Eröffnung der Botschaft für Kinder

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Botschaft für Kinder zu besichtigen

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten viele Gäste die Gelegenheit, die Botschaft für Kinder zu besichtigen

SOS-Kinderdorf feierte mit ca. 1.000 Gästen die Eröffnung des Neubaus mitten in Berlin

Mit einer feierlichen Veranstaltung eröffnete SOS-Kinderdorf offiziell die Botschaft für Kinder in Berlin-Mitte. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hieß in seinem Grußwort vor den geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie Spendern und Förderern die Botschaft für Kinder in der Bundeshauptstadt willkommen. Anschließend führten die TV-Moderatoren Nadine Krüger und Harald Pignatelli durch eine prominent besetzte Talkrunde zum Thema „Meine Botschaft für Kinder und Jugendliche – Das möchte ich der Botschaft für Kinder mit auf den Weg geben“. Am Nachmittag veranstaltete SOS-Kinderdorf ein buntes Kennenlernfest und lud Groß und Klein dazu ein, das neue Haus auf vielfältige Weise zu entdecken. 

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Wolfgang Graßl, Regionalleiter Nord-Ost SOS-Kinderdorf e.V. und Geschäftsführer des Hotel Rossi der Botschaft für Kinder gGmbH, Prof. Dr. Johannes Münder, Ehrenvorsitzender SOS-Kinderdorf e.V., Kirsten Spiewack, Einrichtungsleitung SOS-Kinderdorf Berlin, Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer SOS-Kinderdorf e.V. (v.l.n.r.)

„Die Botschaft für Kinder ist auch eine Botschaft an uns alle: Wir müssen uns überdurchschnittlich anstrengen, um Kindern eine gerechte Teilhabe an unserem Bildungssystem und unserer Gesellschaft zu ermöglichen, denn gerade in Großstädten wie Berlin sind Kinder überdurchschnittlich stark von Armut betroffen. Schlechtere Bildungschancen und weniger gesellschaftliche Teilhabe sind die Folge. Als Senat räumen wir der Bekämpfung von Kinderarmut hohe Priorität ein und sind dankbar um jede Unterstützung“, sagte Michael Müller, Regierender Bürgermeister, zu Beginn des Festaktes. 

Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender des SOS-Kinderdorf e.V., erläuterte die Konzeption der Botschaft für Kinder: „SOS-Kinderdorf hat mit der Botschaft für Kinder ein Haus der Begegnung und ein gesellschaftliches und politisches Forum geschaffen, in dem jeder das Wirken von SOS-Kinderdorf kennenlernen kann. Wir laden politische Entscheider, andere Organisationen, Fachpublikum und allgemein interessierte Menschen in die Botschaft ein, um sich gemeinsam für die Belange von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen einzusetzen.“ 

Kirsten Spiewack, Einrichtungsleiterin des SOS-Kinderdorf Berlin, erklärte, warum der Verein diesen Standort im Herzen Berlins wählte: „Das SOS-Kinderdorf Berlin konzentriert seine Angebote verstärkt auf Moabit, weil unsere Einrichtung schon seit über zwölf Jahren mit Kinderdorffamilien und zahlreichen Erziehungs- und Beratungshilfen in diesem Stadtteil zu Hause ist. Dass die Ausbildungs- und Qualifizierungsprojekte für unterstützungsbedürftige junge Menschen und Eltern nun ebenfalls hierher zogen, ist sinn- und wirkungsvoll, um auf kurzen Wegen alle Hilfen aus einer Hand anbieten zu können.“

Ramon (links im Bild), ehemaliger Auszubildender des SOS-Kinderdorf Berlin und nun Mitarbeiter des Hotel Rossi Bild vergrößern

Ramon (links im Bild), ehemaliger Auszubildender des SOS-Kinderdorf Berlin und nun Mitarbeiter des Hotel Rossi, fühlt sich im Team des Hotel Rossi willkommen

Neben den Ausbildungsangeboten des SOS-Kinderdorfs Berlin in der Botschaft für Kinder ist das inklusive Hotel Rossi als 100-prozentige Tochter des SOS-Kinderdorf e.V. ein wesentlicher Bestandteil des Hauses. Dazu der Geschäftsführer des Hotels Rossi, Wolfgang Graßl: „Der Verein betritt mit diesem zukunftsorientierten Projekt Neuland in seiner über 60-jährigen Historie: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier gemeinsam auf dem ersten Arbeitsmarkt und schaffen für die Hotel-, Tagungs- und Restaurantgäste einen angenehmen Aufenthalt.“

Nach rund zweijähriger Bauzeit präsentierte sich das neue, als offenes Haus konzipierte Gebäude, das von dem Architekturbüro ludloff + ludloff entworfen wurde, heute auf vielfältige Weise seinen Besuchern. Am Vormittag standen – passend zum Gebäudenamen – gesellschaftliche, soziale und politische Botschaften zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt der Festveranstaltung. Diese wurden von prominenten Gästen gemeinsam mit den beiden SOS-Kinderdorf-Kindern Jacqueline und Larissa sowie Ramon, einem ehemaligen SOS-Auszubildenden und nun Mitarbeiter des Hotels Rossi, lebhaft diskutiert und der Botschaft für Kinder als Auftrag mit auf den Weg gegeben. Anschließend erhielt das Hotel Rossi offiziell die Plakette des Embrace-Verbundes und wurde somit aktives Mitglied der Plattform, die sich für die Positionierung von inklusiv betriebenen Hotels einsetzt. 

Der Nachmittag stand ganz im Sinne des offenen Hauses. Eingeladen waren alle Interessierten aus Nachbarschaft, Freundes- und Unterstützerkreis, die den Neubau und seine Angebote kennen lernen wollten. Mit einer Kinderrechte-Rallye quer durch das ganze Gebäude, Musik der SOS-Dorfgemeinschaften, Zirkusvorführungen, Straßenspielen, Lesungen, Kinderkunstversteigerungen und vielem mehr bot SOS-Kinderdorf ein buntes Programm an Entdeckungsmöglichkeiten. Das Hotel Rossi sorgte gemeinsam mit dem gastronomischen Ausbildungsbereich des SOS-Kinderdorf Berlin für das leibliche Wohl der Gäste. Die Botschaft für Kinder wurde für alle Gäste erlebbar gemacht und zeigte anschaulich, dass jeder willkommen ist. 

Botschaft für Kinder

Die Botschaft für Kinder in Berlin verkörpert die grundlegenden Werte und Überzeugungen von SOS-Kinderdorf: Hier kommen Kinder und Jugendliche unmittelbar zu Wort und bringen ihre Anliegen in die gesellschaftliche und politische Diskussion ein. Die Botschaft für Kinder ist ein Ort des Dialogs, der alle gesellschaftlichen Akteure zusammenbringt. Junge Menschen werden hier ihrem Alter entsprechend einbezogen und dabei unterstützt, ihre Meinung öffentlich zu äußern. Damit verfolgt SOS-Kinderdorf das Ziel, Kindern und Jugendlichen eine starke Stimme zu geben und ihren Anliegen mehr Gehör zu verschaffen. Denn die Welt der Erwachsenen räumt dafür oft zu wenig Platz ein.