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Simbabwe
Simbabwe, das ehemalige Rhodesien, liegt im Südosten Afrikas, eingegrenzt von Sambia im Norden, Südafrika im Süden, Botswana im Westen und Mosambik im Osten. Es umfasst eine Fläche von 390.757 km². Hauptstadt des Landes ist Harare.
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Simbabwe:
- 3 SOS-Kinderdörfer
- 3 SOS-Kindergärten
- 3 SOS-Jugendeinrichtungen
- 5 SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen
- 1 SOS-Berufsausbildungszentrum
- 7 SOS-Sozialzentren
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Hintergrund
Etwa 50 Prozent der 10 Millionen Einwohner hängen dem christlichen Glauben an, 40 Prozent fühlen sich animistischen Religionen zugehörig. Offizielle Landessprachen sind Englisch, Shona und Ndebele.
1895 unter dem Namen Südrhodesien durch die Briten gegründet, erlangte das Land erst 1980 seine vollständige Unabhängigkeit zurück. Präsident Robert Mugabe wurde in den ersten Wahlen 1980 mit 63 Prozent zum Ministerpräsidenten gewählt. Seit 1987 ist er zugleich Staats- und Regierungschef. Mugabes Amtszeit lief 2008 aus, bei den Präsidentschaftswahlen im März 2008 kandidierte er jedoch erneut für eine sechste Amtszeit. Die Wahl, bei der kaum unabhängige Beobachter zugelassen wurden, stand auch im internationalen Blickfeld, da mit einem Wahlsieg der Opposition gerechnet wurde. Laut den offiziellen Wahlergebnissen konnte keiner der beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangen. Im Januar 2009 einigten sich die verfeindeten Politiker Mugabe und Oppositionsführer Tsvangirai auf eine Machtteilung.
Die Bilanz der 28jährigen Amtszeit Mugabes sieht düster aus: Die bis 1990 sozialistisch-planwirtschaftlich orientierte Wirtschaft ist durch jahrelange Korruption und Vetternwirtschaft ruiniert, die Infrastruktur weitgehend zerstört. Die Umstellung auf eine marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaft erfolgte nur rudimentär. Mit dem Wegfall des Simbabwe-Dollars und der Umstellung auf US-Dollar und südafrikanischen Rand als Zahlungsmittel konnte die Hyperinflation in Griff bekommen werden.
Generell hat sich die Lage in Simbabwe mit Antritt der neuen Koalitionsregierung leicht verbessert. Dennoch bleibt es ernst. Rund 90 Prozent der Einwohner Simbabwes sind arbeitslos, der Großteil der Bevölkerung lebt in Armut. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Simbabwe ist jünger als 20 Jahre. Die Situation in den Schulen und Universitäten ist angesichts chronischer Finanzschwierigkeiten und fehlender Lehrmittel nach wie vor schwierig. Gerade für die Schulabgänger stellt die hohe Arbeitslosigkeit ein großes Problem dar. 300.000 junge Leute verlassen jährlich die Schulen und finden keine Arbeit. Auf lange Sicht stellt die Perspektivlosigkeit der Jugend die Gesellschaft vor große Probleme. Massenweise kehren die Menschen ihrer Heimat den Rücken zu und suchen in Südafrika eine bessere Zukunft.
Ein zusätzliches Problem stellt die große Zahl der HIV-Infizierten dar. Simbabwe ist das Land mit der vermutlich weltweit höchsten AIDS-Rate. Offiziellen Schätzungen zufolge liegt diese bei 25 Prozent der Bevölkerung. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist dramatisch gesunken. Die Zahl der daraus resultierenden AIDS-Waisen wird auf 1,6 Millionen geschätzt.
Seit 1981 ist SOS-Kinderdorf in Simbabwe aktiv, seit 1983 als selbständiger nationaler Verein, der mit eigenen Aktivitäten und Aktionen Spenden für die SOS-Kinderdorfarbeit in Simbabwe sammelt.
SOS-Kinderdorf Bulawayo
Das 1995 in Betrieb genommene SOS-Kinderdorf Bulawayo, ca. 4 km von der gleichnamigen Stadt entfernt gelegen, besteht aus 15 Familienhäusern, einem Dorfleiterhaus, einem Verwaltungsgebäude, einer Mehrzweckhalle und Personalwohnhäusern und bietet Heimat für 180 Mädchen und Jungen. Angeschlossen an das Kinderdorf befindet sich ein 5-gruppiger SOS-Kindergarten, der auch den Kindern aus der Nachbarschaft offen steht. Anfang 2000 wurde eine Jugendeinrichtungen für 80 Jungen und Mädchen ins Leben gerufen.
Tradition und Kultur werden von der SOS-Kinderdorfmutter an ihre Kinder weitergegeben. So ist es in der simbabwischen Kultur zum Beispiel wichtig, zu einem Clan und einer Ahnenreihe zu gehören. Damit sich auch die Mädchen und Jungen, die in die SOS-Kinderdörfer kommen, als Teil einer Großfamilie begreifen, erhalten viele das Totem – das Clan-Symbol – ihrer Kinderdorfmutter.
Hermann-Gmeiner-Grundschule Bulawayo
Gleichzeitig mit dem Kinderdorf wurde eine Hermann-Gmeiner-Grundschule mit 23 Klassenräumen für die Schulstufen eins bis sieben errichtet. Mittlerweile besuchen an die 800 Schüler diese Schule.
SOS-Sozialzentrum Bulawayo
2003 wurde außerdem ein SOS-Sozialzentrum eröffnet, das bis zu 2000 Kinder und deren Familien helfen kann. Das SOS-Sozialzentrum hilft mit Kleidung und Nahrungsmitteln, gewährt finanzielle Hilfe bei Schulgebühren und bietet eine medizinische Grundversorgung sowie psychosoziale Unterstützung für HIV/AIDS betroffene Familien an.