SOS-Kinderdorf fordert konkrete Maßnahmen gegen Kinderarmut

Kindern eine Chance geben - SOS-Kinderdorf engagiert sich

Armut raubt Kindern die Zukunft

Wer in Armut aufwächst, hat später kaum Chancen seinen eigenen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Darauf weist der SOS-Kinderdorf e.V. zum „Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut“ am 17. Oktober 2017 hin. Denn ausgerechnet im wohlhabenden Deutschland sind die Aufstiegschancen armer Kinder gering. Noch immer entscheidet die wirtschaftliche Situation des Elternhauses viel zu häufig über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen. SOS-Kinderdorf fordert, dass eine neue Bundesregierung den Kampf gegen Kinderarmut angeht.

„Jedes Kind muss die Chance auf eine gute Zukunft haben, unabhängig von den Möglichkeiten der Eltern. Armut darf nicht vererbt werden“, sagt Dr. Birgit Lambertz, stellvertretende Vorsitzende des deutschen SOS-Kinderdorfvereins. Armut beeinträchtigt die Teilhabe- und Entwicklungschancen junger Menschen erheblich. Besonders häufig betroffen sind Kinder, die bei einem alleinerziehenden Elternteil oder in kinderreichen Familien leben. Das hat der Armutsbericht 2017 der Bundesregierung erneut bestätigt. „Es ist Aufgabe der Politik, hier viel entschiedener als bisher gegenzusteuern, um Kinderarmut weiter zurückzudrängen“, so Lambertz. „Von einer neuen Regierung erwarten wir hier endlich konkrete politische Maßnahmen, damit jedes Kind in Deutschland faire Chancen auf eine gute Zukunft erhält – und zwar unabhängig von seiner wirtschaftlichen Situation. Wir können es uns gar nicht leisten, auf das Potential von so vielen Kindern und Jugendlichen zu verzichten.“

Der SOS-Kinderdorf e.V. unterstützt benachteiligte oder besonders belastete Mütter und Väter täglich dabei, ihr Familienleben positiv zu gestalten. Im Mittelpunkt steht dabei die Hilfe zur Selbsthilfe, die Familien stärkt und ihnen neue Perspektiven eröffnet.

  • Die SOS-Kindertagesstätten bieten Kindern eine förderliche Umgebung, helfen ihren Eltern dabei, Beruf und Familie zu vereinbaren.
  • In den SOS-Mütter- und Familienzentren können Eltern neue Kontakte und tragfähige nachbarschaftliche Netzwerke knüpfen. Kurse vermitteln hilfreiches Wissen, etwa zu Ernährungs- oder Erziehungsthemen; in Secondhand-Läden gibt es Kinderkleidung und Spielzeug zu günstigen Preisen. Zudem ermöglichen vielfältige Freizeitangebote Kindern und Jugendlichen Erfahrungen, die nicht vom Geldbeutel ihrer Eltern abhängen. Das gilt auch für die SOS-Jugendtreffs an mehreren deutschen Standorten.
  • Der SOS-Kinderdorfverein engagiert sich vielerorts in der Schulsozialarbeit, etwa in der Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung, was berufstätige Eltern entlastet. Vor allem aber will der Verein so helfen, Benachteiligungen im Bildungsbereich beseitigen: Noch immer bestimmt das soziale Umfeld eines Kindes in hohem Maße seine Bildungslaufbahn.
  • SOS-Einrichtungen, die im berufsbildenden Bereich aktiv sind, bieten gezielt Maßnahmen für junge Eltern oder Alleinerziehende an. So finden diese leichter einen Weg in den Arbeitsmarkt, können den Teufelskreis der Armut aus eigener Kraft durchbrechen.
  • Dauernde Sorgen und Belastungen können Familien in eine tiefe Krise stürzen. Der SOS-Kinderdorf e.V. unterstützt Eltern und Kinder dann mit individueller Beratung und Begleitung, um die Familie zu stabilisieren.
  • In vielen Ländern weltweit, wachsen Kinder in bitterer Armut auf. Hunger und Krankheiten sind dann ständige Begleiter, ein Schulbesuch ist nicht oder nicht dauerhaft möglich. Auch außerhalb Deutschlands engagiert sich der deutsche SOS-Kinderdorfverein daher in 37 Ländern in der Hilfe für notleidende Kinder und ihre Familien.