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The Swedish are coming

Wie erziehe ich meine Kinder richtig, soll ich Ihnen Freund sein oder Vorbild und ist es okay, wenn meine Kinder mich mal nicht mögen? Das Stichwort „Erziehungsratgeber“ bringt bei der Internetsuche locker über eine Million Treffer, und auch bei der Suche in der Kategorie Bücher beim Internet-Händler ihrer Wahl sollten es immer noch mehrere 1000 sein. Die Frage nach der richtigen Erziehung ist eine Frage, die heute jeden bewegt.

Manfred Thurau (1.v.l.), Peter Schrader und Frank Untiedt (3.u.4.v.l.) mit den Kollegen aus Schweden im SOS-Kinderdorf Harksheide Dies dürfte mit ein Grund für die Nachfrage und den Erfolg sein, mit dem der SOS-Hilfeverbund Hamburg sein „Coaching für Eltern“ als besondere Form der sozialpädagogischen Familienhilfe seit 2007 durchführt. Elterliche Präsenz, wachsame Sorge und auch gewaltfreier Widerstand sind Stichworte dieses Programms, welches sich auf die Erkenntnisse des Psychologen Haim Omer gründet. Es geht darum, den Eltern ihre natürliche Intuition und Autorität zurück zu geben und ihnen die resignative Verwirrung zu nehmen, welche Erziehungshaltung denn bitte die Beste und Richtige ist.

Der Fachtag: Ein voller Erfolg

Da diese Fragen auch professionelle Helfer bewegen, führte der SOS-Hilfeverbund Hamburg im vergangenen Jahr mit großer Resonanz einen Fachtag mit dem Thema „Ich bin da und bleibe da – Die „neue Autorität“ in Elterhaus, Schule und Öffentlichkeit“ durch, zu dem man Haim Omer selbst als Referenten gewinnen konnte. Auf der Tagung entstanden Kontakte aus denen ein fachlicher Austausch über Grenzen hinweg wurde, der jetzt zu einem Besuch von 11 Kollegen aus dem Jugendamt der Stadt Göteborg in Hamburg führte. Dort arbeitet man nach dem Konzept von Haim Omer mit verhaltensauffälligen, nicht beschulbaren Kindern und deren Eltern mit dem Ziel, die Kinder wieder für die Regelschule fit zu bekommen. Die Gruppe um Paul Johansson wollte sich erläutern lassen, wie die Arbeitsansätze der Hamburger Kollegen aussehen und das Konzept hier praktisch umgesetzt wird. Dieser schwedisch-deutschen Zusammenarbeit kommt auch von daher besondere Bedeutung zu, weil die Schweden die Koordinatoren eines EU-Projektes zu dem Thema sind, um dessen Teilnahme sich auch der Hilfeverbund Hamburg beworben hat.

Kontakte in Europa

Sollte es zur Teilnahme an diesem Projekt kommen, stehen weitere Kontakte mit anderen europäischen Kollegen an. Darüber wird sich dann auch Manfred Thurau aus dem SOS-Kinderdorf Harksheide ganz besonders freuen, der die Kollegen aus Hamburg mit ihren schwedischen Besuchern zu seiner ersten Dorfführung in englischer Sprache begrüßen durfte. Da es in Schweden kein SOS-Kinderdorf gibt, wollte man sich die Gelegenheit, eines mal persönlich kennenzulernen, auf keinen Fall entgehen lassen. Die Führung war ein großer Erfolg. Erstens weil man vorher kein konkretes Bild hatte, was so ein Kinderdorf tatsächlich bietet und leistet, und zweitens, weil man feststellen konnte wie leicht es sein kann, fehlende englische Vokabeln zu finden, wenn 15 Leute sich gemeinsam etwas Mühe geben!

Der Hamburger weiß, was er skandinavischen Gästen schuldig ist, weshalb der fachliche Austausch am letzten Abend durch ein streng hanseatisches, kulturelles Rahmenprogramm abgerundet wurde, unter anderem mit einem Besuch der Eurovisions-Party auf der Reeperbahn. Das abschließende Fazit fiel einstimmig aus: informativ, erhellend, anregend - sollte unbedingt fortgesetzt werden.