Familie erleben – nicht nur am Tag der Familie

SOS-Kinderdorffamilie lacht ausgelassen

Familiäre Betreuung bei SOS-Kinderdorf

Familien gestalten ihr Leben unterschiedlich. Doch immer ist die Bedeutung von Familie hoch. Für Familien gehört ein Gefühl von Zugehörigkeit und auch Sorge für einander dazu. Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai erläutert Dr. Kristin Teuber, Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts (SPI) des SOS-Kinderdorfs, dass unter Familie heute nicht allein das traditionelle Modell mit festen Rollen zu verstehen ist. Familie lässt sich vielmehr als ein im Alltag gelebter Prozess verstehen. „Die Grenzen zwischen Beruf, Familie und Freizeit verschieben sich und die Aufgabenteilung zwischen den Geschlechtern ist nicht mehr per se selbstverständlich“, sagt Teuber, „Familienleben wird vielmehr von den Beteiligten immer wieder neu ausgehandelt.“

Bei SOS-Kinderdorf werden Kinder und Jugendliche seit über 60 Jahren in Kinderdorffamilien betreut. In diesem Zusammenhang erforscht das SPI, was „Familie leben“ in der Kinderhilfsorganisation bedeutet und wie es aussehen kann. Denn in einer Kinderdorffamilie sind die Mitglieder zwar nicht miteinander verwandt, aber sie leben zusammen. Die Mitarbeiter des Instituts fanden heraus, dass Familie nichts Festgefügtes ist. „Damit aus mehreren Menschen eine Familie wird, ist ein gemeinsames, verlässliches Handeln notwendig“, erläutert Teuber. „Familienleben entsteht zum Beispiel in Alltagsroutinen wie Gesprächen bei gemeinsamen Mahlzeiten.“ Denn Familie versteht sich so nicht nur als Struktur, sondern als gemeinsamer Prozess aller Beteiligten, in dem Familiarität entsteht. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Miteinander.

Familie bedeutet Zugehörigkeit

„Zugehörigkeit“ entwickelt sich im Alltag, wenn Kinder und Jugendliche sich anerkannt fühlen und Vertrauen erfahren. Dabei helfen gemeinsam erstellte Regeln und Rituale, mit denen sich jede Familie von anderen unterscheidet. „Junge Menschen, die sich zugehörig fühlen, haben nachweislich ein deutlich höheres Wohlbefinden“, sagt Teuber. Weitere Aspekte, die Familie ausmachen, sind die wechselseitige Sorge füreinander und die Qualität des Miteinanders. Ob ein Kind sich in einer Kinderdorffamilie wohlfühlt, hängt unter anderem davon ab, wie die Erwachsenen Sorgefunktionen übernehmen und Mütterlichkeit oder Väterlichkeit zum Ausdruck bringen. Wie in anderen Familien auch, sind diese Aspekte von zentraler Bedeutung beim Herstellen von Familiarität in der Kinder- und Jugendhilfe. Das Leben im SOS-Kinderdorf ähnelt dem in herkömmlichen Familien: In den Häusern wird der Familien-Alltag miteinander gestaltet: es wird gemeinsam gekocht, gegessen, gespielt, Hausarbeiten verrichtet, Ausflüge unternommen. Die Kinder besuchen Kindertagesstätten und Schulen in der Umgebung, haben Freunde im und außerhalb des SOS-Kinderdorfs und sind oft in den örtlichen Vereinen aktiv.

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So wird Familie bei SOS-Kinderdorf gelebt

Anlässlich des Internationalen Tags der Familie am 15. Mai stellen wir ihnen SOS-Kinderdorfmütter aus Thailand, Afrika und dem Costa Rica vor. Weil jeder eine Familie braucht. mehr...