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Tunesien
Tunesien liegt zwischen Algerien im Westen und Libyen im Osten an der Mittelmeerküste Nordafrikas. Das beliebte Touristenziel zeichnet sich durch ein mediterranes Klima im Norden und Wüstenklima im Süden aus.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Tunesien:
- 4 SOS-Kinderdörfer
- 4 SOS-Kindergärten
- 3 SOS-Jugendeinrichtungen
- 1 SOS-Berufsausbildungszentrum
- 4 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Die jetzige Präsidialrepublik war ab 1881 französisches Protektorat, wurde jedoch 1956 in die Unabhängigkeit entlassen. Der über 20 Jahre regierende Staatspräsident Zine El Abidine Ben Ali wurde im Zuge des arabischen Frühlings im Januar 2011 gestürzt. Im Dezember 2011 wurde Moncef Marzouki zum Interimspräsidenten gewählt.
Die überwiegende Mehrheit der etwas über 10 Millionen Tunesier ist muslimisch. Offizielle Amtssprache ist Arabisch, jedoch ist auch Französisch als Verkehrssprache anerkannt.
Wirtschaftlich gesehen geht es Tunesien verglichen mit dem afrikanischen Durchschnitt sehr gut. Es gehört zu den wenigen afrikanischen Ländern, die als Schwellenländer zählen. Auch in bildungs- und sozialpolitischer Hinsicht nimmt Tunesien eine Vorreiterrolle ein. Die Einschulungsquote liegt bei fast 100 Prozent, der Alphabetisierungsgrad ist hoch. Über 50 Prozent der Studierenden in Tunesien sind Frauen. Die Verfassung Tunesiens ist eine der fortschrittlichsten in der arabischen Welt. Monogamie, das Recht auf Ehescheidung sowie die weitgehende Emanzipation der Frau sind in ihr festgeschrieben. Probleme bereitet der Regierung jedoch die wachsende Jugend- und Jungakademikerarbeitslosigkeit.
1981 konnte ein Abkommen zwischen der tunesischen Regierung, vertreten durch das Ministerium für Jugend und Sport und SOS-Kinderdorf International, vertreten durch Hermann Gmeiner selbst unterschrieben werden. Noch im selben Jahr fand die Gründung eines nationalen Vereins als Rechtsträger der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Tunesien statt. Der Bau von zwei SOS-Kinderdörfern wurde im gleichen Jahr begonnen.
SOS-Kinderdorf Siliana
1983 konnten bereits die ersten Kinder in das neue SOS-Kinderdorf Siliana einziehen. Die Provinzstadt Siliana liegt etwa 150 Kilometer südlich von Tunis und hat etwa 20.000 Einwohner. Das dort auf einem 2 ha großen Grundstück am Stadtrand errichtete Kinderdorf umfasst 11 Familienhäuser mit Platz für 88 Kinder, ein Dorfleiterhaus, ein Gemeindehaus und einen 4-gruppigen Kindergarten, den 120 Kinder besuchen können.
Am Rande des Kinderdorfes liegt ein SOS-Jugendhaus für Mädchen. Außerdem sind dem Kinderdorf eine große Obstplantage, ein SOS-Kinder- und Jugendclub, der verschiedene Aktivitäten und Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche organisiert, sowie ein Fußballplatz angegliedert. Für die dem Kinderdorf entwachsenen jungen Männer wurde ein Jugendhaus in der Stadt Siliana erworben.
SOS-Kinderdorf Maharès
Für den Bau eines dritten tunesischen Kinderdorfes fiel die Standortwahl auf die Kleinstadt Maharès, ca. 30 km südlich von Sfax, an der Mittelmeerküste gelegen. Maharès hat ca. 30.000 Einwohner. Das 3 ha große Grundstück wurde SOS-Kinderdorf von der Gemeinde Maharès zur Verfügung gestellt und liegt etwa 2 km vom Stadtzentrum entfernt.
Das im November 1999 fertig gestellte SOS-Kinderdorf Maharès besteht aus 13 Familienhäusern, einem 3-gruppigen Kindergarten, einem Dorfleiterhaus, einem Gästehaus, einem Tantenhaus, einem Verwaltungs- und Servicebereich, einem Werkraum und einem Sportplatz. Im September 2002 wurde des Weiteren ein sozialkultureller Kinderclub ins Leben gerufen, der Informatik- und Multimediakurse anbietet. Das SOS-Kinderdorf Maharès bietet Platz für bis zu 104 Kinder.
Seit 2009 gibt es zwei SOS-Jugendeinrichtungen, eine für acht Mädchen, die sich auf dem SOS-Kinderdorfgelände befindet und eine für zwölf Jungen außerhalb des SOS-Kinderdorfes. Hier erlernen die Jugendlichen mit Hilfe von Betreuern allmählich ein eigenständiges Leben zu führen.
SOS-Sozialzentren
Seit Anfang 2006 gibt es an jedem SOS-Kinderdorf in Tunesien ein angeschlossenes SOS-Sozialzentrum, welches eine Reihe von sozialen Leistungen anbietet. Diese zielen darauf ab, dass die speziellen Bedürfnisse von Kindern abgedeckt werden (z.B. in medizinischer und materieller Hinsicht, in Bildungsfragen, Bereitstellung von Kinderbetreuung), die Ressourcen der Familien gestärkt werden, damit sie selbständig für die bestmögliche Betreuung und den Schutz der Kinder sorgen können (z.B. Sicherung einer verlässlichen Einkommensquelle, Erziehungsberatung).Außerdem werden Unterstützungssysteme für benachteiligte Kinder und ihre Familien innerhalb ihrer Dorfgemeinschaft in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden ausgebaut.
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