach Jahren der Rezession, konnte in 2011 ein leichtes Wirtschaftswachstum verzeichnet werden. Nach wie vor kämpft das Land jedoch mit großen innenpolitischen Schwierigkeiten. Die Arbeitslosenrate liegt laut offiziellen Angaben bei ca. 7 Prozent, jedoch befindet sich lediglich etwa die Hälfte der Beschäftigten in regulären Arbeitsverhältnissen.
Trotz großer Bemühungen in Form von Sozialprogrammen in der Erwachsenenbildung seitens der Regierung liegt die aktuelle Analphabetenrate bei knapp 10 Prozent. Um auch Jugendliche aus den unteren Bevölkerungsschichten zu fördern, wurden in den letzten Jahren zusätzliche Universitäten gegründet, die gezielt Studenten aus ärmeren Verhältnissen ausbilden. Ein weiteres großes Problem ist die anhaltend hohe Kriminalitätsrate im ganzen Land.
Präsident Hugo Chávez, dessen Absetzung der Generalstreik des Jahres 2002 zum Ziel hatte, wurde im Dezember 2006 für weitere 6 Jahre in sein Amt wiedergewählt.
Die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Venezuela begann bereits im Jahre 1976. Zwischenzeitlich gibt es in diesem Land drei SOS-Kinderdörfer sowie diverse Zusatzeinrichtungen.
SOS-Kinderdorf Maracay
Das dritte SOS-Kinderdorf in Venezuela entstand 2000 in der Stadt Maracay, der Hauptstadt des Bundesstaates Aragua, ca. 120 km von Caracas entfernt. Über die Hälfte der Einwohner Venezuelas lebt unterhalb der Armutsgrenze und das Leid der Kinder war und ist unvermindert groß. Die Anzahl der verlassenen Kinder und Jugendlichen, die auf der Straße leben, ist gestiegen. Andererseits ist Aragua eine Region mit relativ guter wirtschaftlicher Entwicklung und damit besseren Zukunftsaussichten für Heranwachsende und damit auch für die Jugendlichen in den SOS-Einrichtungen.
Das aus 12 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Tantenhaus und einem Verwaltungs- und Servicebereich bestehende SOS-Kinderdorf Maracay ist in eine neu entstandene Wohnsiedlung integriert. Es bietet Platz für über 100 Kinder. Die SOS-eigenen Sport- und Spielplätze stehen damit auch den Kindern aus der Nachbarschaft zur Verfügung.
Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist eine SOS-Jugendeinrichtung für die dem SOS-Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen. Hier werden sie auf ein eigenständiges unabhängiges Leben vorbereitet.
SOS-Sozialzentrum Maracay
2001 wurde ein SOS-Sozialzentrum dem SOS-Kinderdorf angeschlossen. Das SOS-Sozialzentrum bietet Hilfen zur Familienstärkung und Gemeindeentwicklung in Form einer Kindertagesstätte und eines Tagesmütterprogrammes an, es berät in Sachen Familienplanung, Sexualerziehung und Gesundheitsfragen und führt regelmäßige Ausbildungsworkshops durch. Ziel dieser Hilfen ist es die Familien zu stärken und so ein mögliches Auseinanderbrechen der Familien zu verhindern.
Die SOS-Kinderdorf Familienstärkungsprogramme tragen außerdem zu besseren Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerung bei, indem sie durch eine ganztägige Betreuung, ärztliche Versorgung und eine ausgewogene Ernährung der Kinder bestehende Mangelerscheinungen beheben und den oft alleinstehenden Müttern die Gelegenheit geben, einer Arbeit nachzugehen.