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Einen Familienweg bauen

Familie tobt im Bett / Clipart Die Menschen in unserer Zeit werden auf vieles vorbereitet: Vor dem Auto fahren macht man den Führerschein, vor dem Beruf steht die Ausbildung. Anders bei der Kindererziehung: Hier helfen nur Erfahrungen in der eigenen Familie oder die Orientierung mit Hilfe von Büchern oder gutgemeinten Erziehungstipps von Freunden und Nachbarn. So vorbereitet, springen die meisten Paare eigentlich ins "kalte Wasser" und merken sehr bald, dass Kinder erziehen absolut nicht kinderleicht ist.

Viele Tipps und Tricks, die man gelesen oder gehört hat, funktionieren beim eigenen Kind einfach nicht. Hier erwacht bei den Eltern spätestens die Erkenntnis, dass Erziehung ein persönlicher Weg der Eltern ist, welchen sie mit ihren Ideen, Erziehungsvorstellungen und Erwartungen selbst bauen müssen. Sicherlich wird die Ausgestaltung und die Richtung dieses Weges von den familiären Gegebenheiten, dem Kind selbst, dem gesellschaftlichen Umfeld und der Persönlichkeit der Eltern, besonders deren Stärken und Talenten abhängen.

Wenn die Wegbegrenzungen beider Elternteile in die gleiche Richtung gehen und parallel zueinander verlaufen, hat das Kind Sicherheit und Orientierung. Ein grundlegendes Bedürfnis des Kindes ist damit erfüllt, es hat Spielraum auf dem Weg, aber es weiß auch, wo die Grenzen sind. Dies verlangt von den Eltern, immer wieder im Gespräch nach Lösungen zu suchen und Absprachen zu treffen. Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit Tochter oder Sohn sollten Eltern nicht im Beisein des Kindes klären, sondern in einer ruhigen Minute. Der zeitliche Abstand ermöglicht oft bessere Lösungen. Viele Entscheidungen müssen spontan und sofort in bestimmten Situationen getroffen werden. Vertrauen Sie ihrem Gefühl und Sie werden im Umgang mit Ihrem Kind merken, was Erfolg hat und was nicht.

Alle Eltern machen Fehler, und es gibt keine Familie, die nicht irgendwelche kleineren und größeren Probleme hat. Keiner sollte glauben, dass es bei anderen Familien besser läuft, weil diese nicht das gleiche Problem haben. Diese haben dafür andere Sorgen. Übrigens sind Fehler im Umgang mit dem eigenen Nachwuchs durchaus erlaubt. Daraus können Kinder lernen, dass Eltern auch nur Menschen sind. Kinder fordern heraus und wollen ernst genommen werden. Sie brauchen viel Zeit und das kostet Energie. Je jünger die Kinder sind, desto mehr Aufsicht und persönliche Betreuung brauchen sie. Wichtig ist auch hier, mit den eigenen Kraftreserven gut umzugehen. Jeder EIternteil ist selbst dafür verantwortlich seine Energietanks wieder aufzufüllen. Das Angebot der Nachbarschaftshilfe oder der Betreuung durch Großeltern sollten Eltern durchaus annehmen. Freiräume als Eltern und als Paar sind eben sehr wichtig.

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder, vergessen dabei manchmal sich selbst und erwarten oft zu viel Dankbarkeit von den Kindern. Mama und Papa sollten daher eher mal auf eine weitere Fahrt zur nächsten Kinderveranstaltung verzichten und dafür den Alltag so planen, dass sie sich selbst in ihrer "Haut" wohl fühlen - dann geht es auch den Kindern gut.

von Elke Huber