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SOS-Dorfgemeinschaften
Aus Kindern werden Leute – das gilt für Menschen mit Behinderung ebenso wie für jeden anderen. Von den Eltern liebevoll umsorgt und gefördert, kommt irgendwann auch für Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung der Punkt, wo sie sich von den Eltern abnabeln und ein selbstständigeres Leben führen möchten.
Fördern und Fordern
In der SOS-Dorfgemeinschaft leben und arbeiten die Behinderten in einer starken Gemeinschaft. Bis zu acht Betreute wohnen mit einem Hauselternpaar in einer Hausgemeinschaft zusammen. Diese ist so gestaltet, dass jedes Mitglied sowohl Privatsphäre hat als auch Geborgenheit genießt und bestimmte Aufgaben übernimmt. Die überschaubaren Strukturen der SOS-Dorfgemeinschaften ermöglichen es den Bewohnern, in unterschiedliche Lebens- und Beschäftigungsbereiche hineinzuwachsen. So entdecken sie nach und nach, in welchem Bereich sie sich am besten entfalten und sich ganz und gar zugehörig fühlen können.
Kunst und Kultur
Alle drei SOS-Dorfgemeinschaften sind zertifizierte Ökobetriebe, die Lebensmittel produzieren und handwerkliche Produkte in den dorfeigenen Werkstätten herstellen. Die Arbeitsbereiche für die Betreuten reichen von der Landwirtschaft über handwerkliche Tätigkeiten bis zur Arbeit im dorfeigenen Laden. Das musisch-künstlerische Erleben und Gestalten ist ein wichtiger Bestandteil im Leben der Dorfbewohner. Regelmäßige Aufführungen selbst erarbeiteter Musik- oder Theaterstücke gehören ebenso zum Dorfleben dazu wie die Auftritte externer Künstler. Diese Veranstaltungen werden auch von den Nachbarn der Dorfgemeinschaft rege besucht und erleichtern es, nachbarschaftliches Interesse in Aktivität umzusetzen und Kontakte zu knüpfen.