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Ein Neuanfang in der Mädchen-WG

Die SOS-Jugendhilfen helfen beim Schritt in die Selbstständigkeit

Ein Mädchen sitzt auf einem Skateboard Auf den ersten Blick sind Sabrina, Charlotte und Sandra Mädchen wie alle anderen: Sie lieben Pferde, sitzen gerne beisammen und quatschen. Ihr Alltag unterscheidet sich allerdings deutlich von dem Gleichaltriger. Denn die drei Mädchen wachsen nicht in "ganz normalen" Familien auf. Sie haben in der Vergangenheit bittere Erfahrungen machen müssen und leben nun in der Mädchen-Wohngemeinschaft in Brinkum, einer Einrichtung des SOS-Kinderdorf-Vereins.

Rund-um-die-Uhr-Betreuung

Die Wohngemeinschaft in der Kiebitzstrasse besteht seit mehr als 30 Jahren. Seit 1992 nimmt sie ausschließlich Mädchen ab 13 Jahren auf. Viele von ihnen haben sexuelle, psychische oder körperliche Gewalt erfahren und oft bereits mehrere Hilfestationen durchlaufen. Wer in der SOS-Wohngemeinschaft aufgenommen wird, hat Chancen ganz neu anzufangen. In zwei miteinander verbundenen Reihenhäusern finden durch fünf Pädagoginnen sechs Mädchen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Stationäre und ambulante Hilfe

Essen in WG

Drei weitere Mädchen, die den Weg in die Selbständigkeit bereits fast geschafft haben und nur noch gelegentlich Betreuung brauchen, sind in einem angrenzenden Apartment untergebracht, wo sie tagsüber stundenweise von zwei Pädagoginnen betreut werden. Durchschnittlich verbringen die Jugendlichen eineinhalb bis zwei Jahre in der Wohngemeinschaft. Mit Fachleuten werden Traumatisierungsfolgen aufgearbeitet, die Vergangenheit verarbeitet. Gleichzeitig lernen die Mädchen für sich selbst zu sorgen und auf eigenen Beinen zu stehen. Der Erfolg der Wohngemeinschaft misst sich laut Abteilungsleiterin Brigitte Gottspenn daran, "inwieweit es den Mädchen gelingt, sich eine eigene Identität zu schaffen und sich in die Gemeinschaft zu integrieren."

Aussöhnung und Ablösung

Anti_Aggression Die familiären Probleme und Bindungen spielen bei der Bewältigung der Vergangenheit und dem Start in ein selbständiges Leben eine wichtige Rolle. "Uns geht es darum, dass sich die Mädchen mit den Familien aussöhnen und gleichzeitig ein Stück Ablösung schaffen.", erklärt eine pädagogische Mitarbeiterin. "Überwiegend kommt der Kontakt wieder in Gange. In einigen Härtefällen ist jedoch der Schutz der Mädchen zunächst das wichtigste Anliegen."

Die Mädchen-Wohngemeinschaft ist den

SOS-Kinder- und Jugendhilfen Bremen-Diepholz-Verden

angegliedert. Mit einer Patenschaft oder einer Spende helfen Sie, Jugendlichen eine neue Perspektive zu geben.

Wir danken dem Archiv des Delmenhorster Kreisblatts und Redakteur Thomas Breuer für die Unterstützung