Ruanda

Ein Junge lächelt und streckt dabei seine Zunge in die Kamera und eine Frau hält ein kleines Kind auf dem Arm Die in Ost-Zentralafrika gelegene Republik Ruanda ist mit nur 26.340 km² das kleinste Land Afrikas. Hauptstadt des Landes ist Kigali in der ca. 1 Mio. Einwohner leben. Die knapp 10 Millionen zählende Bevölkerung setzt sich zu 85 Prozent aus Hutus und etwa 14 Prozent aus Tutsis zusammen. Offizielle Landessprachen sind Kinyarwanda sowie Englisch und Französisch. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind christlichen Glaubens.

SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Ruanda:

  • 4 SOS-Kinderdörfer
  • 3 SOS-Jugendeinrichtungen
  • 4 SOS-Kindergärten
  • 4 SOS-Schulen
  • 3 SOS-medizinische Zentren
  • 2 SOS-Berufsausbildungszentren
  • 4 SOS-Sozialzentren

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Hintergrund

Ruanda ist eines der ärmsten Länder der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Analphabetenrate liegt bei den Erwachsenen bei 35 Prozent. Zwar ist die Einschulungsrate an den Grundschulen mit 95 Prozent sehr hoch, lediglich 10 Prozent der Schüler besuchen jedoch danach auch noch eine weiterführende Schule.

1990 und 1994 brach in Ruanda Bürgerkrieg aus. Als Angehörige des Volkes der Hutu im April 1994 gegen Tutsi und oppositionelle Hutu vorgingen, wurden Schätzungen zufolge etwa eine Million Menschen innerhalb weniger Wochen brutal getötet. Auch die SOS-Kinderdörfer waren betroffen. Mitarbeiter und Kinder flohen teilweise ins benachbarte Ausland – einige kamen ums Leben. Die Schäden an den Gebäuden konnten repariert werden, viele Kinder wurden jedoch durch die Erlebnisse schwer traumatisiert. Die Erlebnisse des Genozids prägen das Leben in Ruanda bis heute.

In Ruanda begann die Kinderdorfarbeit schon 1978 mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in Kigali und des zweiten 1992 in Gikongoro– nach dem Ende des zweiten Bürgerkrieges kümmerte sich SOS-Kinderdorf besonders um die vielen Waisenkinder im Lande. Nachdem die Situation im Lande sich 1995 wieder stabilisiert hatte, wurde aufgrund des großen Bedarfs der Bau des dritten SOS-Kinderdorfes sowie diverser Zusatzeinrichtungen in Byumba beschlossen. So konnte zusätzlicher Platz für 250 Mädchen und Jungen in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf geschaffen werden. Im Frühjahr 2011 wurde im Osten des Landes das vierte SOS-Kinderdorf Kayonza errichtet. Der SOS-Kinderdorf e.V. engagiert sich seit 1986 mit diversen Einrichtungen.

SOS-Jugenddorf Kigali

Seit 1986 ist das Jugenddorf Kigali am Rande des Kinderdorfes in Betrieb. Es besteht aus 2 Häusern für männliche Jugendliche sowie drei Häusern für Mädchen. Hier werden die Jugendlichen, begleitet von einem Betreuer, allmählich darauf vorbereitet, ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben zu führen.

SOS-Medizinisches Zentrum Byumba

In Byumba wurde 1998 ein medizinisches Zentrum gebaut. Es besteht aus einem Laborraum, einer Apotheke, einem Behandlungszimmer und einem Krankenzimmer. Es können dort pädiatrische Krankheiten behandelt sowie einfache operative Eingriffe und Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

SOS-Berufsausbildungszentrum Kigali

Aufgrund des geringen Angebots an Ausbildungsplätzen wurde in 2004 am Standort Kigali mit dem Bau eines SOS-Berufsausbildungszentrums begonnen. Die technische Schule bietet Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufssparten und hat eine Kapazität von 110 Auszubildenden. Das SOS-Berufsausbildungszentrum besteht aus Lehrwerkstätten, Labors, einem Speisesaal, einem Verwaltungsgebäude und einem Sportplatz. An das Zentrum angeschlossen ist auch ein Internat für Schüler, die aus den Nachbarländern kommen.

Derzeit werden folgende Ausbildungsbereiche angeboten: Schreinerei, Buchführung, Informatik und Elektroinstallation. Außerdem sind allgemeinbildende Kurse in die Ausbildung integriert. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Der Ausbildungsbeginn erfolgte im Januar 2005.

Angesichts der enormen Nachfrage wurde das Berufsausbildungszentrum in den Jahren 2010/2011 um mehrere Klassenzimmer, zwei Werkstätten und ein Mädchenwohnheim erweitert.

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