SOS-Kinderdorf begrüßt Urteil zum Betreuungsgeld

Hochkonzentriert beim Vorlesen

Organisation fordert Chancengerechtigkeit für alle Kinder

SOS-Kinderdorf e.V. begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das Betreuungsgeld abzuschaffen. Die Prämie, die seit August 2013 einkommensunabhängig ausgezahlt wurde, hat Anreize geschaffen, Kinder zu Hause zu betreuen. Aus Sicht der Kinderhilfsorganisation verpassen damit diese Kinder wertvolle Bildungschancen. Sie würden von professioneller frühkindlicher Bildung und Förderung ausgeschlossen.

„Wir begrüßen es, dass das Betreuungsgeld vom Bundesverfassungsgericht als nicht rechtmäßig angesehen wird“, sagt Prof. Dr. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V. „Die finanziellen Mittel, die für das Betreuungsgeld veranschlagt sind, könnten sinnvoller in den qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung investiert werden“, fordert der Experte für Kinder- und Jugendhilfe.

Besonders in Deutschland besteht immer noch ein starker Zusammenhang zwischen sozialer Ausgangssituation und Bildungserfolg eines Kindes. Gerade sozial benachteiligte Kinder profitieren vom Besuch einer Kindertageseinrichtung. Der so ermöglichte Zugang zu frühkindlicher Bildung schafft gerechtere Startchancen für alle Kinder – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft.

Seit 60 Jahren im Einsatz für Chancengerechtigkeit

SOS-Kinderdorf setzt sich seit 60 Jahren auf vielfältige Weise dafür ein, dass alle jungen Menschen in Deutschland eine faire Chance auf ein gelingendes Leben erhalten. Stärkere Investitionen in institutionelle Angebote wie Ganztagsschulen, Jugendarbeit und Kindertagesbetreuung sind essentiell, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder und Jugendlicher zu ermöglichen. “SOS-Kinderdorf will mit seinem vielfältigen Engagement einen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit leisten – Chancengerechtigkeit für alle jungen Menschen ist daher seit 60 Jahren Maßstab unseres Handelns”, erläutert Münder.