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Der Umgang mit der Medienflut

Zwei Kinder am PC -  Foto: Jacek Chabraszewski - Fotolia Familienleben in den Zeiten von Teletubbies, Pokémons und Chatrooms

Eltern sind meist noch in Zeiten aufgewachsen, in denen die öffentlichen Sender für Unterhaltung und Information am Bildschirm sorgten. In der Zwischenzeit haben nicht nur eine Unzahl neuer Sender sondern auch Video, Spielkonsole, Computer und Internet Einzug gehalten. Die Teletubbies sollen schon die Kleinsten ansprechen, die Jagd auf die Pokémons führen Grundschüler an der Playstation und im Fernsehen, Jugendliche unterhalten sich in Chatrooms mit virtuellen Freunden. Von Eltern wird ganz selbstverständlich erwartet, dass sie mit einer Vielfalt, die sie als Kinder noch nicht einmal ahnen konnten, umgehen können. Und sie sollen den Nachwuchs den Umgang damit lehren können.

Ein neues Zauberwort macht die Runde: Medienkompetenz ist den Kindern zu vermitteln und natürlich wird von den Eltern dabei die Hauptarbeit erwartet. Kein Wunder, wenn sich Väter und Mütter angesichts dieser Entwicklung allein gelassen fühlen und entnervt abwinken, wenn das Thema Medien angesprochen wird. Die Kinder begreifen die Technik der neuen Medien oft schneller als Erwachsene und übernehmen auf diesem Gebiet manchmal sogar die Führung in der Familie. Dabei gibt es keinen Zweifel daran, dass Eltern einiges tun können, um ihren Kindern zu helfen, mit der immer stärker werdenden Flut an Bildern und Tönen klar zu kommen. Wenn es allen Beteiligten gelingt aus dieser Flut das auszuwählen, was man für die Unterhaltung und Information braucht, ist der wichtigste Schritt zur Medienkompetenz schon getan. Eltern sind keineswegs hilflos. Sie können auch bei den neuen Medien von ihrer Lebenserfahrung Gebrauch machen und die sagt, dass Zeit vor dem Bildschirm für andere Aktivitäten nicht mehr zur Verfügung steht.

Da Machtkämpfe aber oft schnell zu Hilflosigkeit führen, hier einige Vorschläge zum Umgang mit den neuen Medien:

  • Im Gespräch bleiben
    Interessieren Sie sich dafür, was sich Ihre Kinder ansehen. zuerst werden Sie dabei das Zuhören üben müssen. Auch wenn es dann manchmal vielleicht fast beunruhigend ist, was den Nachwuchs fasziniert, interessant ist es allemal. Lassen Sie Ihre Kinder dann begründen, was Ihnen an den Filmen so gefällt. Das hilft Sinn und Unsinn zu überdenken und Urteilsvermögen zu entwickeln.
  • Für gemeinsame Erlebnisse sorgen
    Eine gemeinsam ausgewählte Sendung, über die dann auch noch gesprochen wird, kann das Familienleben bereichern. Viele der neuen Computerspiele (z.B. Indiana Jones, Age of Empires) eignen sich hervorragend um an einem verregneten Sonntag gemeinsam Abenteuer zu bestehen. Teamgeist ist dabei gute Voraussetzung schneller ans Ziel zu kommen. Natürlich wird die Zusammenarbeit vor dem Bildschirm nicht gleich auf Anhieb klappen. Einen Versuch ist es aber sicher wert.
  • Kreativ bleiben
    Wie wäre es denn einmal mit einem Videofilm über die eigene Familie? Oder mit einem Krimi in der Wohnung? Schon das gemeinsame Sammeln von Ideen und der Entwurf für das Drehbuch kann ein tolles Erlebnis werden. Mit etwas Glück entsteht ein Film, der auch noch nach Jahren für Spaß sorgt.
  • Grenzen setzen
    Beginnen Sie ruhig einmal über Ihren eigenen Medienkonsum nachzudenken. Wer selber nur noch vor dem Bildschirm entspannen kann, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kinder in seine Fußstapfen treten. Wie schon gesagt: Zeit, die vor dem Bildschirm verbraucht wird, steht für andere Aktivitäten nicht mehr zur Verfügung. Und wenn sie sich selbst Grenzen setzen, um Platz für Spiel, Freunde, Bewegung und echte Erlebnisse zu haben, können Sie dies bei Ihren Kindern auch besser begründen. Besprechen Sie doch einmal mit der Familie, was Sie tun würden, wenn die Bildschirme eine Woche ausfallen?! Bewährt hat sich, das Programm mit Hilfe einer Fernsehzeitung für eine Woche im voraus festzulegen. Dabei sollte sich jedes Familienmitglied für eine Sendung pro Tag entscheiden. So wird gelernt, aus den Sendungen die wirklich wichtigste auszuwählen. Besonders mutige Familien entscheiden sich für einen oder zwei medienfreie Tage. Damit kommen auch andere Aktivitäten zu ihrem Recht.

Medienerziehung in der Familie bedeutet eine ständige Auseinandersetzung, bei der Generationen enorm von einander lernen können, wenn es gelingt, im Gespräch zu bleiben und andere Interessen zu pflegen.

Von B. Kammerer