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Beteiligung macht Kinder stark - auf der Kijuko tauschten sich Kinder aus vielen SOS-Kinderdörfern aus.

Beteiligung macht Kinder stark - auf der Kijuko tauschten sich Kinder aus vielen SOS-Kinderdörfern aus.

Erfolgreiche SOS-Kinder- und Jugendkonferenz

Eisenberg/München 3. August 2017 – Mit der Verleihung des Kinderrechtspreises am 3. August 2017 ging im SOS-Kinderdorf Eisenberg/Pfalz die vierte SOS-Kinder- und Jugendkonferenz (KiJuKo) zu Ende. Vom 1. bis 4. August haben sich rund 200 durch den SOS-Kinderdorf e.V. betreute junge Menschen aus 19 deutschen SOS-Einrichtungen getroffen: In Workshops und im Plenum haben sie sich in dieser Zeit intensiv mit den Kinderrechten beschäftigt. Dabei ging es sowohl um deren allgemeine Bedeutung als auch um die Auswirkungen dieser Rechte auf das eigene Leben und im Alltag.

Die SOS-Kinder- und Jugendkonferenz findet seit 2010 alle zwei bis drei Jahre statt. Sie ist Ausdruck der großen Bedeutung die der SOS-Kinderdorfverein den Kinderrechten und der gelebten Beteiligung junger Menschen zumisst. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vierten KiJuko, die unter dem Motto „Du + Ich = Wir“ stand, waren zwischen fünf und 20 Jahre alt. „Ich finde an der KiJuKo toll, dass so viele da sind“, sagt Kim, 9 Jahre alt aus dem SOS-Kinderdorf Pfalz. „Dass ich neue Freunde finde.“

Der SOS-Kinderdorf e.V. will Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben

Xaver Jung, Mitglied des Bundestages, besuchte die Kinder- und Jugendkonferenz und informierte sich bei den Jugendlichen. Bild vergrößern

Xaver Jung, Mitglied des Bundestages, besuchte die Kinder- und Jugendkonferenz und informierte sich bei den Jugendlichen.

„Es ist unser erklärtes pädagogisches Prinzip, die von uns betreuten jungen Menschen und ihre Familien an allen sie betreffenden Entscheidungen zu beteiligen“, sagte Dr. Birgit Lambertz, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf e.V., bei der Eröffnung der Kinder- und Jugendkonferenz. Ein weiterer Höhepunkt auf der Kinder- und Jugendkonferenz im Kinderdorf Pfalz: Zum ersten Mal wurde der Kinderrechtepreis von SOS-Kinderdorf verliehen. Kinder und Jugendliche aus SOS-Kinderdorf-Einrichtungen waren aufgerufen, Videos, Musik, Hörspiele, Reportagen, Comics, Collagen oder Geschichten einzuschicken, die das Thema Respekt verdeutlichen sollten. Teilnehmen konnten Gruppen mit mindestens drei Teilnehmern, die in ihren Beiträgen darstellen, wie sie Respekt im Alltag erleben, was sie unter respektvollen Umgang miteinander verstehen oder wo ihnen dieser fehlt. In der Kategorie Kinder bis zwölf Jahren gewannen Teilnehmer aus dem Kinderdorf Saar. Sie stellten in einer zehn Meter langen Fotocollage respektvollen und respektlosen Umgang nebeneinander. In der Kategorie der älteren Teilnehmer verdeutlichten Jugendliche aus dem Kinderdorf Zwickau das Thema in einem Film, der zur Diskussion anregen sollte und erhielten dafür den ersten Preis.

sos4you - die neue Beteiligungswebseite

Die Auswahl erfolgte durch eine Jury, die aus externen und externen Experten von SOS-Kinderdorf zusammengesetzt war. Die 19 Workshops der KiJuKo griffen verschiedene Kinderrechte auf. Etwa das Recht auf Information und Mitbestimmung, dessen praktische Umsetzung nicht zuletzt die Kinder- und Jugendräte in den SOS-Kinderdörfern unterstützen. Pünktlich zur Kinder- und Jugendkonferenz wurde auch die Beteiligungswebsite „sos4you“ für Kinder und Jugendliche aus SOS-Einrichtungen freigeschaltet und mit Themen gefüllt. Die von engagierten jungen Teilnehmenden tagesaktuell zusammengestellten „KiJuKo-News“ machten ebenfalls anschaulich, was das Recht auf Information bedeutet. Bei „Job fit?“ ging es im Zusammenhang mit dem Recht auf Bildung ganz konkret um die Vorbereitung auf die Berufsausbildung.

Und der Workshop „Respekt-Baum“ behandelte das Recht auf Persönlichkeit und Privatsphäre. Auch an der Umsetzung der Workshops waren Kinder und Jugendliche in mehreren Fällen aktiv beteiligt: So moderierten etwa Michelle und Stefanija aus dem SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech einen Workshop rund ums Internet. Ausdrücklich gehört auch das Recht auf Spielen und Freizeit sowie auf künstlerische Entfaltung zu den Kinderrechten. Daher standen unter anderem Workshops wie Geocoaching,

Beatboxen oder Bollywood-Dance im Programm, die regen Zuspruch fanden. Oder für die Wandkunst ließ Martin Blumöhr, Künstler aus München, der Fantasie der Kinder und Jugendlichen freien Lauf und animierte sie „Gedankenskulpturen“ zu erschaffen.

Der SOS-Kinderdorf e.V. setzt sich für positive Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche ein

Dazu gehört, ihre Rechtsstellung zu stärken – insbesondere fordert SOS-Kinderdorf die angemessene Umsetzung von Beteiligungs-, Schutz- und Förderrechte für alle Kinder. Die UN-Kinderrechtskonvention ist in Deutschland ratifiziert, aber immer noch nicht in Kraft. Es ist eines der Kernanliegen der Organisation, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu erlangen und wahrzunehmen. Für SOS-Kinderdorf sind junge Menschen Experten in eigener Sache: Der Verein legt in seiner pädagogischen Arbeit großen Wert darauf, dass Kinder ihre Rechte kennen und sie an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Zu den Beteiligungsstrukturen in den SOS-Einrichtungen gehören etwa Kinderdorfräte, Kinder- und Jugendparlamente, Beteiligungsmentoren und vereinsweite Kinderkonferenzen.

SOS-Kinderdorf ergreift Partei für Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere für sozial benachteiligte. Der Verein fordert seit langem die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und setzt sich dafür ein, dass alle Kinder gerechte Chancen erhalten, ihre Potentiale auszuschöpfen.