Fragen und Antworten rund um unsere Arbeit

Es wird gekocht

Es wird gekocht

Wir haben für Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zu unserer Arbeit zusammengestellt. Hier erfahren Sie mehr darüber, wem SOS-Kinderdorf in Deutschland und weltweit hilft, wie der Verein organisiert ist und wofür wir Ihre Spendengelder einsetzen.

SOS-Kinderdorf in Deutschland

Wie hilft SOS-Kinderdorf in Deutschland?

Nach den SOS-Kinderdörfern sind über die Jahre viele weitere SOS-Angebote entstanden. In Deutschland gibt es heute neben den 16 SOS-Kinderdörfern zahlreiche Projekte wie die SOS-Jugendhilfen, die SOS-Beratungszentren, die SOS-Mütterzentren, die SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentren für sozial benachteiligte Jugendliche und die Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen Behinderungen. Mehr als 95.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden in den deutschen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen dauerhaft oder zeitweise betreut, beraten oder ausgebildet.

Was ist ein SOS-Kinderdorf?

Ein Kinderdorf besteht meist aus einer Gruppe von 10 bis 15 Wohnhäusern. Dazu kommen ein Verwaltungsgebäude, ein Kindergarten oder eine Kindertagesstätte, ein gemeinsam genutztes Haus mit einem großen Saal und noch andere Gebäude. Angelegt sind die Häuser wie ein kleines Dorf: Es gibt genug Platz, um sich auszutoben und sich zu treffen, Spielmöglichkeiten, Rasenflächen und Wege. Meist liegen die Kinderdörfer am Rande eines Ortes - jeder kann dorthin kommen. Es gibt aber auch Kinderdörfer in Städten, die etwas anders aussehen. Im Ausland sind die Kinderdörfer ähnlich aufgebaut, nur sind sie dann angepasst an die übliche Bauweise und das Klima.

Welche Kinder leben in einem SOS-Kinderdorf?

Errichtet wurden die SOS-Kinderdörfer ursprünglich für Waisenkinder, die ihre Eltern verloren hatten. Heute sind die meisten Kinder, die in Deutschland im SOS-Kinderdorf leben, keine Waisen mehr, sondern sie können aus den verschiedensten Gründen nicht bei ihren Eltern aufwachsen. Wenn Eltern nicht in der Lage sind, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern und das Wohl der Kinder gefährdet ist, entscheidet das Jugendamt, wo sie bestmöglich betreut werden können. Eine Möglichkeit ist die Aufnahme in ein SOS-Kinderdorf. Das bietet sich besonders dann an, wenn es um eine langfristige Unterbringung der Kinder außerhalb des Elternhauses geht.

Wie viele SOS-Kinderdörfer gibt es in Deutschland?

In SOS-Kinderdorf gibt es 16 SOS-Kinderdörfer. Insgesamt ist SOS allerdings an über 100 Standorten in Deutschland aktiv! Denn SOS-Kinderdorf ist mehr als nur Kinderdorf: Es gibt unter anderem noch SOS-Jugendhilfen, die SOS-Beratungszentren, SOS-Mütterzentren und -Mehrgenerationenhäuser, die SOS-Ausbildungs- und Beschäftigungszentren für sozial benachteiligte Jugendliche und Dorfgemeinschaften für Menschen mit geistigen Behinderungen.

SOS-Kinderdorf weltweit

Welche SOS-Einrichtungen gibt es im Ausland?

SOS-Kinderdörfer ermöglichen weltweit eine Zukunft für Kinder in Not. Die übrigen Angebote in Trägerschaft von SOS-Kinderdorf orientieren sich an der individuellen Bedarfslage. So helfen wir im Ausland mit SOS-Jugendhilfeeinrichtungen und Angeboten zur Berufsausbildung sowie mit Schulen und Kindergärten, die von SOS-Kinderdorf unterhalten werden. Hinzu kommen SOS-Sozialzentren und Programme, die sich um Familien kümmern, die spezielle Unterstützung benötigen. Auch SOS-Medizinische Zentren gibt es im Ausland, da die medizinische Versorgung der Bevölkerung häufig nicht ausreicht.

Leben in den SOS-Kinderdörfern im Ausland nur Waisen?

Viele der Kinder, die im Ausland ins SOS-Kinderdorf kommen, sind Waisen, deren Eltern an Krankheiten gestorben oder bei Kriegen oder Unruhen ums Leben gekommen sind.

In Deutschland leben heute nur noch sehr wenige Waisenkinder in den SOS-Kinderdörfern - anders als in den Anfangsjahren von SOS-Kinderdorf, als viele Kinder ihre leiblichen Eltern im Zweiten Weltkrieg verloren hatten. Der Großteil der Kinder stammt aus Familien, in denen in der Regel beide Eltern noch leben, bei denen sie aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht bleiben können

Wie viele SOS-Kinderdorf-Einrichtungen gibt es weltweit?

SOS-Kinderdorf ist weltweit in 134 Ländern mit über 2.500 Einrichtungen vertreten und unterstützt so Kinder in der Welt und ihre Familien durch Hilfsprojekte in Afrika, Amerika, Asien und Europa. Träger der SOS-Kinderdorf-Arbeit sind jeweils die SOS-Kinderdorfvereine in den verschiedenen Ländern. Auch wir, der SOS-Kinderdorf e.V., helfen im Ausland – neben unserem Engagement in Deutschland: Aktuell finanzieren wir 123 SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in 37 Ländern weltweit (Stand: SOS-Jahresbericht 2016).

Leistet SOS-Kinderdorf auch Katastrophenhilfe in Krisengebieten?

Ja, in Krisen-, Kriegs- und Katastrophensituationen kann SOS-Kinderdorf dort, wo Projekte vorhanden sind bzw. ein bewährtes Netzwerk besteht, unmittelbar helfen. Das Spektrum der Katastrophenhilfe reicht von der Errichtung von Notkliniken, Ausspeisungszentren und Notunterkünften bis zur Verteilung von Hilfsgütern und Wiederaufbauarbeit.

Verwendung von Spendengeldern

Wofür werden meine Spenden eingesetzt?

Eine Zukunft für Kinder, die allein gelassen und vernachlässigt wurden, zu ermöglichen und benachteiligte Familien zu unterstützen – das ist die Kernaufgabe von SOS-Kinderdorf und dafür werden alle Spenden verwendet, die wir erhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass junge Menschen - auch wenn sie eine schwierige Ausgangssituation haben - Freude am Leben entwickeln können. Dazu bieten wir bedarfsgerechte Unterstützung und individuelle Hilfe. Wo und wie wir Schwerpunkte setzen, wird nach der aktuellen Situation und Bedarfslage entschieden.

Im Ausnahmefall kann es nach öffentlichen Spendenaufrufen zu einem bestimmten Zweck zu der Situation kommen, dass für den konkreten Spendenzweck entweder zu viel Geld gespendet wurde oder wegen der projektbezogenen äußeren Umstände die Gelder nicht oder nicht zeitnah für den konkreten Spendenzweck eingesetzt werden können. Diese werden dann für ein vergleichbares Projekt, jedenfalls aber für satzungsmäßige Zwecke eingesetzt.

SOS bekommt doch auch Geld vom Staat. Warum soll ich trotzdem spenden?

SOS-Kinderdorf bekommt öffentliche Zuwendungen, um die von uns betreuten Kinder beispielsweise mit Kleidung, Schulzeug, etc. auszustatten. Die öffentlichen Gelder sichern also die Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen, die in unseren SOS-Einrichtungen leben. Doch SOS-Kinderdorf leistet mehr. Dieses „Mehr“ ist durch die Unterstützung unserer Spender möglich. Es sind die Momente, die eine geborgene Kindheit ausmachen: Die Gutenachtgeschichte vor dem Einschlafen ... das gemeinsame Essen im Kreise der Familie ... in den Arm genommen zu werden, wenn es einem schlecht geht ... immer jemanden zu haben, der zuhört und hilft, wo es nur geht. Dies gewährleisten wir durch ausreichend und speziell ausgebildetes Personal, durch zugeschnittene Therapieleistungen, Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung der Kinder usw. Außerdem ermöglichen uns Spendengelder, flexibel zu agieren und schnell und unbürokratisch dort zu helfen, wo unsere Hilfe am dringendsten gebraucht wird.

Wie viel von meinem Geld kommt bei den Kindern an?

84,85 % der maßgeblichen Gesamtaufwendungen fließen konkret in die Projektförderung und -begleitung im In- und Ausland, 12,21 % in Werbung und Öffentlichkeitsarbeit und 2,94 % in die Verwaltung.

Die Verwaltungsaufgaben sind wichtig, um regelmäßige Spenden und die Arbeit in den SOS-Einrichtungen langfristig zu sichern sowie weiter auszubauen. Selbstverständlich achten wir darauf, dass sich Kosten in vernünftigen Grenzen bewegen und rentabel sind. Ein Beweis dafür ist das DZI-Spendensiegel, das der SOS-Kinderdorf e.V. seit vielen Jahren verliehen erhält.

Mehr über Spendeneinnahmen und Projekte erfahren

Was passiert mit meinen Spenderdaten?

Eine Erfassung und Speicherung von persönlichen Informationen wie Name, Anschrift und weiteren persönlichen Angaben erfolgt bei SOS-Kinderdorf ausschließlich, wenn jemand zum Beispiel Informationsmaterial über unsere Arbeit anfordert, eine Spende an eine SOS-Einrichtung tätigt oder eine Patenschaft für ein von SOS-Kinderdorf betreutes Kind abschließt. Die sensiblen personenbezogenen Daten werden bei SOS-Kinderdorf auf einem besonders geschützten Server gespeichert und nur dann an Dritte weitergegeben, wenn diese Dienstleistungen im Auftrag von SOS-Kinderdorf erbringen. Zudem werden sämtliche mit vertraulichen Daten befassten Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen verpflichtet. Gleiches gilt auch für Dritte, die im Auftrag von SOS-Kinderdorf Dienstleistungen erbringen. Andere Werbungstreibende erhalten in keinem Fall Adressen von SOS-Kinderdorf!


Zur Vermeidung einer Doppelansprache von Spendern räumt der SOS-Kinderdorf der SOS-Kinderdorf-Stiftung sowie dem SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Zugriffsrechte auf zur Identifikation notwendiger Daten von Spendern ein (Name und Adresse).


Neue Rechtslage seit 1. September 2009

Zum 1.9.2009 ist die Bundesdatenschutznovelle II in Kraft getreten. Für personalisierte postalische Werbung gilt nun die Einwilligung (»Opt-in«) des Adressaten als Voraussetzung für die Versendung von Werbebriefen. Das Gesetz sieht gleichzeitig sechs Ausnahmen vom Einwilligungsvorbehalt vor, von denen eine auch für den SOS-Kinderdorf e.V. gilt. Als steuerbegünstigte Hilfsorganisation darf der Verein weiterhin auch ohne vorherige Einwilligung des Empfängers für Spenden in Form von personalisierten Briefen werben. Wir bauen weiter auf das Verständnis in der Bevölkerung für unsere Werbemaßnahmen. Denn zur Finanzierung unserer Arbeit sind wir auf die Unterstützung vieler Menschen angewiesen. Deshalb müssen wir auch in Zukunft neue Freunde für die SOS-Kinderdorf-Idee gewinnen.


Versand von Werbebriefen

Ohne die überwältigende Zahl von Spendern, Paten, Stiftern und weiteren Förderern wäre die vielfältige Arbeit von SOS-Kinderdorf nicht finanzierbar. Weil aber jedes Jahr eine ganze Reihe von Spendern aus unterschiedlichsten Gründen ausscheidet, ist es eine der vorrangigen Aufgaben der Spenderwerbung, neue SOS-Freunde zu gewinnen. Ein geeignetes Mittel dazu ist der Versand von Werbebriefen. Um für die Aussendung von Werbebriefen die Adressen potentieller Spender zu erhalten, arbeitet der SOS-Kinderdorf e.V. mit Adressverlagen zusammen, die darauf spezialisiert sind, für die jeweiligen Auftraggeber die passenden Adressen bereit zu stellen. Diese werden von uns dann einmalig für die Werbesendung genutzt, aber nicht gespeichert. Um unerwünschte Werbung und damit verbundene Kosten zu vermeiden, gleicht SOS-Kinderdorf die Adressen, die zu Werbezwecken eingesetzt werden, stets mit der aktuellen sogenannten Robinson-Liste ab. In ihr sind alle Personen verzeichnet, die sich beim Deutschen Dialogmarketing Verband (www.ddv.de) angemeldet haben, um die Zusendung von Werbebriefen an die eigene Adresse einzuschränken.

Alle Informationen zum Datenschutz bei SOS-Kinderdorf

Geschichte und Organisation

Was für eine Art von Organisation ist SOS-Kinderdorf?

Der SOS-Kinderdorf e.V. ist ein privates, politisch und konfessionell unabhängiges Sozialwerk. Im weltweit tätigen Dachverband SOS-Kinderdorf International ist der SOS-Kinderdorf e.V. einer der großen Fördervereine, die das SOS-Engagement finanziell unterstützen und aktiv mitgestalten. Der Verein ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV).

SOS-Kinderdorf e.V. - das sind aber vor allem Menschen, die hinter dieser Organisation stehen. Ehrenamtlich und hauptberuflich. Sie alle verbindet seit fünf Jahrzehnten ein Motto: Hoffnung und Zukunft geben. Diese menschlichen Ideale und das große persönliche Engagement jedes Einzelnen sind eingebunden in einen stabilen und gleichzeitig flexiblen unternehmerischen Rahmen.

Wer hat die SOS-Kinderdörfer erfunden und warum?

Der Österreicher Hermann Gmeiner (1919 –1986) war nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Innsbruck. Dort studierte er Medizin. Er wollte für die Waisenkinder, die durch den 2. Weltkrieg ihre Eltern verloren hatten, eine neue Familie und ein neues Zuhause schaffen. Hermann Gmeiner war mit der Unterbringung der Kinder in Heimen, die damals üblich war, nicht einverstanden. Die Kinder schliefen dort alle zusammen in großen Schlafsälen und es fehlte jemand, der immer für sie da war und nicht abends nach Hause ging. "Jedes Kind braucht eine Mutter, Geschwister, ein Haus mit der Wohnstube und ein Dorf, um sich geborgen zu fühlen und zu einem Menschen heranzuwachsen, der seinen Platz im Leben ausfüllt", war seine Überzeugung.

Wie viele Mitarbeiter hat SOS-Kinderdorf?

Der SOS-Kinderdorf e.V. ist mit 40 pädagogischen Einrichtungen an ca. 300Standorten ein großer und bundesweit tätiger Arbeitgeber in der Kinder- und Jugendhilfe. Mehr über SOS-Kinderdorf in Deutschland Ca. 3.607 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in den unterschiedlichen Berufsfeldern der sozialen Arbeit, aber auch im Verwaltungs- und Finanzbereich der Einrichtungen und der Geschäftsstelle in München. Neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt es auch rund 950 viele Praktikanten, Freiwillige und ehrenamtlich Tätige.

Welche organisatorischen Regelungen gibt es?

Der Verein hat ein umfassendes Regelwerk entwickelt, das die Aufbau- und Ablauforganisation in den Einrichtungen und der Geschäftsstelle steuert und  dazu beiträgt, die Aufgaben bestmöglich zu erfüllen. Alle Regelungen sind in einem Organisationshandbuch zusammengefasst und im Intranet für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abrufbar. Die Geschäftsordnung und die Managementleitlinien regeln – ergänzt durch die Richtlinienkompetenzen der Ressorts und Stabsstellen – Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Organe, Geschäftsbereiche, Ressort- und Einrichtungsleitungen.

Mehr über offizielle Kontrolle bei SOS_Kinderdorf erfahren

Kann ich ehrenamtlich für SOS-Kinderdorf arbeiten?

Einige Einrichtungen von SOS-Kinderdorf arbeiten sehr gerne mit ehrenamtlichen Helfern zusammen. Wer sich ehrenamtlich beim SOS-Kinderdorf e.V. engagieren möchte, sollte deshalb direkt bei der Einrichtung nachfragen, die er unterstützen möchte.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Fachportal

Ist ein Praktikum oder FSJ bei SOS-Kinderdorf möglich?

Einige Einrichtungen von SOS-Kinderdorf in Deutschland bieten Praktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an, um sich vor dem Berufseinsteig zu orientieren. Wer ein Praktikum oder ein FSJ bei SOS-Kinderdorf machen möchte, sollte sich deshalb direkt mit der SOS-Einrichtung in Verbindung setzen, in der er arbeiten möchte.

Leider gibt es keine Möglichkeit ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. SOS-Kinderdorf sowie SOS-Kinderdorf International bieten nur Praktikumstellen im jeweiligen Heimatland an.

Weitere Informationen zum Thema Praktika/FSJ finden Sie in unserem Fachportal

Leben im SOS-Kinderdorf

Wie sieht ein Tagesablauf in einem SOS-Kinderdorf aus?

Morgens weckt die SOS-Kinderdorfmutter alle ihre Schützlinge, macht Frühstück und richtet das Pausenbrot her. Je nachdem wie alt die Kinder sind, gehen sie dann in den Kindergarten oder zur Schule. Währenddessen kümmert sich die SOS-Kinderdorfmutter um den Haushalt: Sie wäscht Wäsche, kocht Mittagessen, räumt auf oder trifft sich mit den Fachkräften aus dem SOS-Kinderdorf, um sich Rat zu holen, wenn es einmal Streit oder Probleme in der Familie gibt. Ist die Schule zu Ende, trifft sich meist die ganze Familie am Mittagstisch: Dort wird gegessen, gelacht und erzählt, was am Tag passiert ist. Nach den Hausaufgaben gehen die Kinder ihren Hobbies nach: Sie treffen Freunde, gehen zum Sport, lernen ein Musikinstrument oder spielen im Haus. Viele Freizeitaktivitäten (wie Bastel-, Musik- oder Sportangebote) finden direkt im SOS-Kinderdorf statt. Aber da dürfen natürlich auch Kinder von außerhalb mitmachen. Auch der Abend läuft eigentlich ab wie in jeder anderen Familie auch: Es wird gemeinsam Abend gegessen, geredet, fern geschaut oder gespielt. Den kleineren Kindern wird natürlich noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen.

Haben die Kinder auch weiterhin Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen?

Durch den Kontakt zu ihren Eltern und Angehörigen fällt es vielen Kindern leichter, die zum Teil sehr schlimmen Erlebnisse ihrer Kindheit aufzuarbeiten. Der Kontakt zu den Herkunftsfamilien ist SOS-Kinderdorf deshalb ganz besonders wichtig und wird so intensiv wie möglich gefördert. Der Schutz der Kinder steht dabei aber immer im Vordergrund.

Wie wohnen SOS-Kinderdorf-Familien?

In den SOS-Kinderdörfern wachsen hilfsbedürftige Kinder behütet in den SOS-Familien auf. Sie leben zusammen mit ihrer SOS-Mutter und ihren Geschwistern in einem Haus innerhalb der Dorf-Gemeinschaft. Hier wird gespielt, gelacht, gestritten und gefeiert wie in einer richtigen Familie. Für die Kinder, die oft mit schmerzhaften Erfahrungen in ein SOS-Kinderdorf kommen, ist das ganz besonders wichtig. Im SOS-Kinderdorf finden sie wieder Menschen, zu denen sie langfristig Vertrauen aufbauen können, die zuverlässig für sie da sind – eine Familie eben.

Die meisten SOS-Kinderdorf-Familien leben in einem Haus mit Garten. In diesem Haus gibt es Einzel- und Doppelzimmer für die Kinder, einen eigenen Bereich für die Kinderdorfmutter und einen Wohn- und Essbereich für alle. Diesen Lebensraum gestaltet die SOS-Kinderdorfmutter mit den Kindern gemeinsam und individuell.

Wie lange bleiben die Kinder im SOS-Kinderdorf?

Kinder, die nicht in ihre eigentlichen Familien zurückkehren können, bleiben so lange im Kinderdorf, bis sie in der Lage sind, ein selbstständiges Leben zu führen, und zum Beispiel eine Ausbildung absolvieren. Manche wechseln als Jugendliche von ihrer Kinderdorf-Familie in eine SOS-Jugendeinrichtung.

Was passiert, wenn Geschwisterkinder in ein SOS-Kinderdorf kommen?

Eines der Grundprinzipien von SOS-Kinderdorf ist es, dass Geschwisterkinder nicht getrennt werden. Stattdessen leben sie zusammen in einer SOS-Familie.