Kleines Reiskorn - große Wirkung

Spendenaufruf Ein Reiskorn für Korea

Unser Spender Wilfried Sievert bewahrt seit über 50 Jahren eine ganz besondere Erinnerung in seiner Brieftasche.

Es ist so klein, dass man es schnell verlieren könnte. Aber es ist gut verschweißt und völlig unbeschädigt – immer noch, nach über fünfzig Jahren. Wilfried Sievert hat das Reiskorn seit 1963 in Cellophan gut aufgehoben, in seiner Brieftasche, wo es hingehört. Es stammt aus einem Spendenaufruf, dem damals neben Wilfried Sievert viele tausend Menschen gefolgt sind. Die „Reiskornaktion“ des Kinderdorf-Gründers Hermann Gmeiner ist noch heute eine beeindruckende Geschichte weltweiter Solidarität.

SOS-Spender Wilfried Sievert mit dem Spendenaufruf von 1963 Bild vergrößern

Eine Erinnerung fürs Leben und der Grundstein einer treuen SOS-Spendergeschichte: Wilfried Sievert mit dem Spendenaufruf von 1963.

Zehn Jahre nach dem Koreakrieg reiste Gmeiner 1963 in das immer noch stark kriegsbeschädigte Land. Gmeiner schrieb in seine Reisenotizen von den dramatischen Bildern, die sich ihm in den Straßen von Daegu boten: „Überall Kinder in Lumpen und zu Skeletten abgemagert“. Eine Begegnung mit einem Kind brachte Hermann Gmeiner aber dann auf eine großartige Idee, wie den Kindern in Korea geholfen werden könnte. Kim Chung Suk, ein Waisenjunge aus den Straßen von Daegu, überreichte Gmeiner bei seinem Besuch ein Reiskorn als Symbol von Gesundheit, Frieden, langem Leben und Glück – eine damals übliche Geste in Korea. Gmeiner bedankte sich und schloss eine Bitte an: „Bring mir ein paar Reiskörner und bitte auch deine Freunde, mir etwas Reis zu schenken. Den Reis will ich Menschen auf der Welt bringen, damit sie mir für jedes Reiskorn ein wenig Geld geben, um für dich und deine Freunde ein Dorf bauen zu können". Die Kinder waren fleißig, tatsächlich nahm Gmeiner einen ganzen Sack Reis mit nach Hause und verschickte die Reiskörner mit der Bitte, für ein Korn je einen Dollar zu spenden an viele tausend Adressen in Europa und den USA. Mit dem überwältigenden Erfolg dieser "Reiskornaktion" konnte 1965 in Daegu das erste SOS-Kinderdorf auf außereuropäischem Boden eröffnet werden.

Ein besonderer "Glücksbringer"

Wilfried Sievert hat das Reiskorn aus der damaligen Spendenaktion aufgehoben. Weil es auch für ihn ein Zeichen des Friedens und Glücks sein sollte, verwahrte der heute 80-jährige das Reiskorn in seiner Brieftasche: „Als Glücksbringer, ja, aber auch mit dem Gedanken an die Kinder, um die sich SOS-Kinderdorf kümmert!“. Der pensionierte Gymnasiallehrer ist seit Oktober 1962 – kurz nach der Geburt seines ersten Kindes – Mitglied bei SOS-Kinderdorf, eine lange Zeit, in der er sich immer über die SOS-Kinderdorf-Arbeit in Deutschland und auf der ganzen Welt auf dem Laufenden gehalten hat: „Mich fasziniert bis zum heutigen Tag, dass die SOS-Kinderdorf-Idee so erfolgreich geworden ist, aber bis heute immer noch vor allem durch viele kleine Beiträge lebt“, so Sievert.

Gewusst?

Ein südkoreanischer Junge schüttet Hermann Gmeiner Reiskörner in die Hand Bild vergrößern

Aufgrund zahlreicher internationaler Hilferufe plant Hermann Gmeiner den Bau von SOS-Kinderdörfern auch in Asien und Südamerika. Er führt die legendäre Reiskorn-Aktion durch, mit deren Erlös er das erste asiatische SOS-Kinderdorf in Daegu / Südkorea baut. In Südamerika entstehen in Argentinien, Ecuador und Uruguay weitere SOS-Kinderdörfer.

Mit der Reiskornaktion wurde der Grundstein für die SOS-Arbeit in Asien gelegt. Heute gibt es in Südkorea 3 Kinderdörfer: in Daegu, in Suncheon und in Seoul. Bis heute entstanden in insgesamt 27 asiatischen Ländern 164 SOS-Kinderdörfer (fast 28.000 Mädchen und Jungen wachsen dort in einem liebevollen Zuhause auf), 197 Jugendeinrichtungen, 72 Kindergärten, 59 Hermann-Gmeiner-Schulen, 34 Berufsbildungszentren und 7 Medizinische Zentren.

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