Internationaler Tag der Freundschaft

Freundschaft im SOS-KInderdorf

Offene Kinder- und Jugendarbeit ausbauen heißt soziales Miteinander ermöglichen

München, 27. Juli 2017 – Freundschaften sind lebenswichtig. Nur wer sozial eingebunden ist und sich in der Gemeinschaft angenommen fühlt, entwickelt Selbstbewusstsein und blickt mit Zuversicht in die Zukunft. „Wenn Kinder und Jugendliche nicht die Möglichkeit haben, gute, unterstützende Freundschaften zu schließen, verringert das ihre Chancen auf eine gelingende Entwicklung“, sagt Dr. Birgit Lambertz, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorf e.V. Aber gerade Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen fällt es häufig schwer, Kontakte zu knüpfen. Sie benötigen Unterstützung.

Ausbau der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist wichtig

Das Kinderhilfswerk plädiert daher für einen flächendeckenden Ausbau der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Benachteiligt zu sein, schränkt die Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben massiv ein. Kinder und Jugendliche aus belasteten Verhältnissen haben häufig das Gefühl, nicht richtig dazuzugehören, und erleben oft Schwierigkeiten, sich in Gemeinschaften einzubringen. Dabei gehören Freundschaften und soziale Beziehungen zu den wichtigsten Kraftquellen von jungen Menschen. Denn nur wenn sie eingebunden sind, Gemeinschaft erleben, sich geborgen und anerkannt fühlen, können sie ihre Fähigkeiten entwickeln. Für den SOS-Kinderdorfverein ist es daher essentiell, Orte der Begegnung und des Miteinanders zu schaffen. Genau dies leisten die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit - denn sie sind kostenfrei und stehen ohne besondere Zugangsvoraussetzungen allen jungen Menschen und ihren Familien vor Ort offen.
„Ob Stadtteiltreff, Jugendcafé oder Familienzentrum – diese offenen Angebote ermöglichen sozialen Kontakt und tragen dazu bei, gesellschaftliche Teilhabe für alle jungen Menschen zu ermöglichen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration und helfen, Ausgrenzung zu vermeiden“, so Lambertz. „Ein flächendeckender Ausbau dieser Angebote ist daher von grundlegender Bedeutung, um junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen nachhaltig zu stärken.“

Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben

Der SOS-Kinderdorf e.V. setzt sich für positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche ein. Dazu gehört, ihre Rechtsstellung zu stärken – insbesondere fordert SOS-Kinderdorf die angemessene Umsetzung von Beteiligungs-, Schutz- und Förderrechte für alle Kinder. Die UN-Kinderrechtskonvention ist in Deutschland ratifiziert, aber immer noch nicht in Kraft. Es ist eines der Kernanliegen der Organisation, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu erlangen und wahrzunehmen. Für SOS-Kinderdorf sind junge Menschen Experten in eigener Sache: Der Verein legt in seiner pädagogischen Arbeit großen Wert darauf, dass Kinder ihre Rechte kennen und sie an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Zu den Beteiligungsstrukturen in den SOS-Einrichtungen gehören etwa Kinderdorfräte, Kinder- und Jugendparlamente, Beteiligungsmentoren und vereinsweite Kinderkonferenzen.
SOS-Kinderdorf ergreift Partei für Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere für sozial benachteiligte. Der Verein fordert seit langem die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und setzt sich dafür ein, dass alle Kinder gerechte Chancen erhalten, ihre Potentiale auszuschöpfen.