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Kinder und Tiere - eine heilsame Beziehung

Mädchen kuschelt mit einer Katze Wie Tiere helfen können, seelische Wunden zu heilen

Die meisten SOS-Kinderdorf anvertrauten Kinder und Jugendlichen haben eines gemeinsam: Sie haben bislang viel Schlimmes erlebt und deshalb ein erschüttertes Vertrauen zu Menschen.

Vernachlässigung, Gewalt, Trennung oder der Verlust des familiären Netzes rufen Emotionen wie Verwirrung, Angst, Wut oder Hass hervor. Die seelischen Wunden heilen nur langsam. Neben behutsamer und intensiver Beziehungsarbeit brauchen die Kinder meist auch therapeutische Unterstützung. Wenn Kinder sich Menschen gegenüber nur schwer öffnen können, bewirken Tiere manchmal wahre Wunder. Ein Beispiel für gelungene tiergestützte Pädagogik ist das SOS-Kinderdorf Mersch in Luxemburg. Besonders bei der Trauma-Bewältigung werden die Vierbeiner erfolgreich eingesetzt. „Die Tiere verhalten sich den Kindern gegenüber ‚neutral’. Sie werten nicht, sondern sie reagieren spiegelbildlich auf ihr Gegenüber. In der Beziehung zu den Tieren können die Kinder Vertrauen aufbauen, Trost finden, Verantwortung übernehmen und die Wirkung ihrer Handlungen und Gefühle erfahren“, erklären die Mitarbeiter aus Luxemburg.


Eine wichtige Erfahrung: Liebe geben und Liebe bekommen


Junge mit Hund Auch im SOS-Kinderdorf Württemberg nahe Stuttgart setzen die SOS-Mitarbeiter auf vierbeinige Hilfe. „Die Mädchen und Jungen lernen mit Hilfe der Trainerin die Sprache des Hundes, erfahren, was dem Tier gut tut und was nicht. Und die Kinder werden sofort ‚belohnt’ – mit Liebe, Freundschaft und Freude des Hundes. Dieses Erlebnis befähigt viele, auch zwischenmenschliche soziale Kompetenzen zu entwickeln und Beziehungen zu gestalten“, erklärt Rolf Huttelmaier von SOS-Kinderdorf. "Der Einsatz des Therapiehunde-Teams reicht vom Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs mit Hunden über Motivationsarbeit bis hin zur Unterstützung der Beziehungsfähigkeit eines Kindes. Viele Kinder sind in früheren Beziehungen sehr enttäuscht worden und haben große Mühe sich neu auf Beziehungen einzulassen. Über den Beziehungsaufbau zum Hund fassen Kinder wieder Vertrauen und Mut für neue Beziehungen. Nicht umsonst ist der Hund der älteste Freund und Begleiter des Menschen.", erklärt die ausgebildete Diplompädagogin und Jugendtherapeutin Martina Kübler, die gemeinsam mit der Hündin Cyra regelmäßig ins SOS-Kinderdorf Württemberg kommt.

Alfred Schuster, der Leiter des SOS-Kinderdorfes Oberpfalz hat gute Erfahrungen mit der Reittherapie gemacht. „Die Arbeit mit einem Pferd fordert körperlich, emotional, geistig und sozial. Das Gefühl des „Getragenwerdens“, die Wärme und Ruhe, die von einem Pferd ausgehen, sind wichtige Erfahrungen, die die Kinder im besten Fall auch in ihren Alltag übernehmen.“ Egal wo die Kinder herkommen, wie sie aussehen und was sie schon erleben mussten, von den Tieren fühlen sie sich angenommen.

Helfen Sie helfen!
Tiere können benachteiligten Kindern helfen, ihre Ängste abzubauen und motorische Defizite ausgleichen. Leider zahlen viele Krankenkassen die Tiertherapie nicht. Mit einer Spende helfen Sie konkret, Tiertherapien in den deutschen SOS-Kinderdorfeinrichtungen zu finanzieren. Vielen Dank!