Nadja erzählt: Mein Tag im SOS-Kinderdorf

Ein Mädchen trinkt aus einem Strohhalm

Von morgens bis abends: Einblicke in ein SOS-Kinderdorf

Gehen Kinder, die im SOS-Kinderdorf leben, in eine ganz normale Schule? Haben die Jungen und Mädchen auch Freunde, die nicht im SOS-Kinderdorf leben? Fahren die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf auch in den Urlaub? Jeden Tag erreichen uns per E-Mail und Telefon viele spannende und interessante Fragen. Nadja lebt seit sechs Jahren im SOS-Kinderdorf und erzählt von ihrem Tagesablauf.

Nadja ist zehn Jahre alt. Nadjas Vater kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben, ihre Mutter ist seitdem schwer krank und kann sich nicht angemessen um die Kinder kümmern. Vor sechs Jahren kam Nadja gemeinsam mit ihrem älteren Bruder Jonas ins SOS-Kinderdorf.

"Eigentlich ist es bei uns wie in jeder anderen Familie auch", erzählt Nadja. "Um 7 Uhr weckt uns unsere SOS-Kinderdorf-Mutter. Wir nennen sie übrigens beim Vornamen, Tanja. Erst kommen die größeren Kinder dran – und zum Schluss die Kleinen, die noch nicht in die Schule müssen. Anschließend gibt es Frühstück. Tanjas Tag beginnt meist schon eine Stunde früher, bevor sie uns weckt. Sie hat schon für alle die Pausenbrote fertig gemacht und den Frühstückstisch gedeckt.

SOS-Kinderdorf in der Schule Bild vergrößern

In unserer Familie leben fünf Kinder. Nach dem Frühstück gehe ich mit Jonas und Carolin zur Schule. Wir fahren mit dem Schulbus, der gleich in der Nähe des SOS-Kinderdorfes hält. Ich gehe gemeinsam mit Carolin in die vierte Klasse. Wir sind zwar keine echten Geschwister, verstehen uns aber super. Fast so wie beste Freundinnen. Jonas geht schon in die sechste Klasse und tut immer ziemlich cool. Er setzt sich im Schulbus extra weit weg von uns, damit wir nicht hören, was er mit seinen Freunden redet. Tanja meint, er sei gerade in der Pubertät. Natalie und Lisa sind die Kleinsten in unserer Familie. Die beiden sind drei Jahre alt und gehen in den Kindergarten im SOS-Kinderdorf. Das ist super – denn da kommen auch viele Kinder hin, die nicht im SOS-Kinderdorf leben! Während wir alle aus dem Haus sind, kümmert sich unsere SOS-Kinderdorfmutter  um den Haushalt, geht einkaufen, wäscht Wäsche und bereitet das Mittagessen vor.

Organisation ist alles

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Um 13:30 Uhr sind wir alle wieder zu Hause. Mittags wird gemeinsam gegessen, alles Wichtige besprochen und der Nachmittag geplant. Montags übe ich nach den Hausaufgaben meistens Flöte, Carolin trifft sich mit einer Freundin aus dem Nachbarhaus und Jonas will zum Fußballtraining. Am Dienstag sind wir alle in der Kunstwerkstatt im SOS-Kinderdorf und malen und basteln. Tanja geht währenddessen zum wöchentlichen Treffen aller SOS-Kinderdorf-Mütter. Dort diskutiert sie gemeinsam mit anderen Fachleuten über schwierige Situationen und alle suchen nach Lösungsvorschlägen. Währenddessen passt Silvia, eine Erzieherin, auf die beiden Kleinen auf. Wenn wir am Abend alle im Bett liegen, hat Tanja Zeit für sich. Sie sagt zwar ab und zu, dass ihr Beruf oft ganz schön anstrengend sei, aber dass sie es toll findet zu sehen, wie wir uns entwickeln.

Macht eine SOS-Kinderdorfmutter auch Urlaub? Na klar!

Schild des Feriendorfs Caldonazzo Bild vergrößern

 

Und Urlaub? Wie in jedem anderen Beruf hat natürlich auch unsere SOS-Kinderdorfmutter Anspruch auf Urlaub, den Tanja in diesem Jahr gemeinsam mit einer Freundin in den Bergen verbringt – ganz ohne uns Kinder. Ich fahre mit Carolin nach Caldonazzo in ein SOS-Jugendcamp, in dem sich jeden Sommer viele SOS-Kinderdorfkinder aus der ganzen Welt treffen. Caldonazzo ist gleich an einem See, Jonas war schon zwei Mal dort und hat uns schon viel davon erzählt. Ich freue mich, denn endlich bin ich alt genug. Jonas fährt mit seinem Fußballverein zum Zelten und Silvia passt währenddessen auf die Nesthäkchen auf.

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Mädchen mit Teddy

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