SOS-Kinderdorf: nachhaltige Hilfe in Äthiopien

Eine SOS-Kinderdorffamilie aus Äthiopien

SOS-Kinderdorf hilft in 15 Ländern in Afrika, damit Kinder die Chance auf eine Zukunft haben.

Kinderdorf, Familienstärkung, Berufsausbildung: ein nachhaltiges Konzept geht auf

In den 80er Jahren wurde Äthiopien von einer Dürrekatastrophe heimgesucht. Die Bilder der notleidenden und hungernden Kinder gingen um die Welt. Als selbst die Regierung weltweit um Hilfe für die notleidende Bevölkerung bat, wurde SOS-Kinderdorf-International in  Äthiopien aktiv.

SOS-Kinderdorfmutter mit Baby in Äthiopien Bild vergrößern

Im SOS-Kinderdorf Morudile

Das erste SOS-Kinderdorf wurde 1976 in Makalle,  der Hauptstadt der Provinz Tigray erbaut, einer Region, die  von  der Hungersnot am meisten betroffen war.Obwohl das Land über genügend  Fläche verfügt  und auch der blaue Nil hindurch fließt, kommt es aufgrund von klimatischen  Veränderungen häufig zu  Ernteausfällen und verheerenden Hungersnöten. Die hohen Preise für Lebensmittel und Energie haben die Armut verschärft. Äthiopien gehört weiterhin zu den am wenigsten entwickelten Ländern weltweit,  ein Großteil  der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze.

SOS-Kinderdorf hilft in Äthiopien auf vielfältige Wiese und unterstützt tausende Kinder, Jugendliche und Familien - in Addis Abeba, Harrar, Hawassa, Gode, Bahir Dar sowie Makalle an der Grenze zu Eritrea. Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer SOS-Kinderdorf-Familie. Zusätzlich hilft SOS-Kinderdorf Kindern und Jugendlichen durch Kindertagesstätten, Schulen, medizinische Zentren und Berufsbildungszentren.  Mit speziellen Familienstärkungsprogrammen versuchen wir, Familien frühzeitig zu stärken und sie vor der Zerrüttung zu bewahren.

Tedos Geschichte

Tedo beim Reparieren eines Motors im Berufsausbildungszentrum Kality

Mit sieben Jahren wurde Tedo zum Waisen. Er, der älteste von vier Geschwistern, muss von einem auf den anderen Tag Verantwortung übernehmen.

Im SOS-Kinderdorf in Addis Abeba fanden Tedo und seine Geschwister ein neues Zuhause und die Chance auf eine bessere Zukunft. Tedo entdeckte schnell seine Leidenschaft für Autos und saugte wissbegierig alles auf, was er darüber lernen konnte. „Seitdem ich ein kleiner Junge war, habe ich mich immer gefragt, was für eine Technik dahinter steckt", schwärmt Tedo. "Ich war neugierig, welche Teile das Auto dazu bringen sich zu bewegen und wie sie zusammenpassen".

Tedo ist ein richtiger Auto-Fan

Nach Abschluss seiner Schulausbildung bekommt Tedo im SOS-Berufsausbildungszentrum Kality die Möglichkeit, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. In einer dreijährigen Lehre vertieft Tedo sein Wissen und wird Experte im Bereich Fahrzeugantrieb und KFZ-Mechanik. "Die Ausbildung im SOS-Ausbildungszentrum ist sehr intensiv“, erklärt Tedo. "Der Unterricht beginnt um 08:30 Uhr in der Werkstatt, wo wir in Gruppen oder alleine praktisch an verschiedenen Aufgabestellungen arbeiten. Dazu haben wir immer wieder theoretischen Unterricht.  Wir haben sehr kompetente Ausbilder. Außerdem bekommen wir die Möglichkeit, in Highend-Autowerkstätten und Ersatzteilläden in der Hauptstadt Addis ein Praktikum zu machen. Dadurch können wir unser Wissen und unsere Fähigkeiten direkt an die aktuelle Markt-Situation anpassen“, erzählt Tedo.

Gute Zukunftschancen

Die Aussichten für Tedo sind gut: "Den Auszubildenden, die Level 4 im Bereich Fahrzeugantrieb und Kfz-Mechanik abschließen, ist eine Anstellung sicher – zu 100 Prozent“, lobt Berihun Worku, der Direktor des SOS-Ausbildungszentrums. "Und jene, die Level 2 schaffen, haben immerhin eine 75 prozentige Chance, eine Anstellung zu finden. Er freut sich immer mit den Jugendlichen, die es schaffen, sich eine eigene Zukunft aufzubauen. So wie Dani, der gerade einmal einen Monat warten musste, um einen Job zu finden, nachdem er seine Ausbildung in der Motorenwartung, abgeschlossen hatte. Er ist jetzt Ladenmitarbeiter in einer der größten Motor- und Antriebsfirmen in Addis. "Das SOS-Ausbildungszentrum hat in Äthiopien einen sehr guten Ruf. Die meisten Werkstätten, in denen ich ein Praktikum gemacht habe, nehmen sehr gerne Lehrlinge von SOS-Kinderdorf. Sie sagen, dass das SOS-Ausbildungszentrum den Auszubildenden Fachwissen vermittelt, das auf dem Arbeitsmarkt gebraucht wird. Ich kann das nur bestätigen."

"Ich möchte gerne weiter studieren"

Auch wenn sich Tedo, der dieses Jahr gemeinsam mit neun anderen Azubis seine Ausbildung beenden wird, über eine Anstellung freuen würde, hat der sympathische Waisenjunge andere Pläne: "Nach meinem Abschluss hoffe ich auf ein Stipendium, um meine Kenntnisse im Ausland zu vertiefen. Mein Traum wäre es,  zu einem Spezialisten für Automobile zu werden und eine eigene Kette von Fahrzeugwerkstätten und Ersatzteilehändlern in Äthiopien zu eröffnen.“

*Die Namen wurden aus Datenschutzrechtlichen Gründen geändert.

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Eine ganz besondere Einrichtung: das SOS-Berufsausbildungszentrum Kality

Am Stadtrand von Addis Abeba, im Vorort Kality, entstand von 1989 bis 1991 ein großes  Berufsbildungszentrum  für  Jugendliche  aus  den  äthiopischen  SOS-Kinderdörfern. Der Ausbildungsbetrieb umfasst die Richtungen Holzverarbeitung, Metallverarbeitung, Automechanik und -elektronik. In den Werkstätten wird nicht nur ausgebildet: unter  anderem werden auch für alle äthiopischen SOS-Einrichtungen Möbel und sonstige Ausstattung gefertigt und Reparaturen vorgenommen. Ziel dieser Einrichtung ist in erster Linie, möglichst vielen Jugendlichen aus den SOS-Einrichtungen eine überdurchschnittlich gute Ausbildung zu ermöglichen. 

Nach seiner Kindheit im SOS-Kinderdorf absolviert Tedo derzeit eine Ausbildung im SOS-Berufsausbildungszentrum Kality Bild vergrößern

Nach seiner Kindheit im SOS-Kinderdorf absolviert Tedo derzeit eine Ausbildung im SOS-Berufsausbildungszentrum Kality

Dies  trägt  wesentlich  zur  späteren  Verselbständigung  der  Jugendlichen bei und ermöglicht es ihnen, als qualifizierte Arbeitskräfte einen guten Arbeitsplatz  zu  finden  und  so  zu  wertvollen  Mitgliedern  der  äthiopischen Gesellschaft zu werden. Im Gegensatz zu den SOS-Berufsbildungszentren in Deutschland, in denen Jugendliche,  die  es  auf  dem  „normalen  Weg“  nicht  geschafft  haben,  eine zweite  Chance  erhalten,  werden  in  Äthiopien  die  besten  Bewerber  bzw. Schulabgänger  ausgebildet.  Der  Andrang  ist  groß,  oftmals  bewerben  sich mehrere hundert Jugendliche auf eine Stelle. 

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