Testament: Ihre Fragen – unsere Antworten

Kindern Zukunft schenken

Wir beraten Sie gerne bei allen Fragen rund um Ihr Testament zugunsten von SOS-Kinderdorf. Sprechen Sie uns einfach an: 089 12 606-300

Zukunft für Kinder sichern: Ihr Testament hilft

Damit Ihr "letzte Wille" wie gewünscht umgesetzt werden kann, ist es wichtig, sich über die möglichen Inhalte eines Testaments zu informieren. Wir haben die häufigsten Fragen an unser Team für Sie beantwortet. Ihre Frage ist nicht dabei? Weitere Informationen rund um das Thema Testament finden Sie auch auf unserer Informationsseite www.testament-schreiben.com.

Fragen und Antworten zum Thema Testament

Warum brauche ich ein Testament?

Ein Testament ist stets erforderlich, wenn Ihr letzter Wille von der gesetzlich vorge­sehenen Erbfolge abweicht. Oftmals ist der Eintritt der gesetzlichen Erbfolge nicht gewollt. Zum Beispiel dann, wenn man keine Kinder hat. Denn verstirbt ein Ehepartner, ohne ein Testament zu hinterlassen, so erben nach der gesetzlichen Erbfolge die Geschwister des verstorbenen Ehepartners neben der Witwe bzw. dem Witwer. Sind gar keine gesetzlichen Erben vorhanden, würde der Staat erben.

Gibt es Vordrucke zum Verfassen eines Testaments?

Nein, das Verfassen eines Testaments ist eine höchstpersönliche Angelegenheit, deshalb gibt es keine Vordrucke. Der Gesetzgeber hat vorgesehen, dass ein Testament handschriftlich mit eigenhändiger Unterschrift oder notariell errichtet werden muss.

Welche Möglichkeiten gibt es, ein wirksames Testament zu verfassen?

Zum einen könnte ein Notar Ihr Testament verfassen. Außerdem ist es möglich, dieses eigenhändig handschriftlich niederzulegen und zu unterschreiben. Dabei sollte Ort und Datum nicht vergessen werden. Beide Formen des Testaments – notariell als auch handschriftlich- sind gültig.

Ist eine nachträgliche Änderung des Testaments möglich?

Sie können Ihr Testament ändern und widerrufen, soweit Sie nicht durch ein Ehegattentestament oder einen Erbvertrag gebunden sind. Für diese Fälle können Sie, sollte der Ehegatte vorversterben, die letztwillige Verfügung nicht mehr ändern. Etwas anderes gilt, wenn Sie sich eine Abänderungsklausel in den gemeinsamen letztwilligen Bestimmungen vorbehalten haben.

Kann ich nach dem Abfassen meines Testaments zu Lebzeiten noch frei über mein Vermögen verfügen?

Wenn Sie ein einseitiges Testament verfassen, können Sie anschließend frei über Ihr Vermögen verfügen. Denn das Testament regelt allein die Verteilung des Vermögens nach dem Ableben. Falls Sie sich aber dazu entschieden haben, mit Ihrem Ehegatten ein BerlinerTestament zu verfassen oder einen Erbvertrag zu errichten, so genießt der letztendlich Bedachte Schutz vor beeinträchtigenden Schenkungen, die erfolgen, um ihn zu benachteiligen.

Wo bewahre ich mein Testament auf?

Das Original des Testaments kann beim Nachlassgericht hinterlegt werden. Damit ist sichergestellt, dass die Eröffnung Ihres Testaments zu gegebener Zeit stattfindet und die bedachten Personen im Testament verständigt werden. Die Aufbewahrung Ihres Testaments ist aber auch zu Hause möglich. Jeder, der das Testament nach dem Ableben findet, ist verpflichtet, dieses beim Nachlassgericht abzugeben.

Was ist der Pflichtteil?

In einem Testament können Sie grundsätzlich frei verfügen, jedoch unterliegt die Testierfreiheit gesetzlichen Grenzen. Den sogenannten Pflichtteilsberechtigten kann das Erbrecht nicht vollständig ent­zogen werden. Zu ihnen zählen der Ehegatte, die Kinder bzw. deren Abkömmlinge und, sofern keine Kinder vorhanden sind, die eigenen Eltern. Die Pflichtteilsberech­tigten haben einen Anspruch auf die Hälfte ihres gesetzlichen Erbteils. den sogenannten Pflichtteil.

Wie kann ich den SOS-Kinderdorf e.V. testamentarisch bedenken?

Wenn Sie Ihr Testament verfassen, können Sie den SOS-Kinderdorf e.V. als Alleinerben, Miterben einsetzen oder mit einem Vermächtnis testamentarisch bedenken.

Um welche Angelegenheiten kümmert sich SOS-Kinderdorf?

Uns ist es ein sehr großes Anliegen, ihren letzten Willen mit Umsicht, Sorgfalt und ganz im Sinne des Verstorbenen zu erfüllen. Wir leiten alle notwendigen Schritte zur Abwicklung Ihres Nachlasses in die Wege, kündigen Verträge und lösen Ihren Haushalt auf. Dabei gehen wir mit den uns überlassenen Unterlagen, Fotos und Schriftstücken sehr behutsam um und achten stets den Schutz der Privatsphäre. Selbstverständlich werden sämtliche Informationen, die wir im Kontakt mit Angehörigen, Testamentsbeteiligten und Vertragspartnern erhalten, vertraulich behandelt.

Wie erfährt der SOS-Kinderdorf e.V. von meinem Ableben?

In der Regel erfahren wir erst davon, wenn uns das Nachlassgericht Ihr eröffnetes Testament übersendet. Sie können jedoch eine Vertrauensperson Ihrer Wahl oder auch das Bestattungsinstitut beauftragen, dass wir so schnell wie möglich verständigt werden sollen.

Kümmern Sie sich auch um meine Beerdigung und Grabpflege, wenn ich Sie in meinem Testament bedenke?

Selbstverständlich übernehmen wir die ehrenvolle Aufgabe der Beerdigung und die Grabpflege, wenn wir testamentarisch bedacht sind und Sie dies wünschen. Für die Beerdigung müssen Sie lediglich Vorkehrungen treffen, damit wir zu gegebener Zeit rechtzeitig davon erfahren. Es wäre deshalb am besten, wenn Sie das Bestattungsinstitut und uns über Ihren Wunsch vorab verständigen.

Kann ich eine bestimmte SOS-Kinderdorf-Einrichtung, die mir besonders am Herzen liegt, bedenken?

Ja, Sie können eine bestimmte SOS-Einrichtung testamentarisch bedenken. Wenn Sie Ihr Testament verfassen, sollten Sie allerdings vermerken, dass wir die Zuwendung ausschließlich für diese verwenden dürfen.

Kann ich Ihnen auch ein Haus oder eine Wohnung vererben oder zu Lebzeiten schenken?

Ja. Wenn Sie sich entscheiden, uns Ihre Immobilie zu überlassen, so wird in den Gremien des SOS-Kinderdorf e.V. nach Begutachtung durch einen unabhängigen Sachverständigen entschieden, ob sie sich für eine SOS-Kinderdorf-Einrichtung eignet oder ob sie fachkundig zum bestmöglichen Preis veräußert werden soll.

Muss der SOS-Kinderdorf e.V. Erbschaft- und Schenkungsteuer zahlen?

Der SOS-Kinderdorf e.V. ist als gemeinnützige Organisation anerkannt und deshalb von Erbschaft- und Schenkungsteuer befreit.

18_SOSKinderdorf_HerbstWeihnacht2013__7936.JPG

Schlägt man eine Akte im Nachlassarchiv des SOS-Kinderdorf e.V. auf, blickt man als allererstes auf ein Bild. Es ist das Bild des Verstorbenen, der mit seiner letztwilligen Zuwendung Kindern, Jugendlichen und benachteiligten Menschen die Chance auf eine bessere Zukunft gibt. Die Botschaft ist klar: Der Mensch steht bei SOS-Kinderdorf im Mittelpunkt. Immer wieder wird SOS-Kinderdorf testamentarisch bedacht, oftmals auch als Erbe. Dann obliegt dem Team im Referat Nachlass und Vermögensübertragungen die Abwicklung aller Angelegenheiten nach dem Tod des Nachlassgebers. "Mich erfüllt meine Aufgabe mit Freude und Dankbarkeit: Beinahe täglich komme ich mit Menschen zusammen, die dazu beitragen wollen, dass Kinder eine Chance auf eine bessere Zukunft haben. Dr. Daniela Späth leitet das Referat Nachlass und Vermögensübertragungen.

Warum arbeiten Sie für SOS-Kinderdorf?

Dr. Daniela Späth Bild vergrößern
Dr. Daniela Späth: Schon während meines Jura-Studiums habe ich mich sehr für gemeinnützige Arbeit interessiert. In meiner Promotion beschäftigte ich mit Völkerrecht und davor absolvierte ich noch den Master-Studiengang „Humanitäre Hilfe“. Natürlich war alles sehr auf Auslandshilfe ausgerichtet. Mir selbst blieb jedoch nicht verschlossen, dass es auch in Deutschland viel Not und Hilfsbedürftigkeit gibt. Die ist zwar nicht so sichtbar, aber dennoch da. Also sah ich mich nach Organisationen im Kinder- und Jugendhilfesektor um, und da führt kein Weg an SOS-Kinderdorf vorbei.

Was sind die Aufgaben des Referats Nachlass und Vermögensübertragungen?
Dr. Daniela Späth: Wir sind die Anlaufstelle für Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Vermögen oder Teile davon, an SOS-Kinderdorf zu vererben. Manche, die sich bei uns melden, haben sich schon übers Internet oder über Flyer informiert und haben bereits klare Vorstellungen davon, welche Informationen Sie noch benötigen. Andere wiederum rufen „einfach mal an“ und wollen mit jemandem Außenstehenden über dieses Thema reden und sich informieren. Von vielen Erblassern wissen wir vorab gar nicht, dass sie SOS-Kinderdorf in ihrem Testament bedacht haben. In diesem Fall informiert uns erstmals das Nachlassgericht, wenn der Erbfall eingetreten ist. In Nachlässen, in denen wir als Erbe eingesetzt sind, fällt uns die Aufgabe der Wohnungsauflösung, der Organisation der Beerdigung und der laufenden Grabpflege zu. Insgesamt arbeiten in unserem Team zwölf Kolleginnen und Kollegen.

Gibt es Fälle, die Sie besonders berührten?
Dr. Daniela Späth: Ich habe gemerkt, dass mir jeder Nachlass im Gedächtnis bleibt. Natürlich ist jeder Fall so individuell wie der Mensch es war. Manche Menschen lerne ich persönlich oder über Telefongespräche näher kennen. Vielen ist es wichtig, dass jemand ihre Geschichte kennt. Von ihnen behalte ich die Bilder und Gespräche im Herzen.

Wer nimmt Kontakt zu Ihnen auf?
Dr. Daniela Späth: Die meisten Menschen sind um die 60 Jahre alt. Wenn man in den Ruhestand wechselt, ist das für viele ein Scheideweg, an dem endlich Zeit ist, sich damit zu beschäftigen, was mit dem Vermögen später geschehen soll. Früher war das Durchschnittsalter um die 70, heute nehmen schon Menschen um die 40 Kontakt mit uns auf. Viele davon fördern SOS-Kinderdorf bereits durch Spenden oder Patenschaften und sind von der Arbeit, die wir für Kinder und Jugendliche leisten, überzeugt. Eine große Rolle spielt für viele auch der Gedanke, dass sie mit ihrem Vermögen der jetzigen Generation helfen möchten. „Ihr letzter Wille kann ein neuer Anfang sein“, drückt das meiner Meinung nach sehr schön aus.

Was muss man bei der Testamentserstellung beachten?
Dr. Daniela Späth: Um sicher zu gehen, dass der letzte Wille so formuliert ist, dass er vollständig ist und korrekt ausgelegt werden kann, empfehlen wir, sich den Rat eines mit Erbrecht vertrauten Rechtsanwalts oder Notars zu holen. Wir selbst laden regelmäßig zu Erbrechtsveranstaltungen ein, bei denen ein Fachanwalt über alle wichtigen Punkte informiert und Fragen beantwortet.

Wie reagieren die Angehörigen und Freunde des Verstorbenen, wenn Sie erfahren, dass SOS-Kinderdorf erbt?
Dr. Daniela Späth: Dies ist unterschiedlich. Mancher ist enttäuscht. Meistens wird es jedoch sehr positiv aufgenommen. Wir freuen uns immer wieder über die vielen Rückmeldungen, wenn Angehörige oder Freunde der Verstorbenen sagen, „es war ihr oder sein Wunsch, und es freut uns, dass der Nachlass bei SOS-Kinderdorf so gute Verwendung findet.“ Und so ist die letztwillige Zuwendung an SOS schon oft ein Vorbild für andere Menschen geworden, die sich mit ihrem letzten Willen beschäftigt haben.

Wir beraten Sie gerne

Das Nachlass-Team von SOS-Kinderdorf hilft gerne weiter

Sie haben eine Frage an unser Nachlass-Team? Schicken Sie uns einfach eine Nachricht - oder rufen Sie uns an: 089 12606-300

Nachricht senden