Nazan Eckes: "Ich möchte mein Glück einfach weitergeben"

SOS-Botschafterin Nazan Eckes

Nazan Eckes moderierte die Veranstaltung zum 60-jährigen SOS-Kinderdorf-Bestehen mit viel Charme

Nazan Eckes gehört zu den gefragtesten Moderatorinnen Deutschlands. Seit 2014 ist sie Mutter eines Sohnes. Dabei hat sie schnell festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, die vielen Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Zum Glück kann sie sich immer auf ihre Familie verlassen, die sie im Alltag unterstützt. Die schöne Moderatorin weiß, wie wichtig es ist, eine liebevolle Familie mit Eltern und Geschwistern zu haben, die sich gegenseitig unterstützen. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen jemanden, der für sie da ist und ihnen Halt gibt.

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Nazan Eckes zu Gast im SOS-Kinderdorf Düsseldorf

Als SOS-Botschafterin setzt sich Nazan Eckes dafür ein, dass Kinder in Geborgenheit aufwachsen und den Bildungsweg einschlagen können. Dabei liegt ihr das SOS-Kinderdorf Düsseldorf besonders am Herzen, mit dem sie gemeinsam direkt vor ihrer Haustür etwas bewegen kann. In einem Gespräch hat uns Nazan erzählt, wie es für sie war, multikulturell aufzuwachsen, und warum sie sich als SOS-Botschafterin engagiert.

Du bist eine erfolgreiche Moderatorin. Hattest Du schon als Kind von einer Fernsehkarriere geträumt?
Ich hatte keinen konkreten Berufswunsch. Aber ich wusste immer, dass ich eigenständig sein will. Ich bin in einer deutsch-türkischen Gesellschaft aufgewachsen und die Frauen um mich herum waren immer sehr abhängig von ihren Männern. Das habe ich schon als kleines Kind registriert und wusste damals schon, dass ich das später nicht haben möchte. Ich wollte mein eigenes Geld verdienen, mein eigenes Leben führen und einen Job haben, der mir Spaß macht. Deswegen habe ich schon sehr früh großen Ehrgeiz entwickelt.

Wie haben Deine Eltern Dich auf diesem Weg unterstützt?
Meine Eltern waren mein Antrieb. Sie selbst hatten in unserer Heimat keinerlei Chancen. Meine Mutter hätte nach der Grundschule gern die weiterführende Schule besucht. Aber erstens wollte das ihre Familie nicht und zweitens hätte sie die finanziellen Möglichkeiten gar nicht gehabt. Mein Vater kam als Gastarbeiter nach Deutschland und fing sehr früh an zu arbeiten. Daher wollten meine Eltern, dass meine Geschwister und ich die Chance nutzen, um etwas aus unserem Leben zu machen. Ihnen war es vor allem wichtig, dass wir einen Bildungsweg gehen. Ich und meine beiden Geschwister haben unsere beruflichen Wünsche verwirklicht und daran haben unsere Eltern einen großen Anteil.

Du wirst im Alltag ganz stark von Deiner Familie unterstützt. Wie wichtig ist das für Dich und deine Karriere?
Im Alltag hilft mir das sehr. Meine Mutter passt auf mein Kind auf, wenn ich arbeite. Oftmals nehme ich meinen Sohn auch mit. Dann hilft mir meine Schwester: Sie ist in diesem Fall nicht nur meine Managerin, sondern auch Tante und Babysitterin. Und das ist natürlich Gold wert. Gar keine Frage: Es würde sicher auch anders gehen, Beruf und Karriere unter einen Hut zu bringen. Aber so bleibt mein Sohn in der Familie, während ich arbeite. Ich weiß, dass es ihm an nichts fehlt und das ist mir einfach sehr wichtig.

Trotz einer glücklichen Kindheit: Gibt es etwas, was Dir selbst als Kind gefehlt hat?
Ja, zwei Dinge. Zum einen haben wir unsere Großeltern nie wirklich kennengelernt. Ein Opa war schon tot, als ich auf die Welt kam, der andere ist leider verstorben, als ich ein Jahr alt war. Unsere Omas kannten wir nur aus dem Urlaub, weil sie in der Türkei lebten. Und das hat mir als Kind immer gefehlt. Ich war wahnsinnig neidisch, wenn andere Kinder mir von ihren Großeltern erzählt haben. Und was mir auch ein bisschen gefehlt hat, war die Zugehörigkeit zu meiner Heimat. Ich wusste als Kind nicht, ob ich jetzt mehr türkisch oder deutsch bin. Ich habe nirgends so richtig dazu gehört. Ich habe zwar darunter nicht gelitten, aber ich habe schon früh gemerkt, dass bei mir irgendwas anders ist als bei meinen Mitschülern, die damals ausschließlich deutsch waren. Kulturelle Unterschiede wie Weihnachten feiern oder eben nicht – die spürt man schon mit vier bis fünf Jahren und muss lernen, damit umzugehen.

Wie wichtig ist Dir, dass Dein Kind multikulturell aufwächst?
Wir haben uns auf jeden Fall dafür entschieden, dass unser Sohn zweisprachig und auch bi-kulturell aufwachsen soll. Ich spreche mit ihm immer Türkisch und mein Mann immer Deutsch. Und was die Kultur und die Religion betrifft, haben wir keinen Masterplan. Wir stellen ihm beide Kulturen vor und wollen ihm beide Religionen vermitteln. Und später soll er sich selbst für eine Religion entscheiden, zu der er sich zugehörig fühlt.

Du bist SOS-Botschafterin. Was bedeutet SOS-Kinderdorf für Dich?
SOS-Kinderdorf ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die keine Unterschiede macht, woher man kommt. Diesen Grundgedanken finde ich toll. Das Angebot von SOS-Kinderdorf ist heute so vielfältig. Es ist nicht mehr nur eine Einrichtung für bedürftige Kinder. Es ist eine Struktur, die sich aktuellen Gegebenheiten anpasst und überall Hilfe leistet, wo Bedarf besteht. Egal, ob du einen Migrationshintergrund hast, mit gesundheitlichen Problemen kämpfst oder ob du in der Schule einfach keinen Anschluss findest – SOS-Kinderdorf nimmt sich jedem Problem an und versucht zu helfen. Das ist so eine wichtige und wertvolle Arbeit für die Gesellschaft.

 

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