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Momente der Freude
„Wenn ich nach Jahren eine Mutter treffe, die mir erzählt, wie sehr ihr das Mütterzentrum bei ihrem Weiterkommen geholfen hat, oder wenn eine der vielen gemeinsamen Aktionen durchgeführt wird, wo das Engagement und die Begeisterung der Mitarbeiter und der Teilnehmer fast greifbar ist, das sind so Momente, in denen ich mich richtig freue“, erzählt Erika Rupp.
Erika Rupp arbeitet seit 22 Jahren im SOS-Mütterzentrum im Münchener Stadtteil Neuaubing, seit 19 Jahren als Leiterin. Kennengelernt hat sie das Zentrum bei einem Flohmarkt, den sie mit ihrem damals acht Monate alten Sohn besuchte. Dabei hat Erika Rupp die Angebote des Mütterzentrums entdeckt, zunächst als Kursteilnehmerin, später durch stundenweise Mitarbeit und schließlich durch die Leitung einer Mutter-Kind-Gruppe.
Was bewog sie, die Gesamtleitung zu übernehmen?
Erika Rupp: „Zum einen habe ich aus eigener Erfahrung den Bedarf von Familien gekannt. Viele junge Mütter leben in der Großstadt sehr isoliert und brauchen Angebote, die auf ihre Situation zugeschnitten sind. Zum anderen haben mich natürlich die Beteiligungsmöglichkeiten und die Ausbaufähigkeit des Zentrums gereizt.“
Beispielsweise hat sich das Mütterzentrum über die Jahre zu einem Mütter- und Kindertageszentrum weiterentwickelt. Waren es Anfangs noch Hausaufgabenbetreuung und später eine Tagesbetreuung mit 30 Plätzen, sind es heute 77 Kinder, die in den verschiedenen Angeboten täglich betreut werden und darüber hinaus sind es noch mindestens 20 Kinder die mit ihren Müttern oder Vätern, manchmal auch den Großeltern die offenen Angebote des Hauses nutzen.
Der Armut entgegenwirken, vor Ausgrenzung schützen
Erika Rupp und ihrem Team ist es ein großes Anliegen, die Vielfalt zu fördern, damit das Mütterzentrum für Menschen jeglicher Herkunft und für jede Altersgruppe attraktiv ist. „Es ist überall bekannt, dass wir hier für alle Menschen offen sind, auch für jene, die es nicht so leicht haben“, erzählt Erika Rupp.
Unsere Einrichtungen wird von Familien aus den unterschiedlichsten Ländern besucht, viele von Ihnen haben Ausgrenzung am eigenen Leib erlebt, hier spüren sie dass sie dazugehören und erwünscht sind. Viele Angebote entstehen aus dem Bedarf heraus. So zum Beispiel ist der Secondhand-Laden, der anfangs nur tageweise geöffnet hatte, heute ein fester Bestandteil des täglichen Angebots. Hier finden Familien preisgünstige Kleidung, Spielsachen und Bücher. Und die monatlich stattfindenden Märkte sind ein richtiger Besuchermagnet geworden.
Zu den jüngsten Angeboten des SOS-Mütterzentrums gehört das Coaching für den Berufseinstieg. „Viele Mütter wollen nach langer Kinderpause eine Arbeit aufnehmen und brauchen bei den Bewerbungen Unterstützung, ebenso bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes“, so die Einrichtungsleiterin. Einige von ihnen waren noch nie berufstätig, andere haben keine, bzw. keine in Deutschland anerkannte Ausbildung. Andere Angebote, wie das wöchentliche Töpfern, bestehen schon seit der Gründung des Mütterzentrums und werden weiterhin gerne von den Besucherinnen angenommen.Kinder fördern, Familien unterstützen
„Das sehen wir als unsere Daueraufgabe“, erzählt die Einrichtungsleiterin, pädagogische und psychologische Fachkräfte sowie Praxisexpertinnen setzen sich täglich dafür ein. „Unterstützt werden sie dabei von Frauen und Männern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für sich und ihre Kinder einen lebenswerten Platz zu schaffen. Wer sich und seine Ideen einbringen möchte, ist bei uns immer willkommen.“
Der erste Kontakt zum Mütterzentrum findet fast immer über den Offenen Treff, der Kaffeestube der Einrichtung, statt. „Die Bekanntschaften, die hier gemacht werden, gehen über normale Spielplatzbekanntschaften hinaus, das Interesse aneinander ist größer und es finden tiefer gehende Gespräche statt“, weiß Erika Rupp. Manchmal entstehen dabei auch Freundschaften fürs Leben: Eine der Müttergruppen, die sich vor zwölf Jahren gründete, trifft sich noch heute regelmäßig einmal in der Woche in der Kaffeestube.
Damit die vielfältigen Angebote leichter umgesetzt werden können, hat das SOS-Kinder- und Müttertageszentrum weitere Räume im 1. Stock angemietet. „Deren Umbau und Gestaltung für eine optimale Nutzung, steht gerade als wichtiges Projekt an“, so Erika Rupp.
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