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Südafrika
Die Republik Südafrika gehört zu den wohlhabenderen Ländern Afrikas. Durch die Einführung der Apartheid durch die Buren im Jahr 1948 war das Land jahrelang international isoliert. Mit deren Abschaffung gewann Südafrika jedoch immer mehr an Attraktivität und entwickelte sich zu einem heute sehr beliebten Reiseland.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Südafrika:
- 8 SOS-Kinderdörfer
- 7 SOS-Kindergärten
- 6 SOS-Jugendeinrichtungen
- 1 SOS-Hermann-Gmeiner-Schule
- 1 SOS-Mütter- und Mitarbeiterausbildungszentrum
- 11 SOS-Sozialzentren mit AIDS-Outreach-Programm
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Hintergrund
1960 wurde die ANC-Partei Nelson Mandelas verboten. Nelson Mandela selbst 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Erst Anfang der 90er Jahre begann der damalige Staatspräsident Frederik de Klerk aufgrund des internationalen Drucks die Apartheid schrittweise abzuschaffen. 1990 wurde Nelson Mandela freigelassen und in den 1994 erfolgten Wahlen zum neuen Präsidenten gewählt. Ihm folgte von 1999 bis 2009 Thabo Mbeki, der im April 2009 von Jacob Zuma abgelöst wurde.
Südafrika hat über 50Millionen Einwohner, von denen annähernd 75 Prozent dem christlichen Glauben anhängen. 11 verschiedene Sprachen sind offiziell anerkannt. Englisch stellt hierbei lediglich einen Anteil von gut 8 Prozent dar.
Trotz der an sich wirtschaftlich guten Lage kämpft das Land mit enormen sozialen Problemen. Die Arbeitslosenquote liegt trotz großer Anstrengungen seitens der Regierung bei circa 24 Prozent. Besonders für Jugendliche ist es schwer, einen Arbeitsplatz zu finden. Die Kriminalitätsrate ist ausgesprochen hoch.
Wie auch in den meisten Ländern des südlichen Afrikas breitet sich AIDS immer weiter aus. Etwa 20 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren sind HIV-positiv.
Nachdem die SOS-Kinderdorf-Idee schon in einigen afrikanischen Ländern Fuß gefasst hatte, beschloss SOS-Kinderdorf International 1979, sich auch in Südafrika zu engagieren 1982 war es dann soweit – der südafrikanische SOS-Kinderdorf-Verein SOS Children’s Village Association of South Africa wurde ins Leben gerufen und am 11. Oktober 1984 vom Ministerium für „Coloured Affairs“ als gemeinnützige Organisation registriert. Von Anbeginn konnte sich SOS-Kinderdorf der Unterstützung prominenter Förderer, wie z.B. dem früheren Präsidenten Nelson Mandela und Erzbischof Desmond Tutu erfreuen.
SOS-Kinderdorf Kapstadt
Das SOS-Kinderdorf Cape Town ist das erste Kinderdorf, das außerhalb eines traditionell schwarzen bzw. farbigen Townships errichtet wurde. Es liegt in Thornton, einem ehemals nur von Weißen besiedelten Vorort von Kapstadt. Dieses SOS-Kinderdorf umfasst 15 Familienhäuser, die Platz für 150 Kinder bieten, einen SOS-Kindergarten für 75 Kinder, ein Gemeinschaftshaus und diverse Nebengebäude. Es konnte 1994 fertiggestellt werden. In 2002 wurde außerdem eine SOS-Jugendeinrichtung für die dem SOS-Kinderdorf entwachsenen Jugendlichen eröffnet.
Eine Besonderheit dieses vierten südafrikanischen SOS-Kinderdorfes ist, dass schwarze, farbige und weiße SOS-Kinderdorfmütter für Kinder aller Hautfarben sorgen. Das war bis 1993 aufgrund der Apartheidgesetze nicht möglich. Am 25. Mai 1996 wurde dieses SOS-Kinderdorf von Nelson Mandela, dem damaligen Präsidenten Südafrikas, offiziell eingeweiht.
Angeschlossen an das SOS-Kinderdorf ist ein SOS-Sozialzentrum, das von HIV/AIDS betroffenen Familien materielle, medizinische und schulische Unterstützung bietet sowie Beratungen und Aufklärungsarbeit leistet und bei Verselbständigungsinitiativen hilft.
SOS-Kinderdorf Pietermaritzburg
Mit dem Bau eines fünften SOS-Kinderdorfes wurde im November 1994 in Pietermaritzburg, Region Natal, in einem gemischtrassigen Mittelschicht-Vorort begonnen. Nach einer Bauzeit von 14 Monaten wurde das SOS-Kinderdorf im Februar 1996 fertiggestellt. In dieser Region gibt es einen erheblichen Mangel an Einrichtungen für Waisenkinder. Manche Kinder leben bis zu zwei Jahren auf der Geburtsstation der städtischen Krankenhäuser, weil es sonst keinen Platz für sie gibt. Dies führt zu erheblichen Problemen bei der Entwicklung der Kinder, weil sich dort niemand richtig mit ihnen beschäftigen kann.
Im Dezember 1992 entschlossen sich SOS-Mitarbeiter, Soforthilfemaßnahmen zu treffen: Das Natal-Nothilfeprogramm wurde entwickelt: in angemieteten Häusern fanden die jüngsten Waisenkinder aus den umliegenden Krankenhäusern ein neues Zuhause mit einer Mutter. Schon damals wurde der Entschluss gefasst, durch die Errichtung eines SOS-Kinderdorfes permanente Hilfe zu leisten.
Das SOS-Kinderdorf Pietermaritzburg besteht aus 13 Familienhäusern, die Platz für 130 Kinder bieten, einer Werkstatt, einer SOS-Jugendeinrichtung und einem SOS-Kindergarten für 125 Kinder. Die örtliche Grundschule kann von den Kindern zu Fuß erreicht werden.
2002 wurde ein SOS-Sozialzentrum eröffnet, das wie in Kapstadt auch Hilfe für von HIV/AIDS betroffenen Familien leistet.