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Togo

Großaufnahme von einem Kind und eine große Gruppe von Kindern umrahmen das Eingangstor des Kinderdorfs Das nur 56.785 km² große Togo gehört zu den kleinsten und am dichtesten besiedelten Staaten Westafrikas. Es liegt zwischen Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden.

SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Togo:

  • 3 SOS-Kinderdörfer
  • 2 SOS-Jugendeinrichtungen
  • 3 SOS-Kindergärten
  • 3 SOS-Schulen
  • 1 SOS-Berufsbildungszentrum
  • 3 Medizinische Zentren
  • 4 SOS-Sozialzentren

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Hintergrund

Togo gehörte zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zur sogenannten „Sklavenküste“. Im ersten Weltkrieg besiegten Frankreich und Großbritannien die deutschen Truppen und übernahmen das seit 1884 unter deutscher Herrschaft stehende Land. 1922 erhielten beide Länder das Völkerbundmandat für Togo. 1956 wurde das Land geteilt. Der britische Westen votierte für einen Anschluss an Ghana, wohingegen der französische Osten sich für eine autonome Republik entschied, die 1960 ihre volle Unabhängigkeit erlangte.

1963 wurde der erste Präsident Togos, Sylvanus Olympio ermordet. Von 1967 bis zu seinem Tod im Februar 2005 regierte Gnassingbé Eyadèma das Land. Da die Opposition die Parlamentswahlen von 1999 boykottierte, gingen damals alle Parlamentssitze an die Regierungspartei RPT. Im März 2010 wurde sein Sohn Faure Gnassingbé, der fünf Jahre zuvor, begleitet von landesweiten Protesten, zum neuen Präsidenten gewählt worden war, in seinem Amt bestätigt.

Togo hat etwa 6,5 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung setzt sich aus 42 Ethnien mit ebenso vielen unterschiedlichen Sprachen zusammen. Die offizielle Amtssprache ist jedoch Französisch. 50 Prozent der Togolesen hängen örtlichen Religionen an, ein gutes Drittel sind Christen sowie ca. 15 Prozent Muslime. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt derzeit bei 53 Jahren.

Bedingt durch die langjährige instabile Lage und die erhebliche Misswirtschaft der Vergangenheit, leidet das Land unter großen wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Um die 70 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft.

Das Schulwesen ist für Afrika relativ gut entwickelt, leidet allerdings unter fehlenden finanziellen Mitteln und, besonders bei den weiterführenden Schulen und Universitäten, unter zu wenigen Ausbildungskapazitäten. Dank der Abschaffung der Schulgebühren in den Jahren 2008/2009 werden mittlerweile etwa zwei Drittel aller schulpflichtigen Kinder eingeschult. Bei den Erwachsenen liegt die Analphabetenquote bei rund 50 Prozent. Die hohe Arbeitslosenquote von 60 Prozent hat jedoch zur Folge, dass besonders bei Arbeitsplätzen für Schul- und Studienabgängern ein gravierender Mangel besteht.

„Hexenkinder“ – so nannte man in Togo Mädchen und Jungen, die von ihren Familien ausgesetzt wurden. Eine Ordensschwester aus dem Elsass nahm sich Anfang der 70er Jahre der verlassenen Kinder an und stellte den Kontakt zu SOS-Kinderdorf International her. Nach einem Besuch Hermann Gmeiners in Togo wurde 1976 ein Regierungsabkommen zum Bau eines SOS-Kinderdorfes in Togo unterzeichnet.

SOS-Kinderdorf Kara

Das 1979 erbaute SOS-Kinderdorf Kara umfasst 10 Familienhäuser, ein Dorfleiterhaus, ein Tanten- und Gästehaus, einem Verwaltungsgebäude, einen Kindergarten und zwei Jugendhäuser. Zum Kinderdorf gehört auch eine eigene Farm, auf der Schafe, Schweine, Geflügel und Kleintiere gehalten werden und intensiver Obst- und Gemüseanbau sowie eine Fischzucht betrieben werden – ein Beitrag zum Eigenbedarf des SOS-Kinderdorfes. Das Projekt hat sich mittlerweile zu einem Musterprojekt entwickelt. Bauern aus der Umgebung fragen um Rat und lernen neue Anbautechniken im Rahmen von Praktika.

SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule

Dem SOS-Kinderdorf angegliedert ist eine 12-klassige Grundschule für 420 Schüler. Wie die meisten SOS-Kinderdorf-Einrichtungen steht auch sie den Kindern aus der Umgebung offen.

SOS-Klinik

Die „Mutter-Kind-Station“ im SOS-Kinderdorf Kara bietet Hoffnung, unterernährte und kranke Babys werden stationär behandelt. In Kursen lernen Mütter etwas über Babyernährung und –pflege. Die SOS-Einrichtung wurde in den Jahren 1998-2002 zu einer großen SOS-Klinik ausgebaut, die vielen Tausend Menschen Hilfe bietet. Die Klinik besteht aus einer allgemeinen Ambulanz, einem Ernährungszentrum, einer Tagesklinik für Kinder, Apotheke, Labor, Entbindungsstation und versorgt an die 30.000 Patienten pro Jahr.

SOS-Sozialzentrum

In 2004 wurde das SOS-Sozialzentrum Kara ins Leben gerufen. Das Sozialzentrum führt Familienstärkungsprogramme mit dem Ziel der Aufklärung und Unterstützung von bedürftigen Familien, besonders von HIV/Aids-Betroffenen durch. Des Weiteren wurde ein Nachbarschaftshilfeprojekt unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" gegründet.

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