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Christoph Biemann: "Neugierig muss man schon sein"
Seinen Nachnamen weiß eigentlich keiner, aber "Christoh mit dem grünen Pulli" kennt jedes Kind. Christoph Biemann erklärt seit 40 Jahren in der "Sendung mit der Maus", was Kinder interessiert. Viele, viele Fragen kommen per Post oder inzwischen per Mail. Und er darf dann überall hinfahren, schauen, wie große Produktionsmaschinen funktionieren oder spannende Dinge ausprobieren. Bei seinem Besuch im SOS-Kinderdorf Saar verriet er, was sich über die Jahre verändert hat und was das Erfolgsgeheimnis der Maus ist.
Herr Biemann, was ist das Spannende, das Faszinierende während der Arbeit für die Sendung mit der Maus?
Christoph Biemann: Es sind teilweise schon die Herausforderungen, die Themen an denen man lange arbeitet. Wir haben z.B. einen Film über Misteln gemacht, da mussten wir über das komplette Jahr den Verlauf der Natur beobachten und filmen. Oder wir haben vier Jahre an einem Film über Glühwürmchen gedreht. Dabei muss man an ganz viel denken. Wenn man da mittendrin ist, ist das schon auch anstrengend, aber wenn man das Endergebnis sieht, freut man sich natürlich.
Welche Eigenschaften brauchen Sie besonders für ihre Arbeit?
Christoph Biemann: Neugierig muss man schon sein. Und es ist erstaunlich, dass es immer wieder so viel Neues gibt. Außerdem muss man alles erstmal selbst verstehen, um es dann vereinfachen und verständlich erklären zu können. Wir erklären auch viel an Beispielen, aber dafür muss man etwas erst richtig verstehen. Und das ist nicht immer so einfach.
Was ist das Schönste, was motiviert Sie bei der Arbeit?
Christoph Biemann: Das Feedback der Kinder und auch der Eltern ist einfach phänomenal. Wer so viel Lob bekommt wie wir, dem macht die Arbeit natürlich enorm viel Spaß. Wir merken auch immer wieder, dass es sich lohnt bei den Sendungen so ins Detail zu gehen, teils so lange an den Filmen zu arbeiten. Es gibt immer wieder neue Projekte, die eine neue Welt öffnen.
Was ist Ihrer Meinung das Erfolgsrezept der Sendung mit der Maus?
Christoph Biemann: Wir nehmen uns zum einen ganz verschiedene Themen vor. Wir greifen auch alte Themen auf und arbeiten sie aktuell auf. Aber wir können durch die viele Zuschauerpost ganz nah an den Kindern sein. Wir wissen, was sie interessiert. Es ist uns ganz wichtig, immer nur die Informationen zu vermitteln, ohne vorzuschreiben oder eine politische Position zu beziehen. Die Kinder sollen offen lernen und dann selbst entscheiden, was sie gut oder schlecht finden. Und wir machen es mit großem Engagement. Viele der heutigen Eltern haben als Kinder schon die Maus geschaut und lassen ihre Kinder die Sendung heute dann auch sehen, weil sie wissen, dass das kindgerecht ist.
Können Sie uns ganz exklusiv ein, zwei Themen verraten, die erst nächstes Jahr gesendet werden?
Christoph Biemann: Also es wird beispielsweise eine Sendung geben warum ein Ei beim Kochen hart wird, eine Kartoffel aber weich. Dann machen wir was zum Lotuseffekt bei Wandfarben. Wir gehen der Frage nach, woher Möhren im Winter kommen und warum Windräder immer drei Flügel haben und nicht mehr.