Lesepate Achim Bubke: "Ich bekomme mehr zurück, als ich gebe"

Lespate Achim Bubke mit zwei Kindern

Geduldig lässt sich Achim Bubke von Swen und Andreas vorlesen. 

Bücher sind der Schlüssel zur Welt

Achim Bubke nennt sich selbst einen „praktizierenden Großvater“. Doch durch Umzüge sind ihm seine zwei Enkel „abhanden gekommen“, wie er es nennt, und die Zeit, die er mit ihnen verbringen kann, beschränkt sich auf die Ferien. Da er jedoch auch im Ruhestand noch eine Aufgabe haben wollte und besonders gut mit Kindern im Grundschulalter klar kommt, meldete er sich auf ein Inserat in der Lokalzeitung, in dem das SOS-Familienzentrum Wilhelmshaven ehrenamtliche Lesepaten suchte.

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Spielerische Nachhilfe: Lesepate Achim Bubke

Wenn Achim Bubke mittwochs um 14.30 Uhr die Mittagsbetreuung betritt, kommen schon die Mädchen und Jungen mit einem Buch angelaufen. Der pensionierte Marineoffizier ist ihr ehrenamtlicher Lesepate, der sie einmal wöchentlich besucht und mit ihnen Lesen übt. 90 Minuten hat er Zeit, in der zwischen vier und fünf Kinder an die Reihe kommen.

Lesepaten: Spielerische Nachhilfe mit Spaßfaktor

Die Kinder dürfen selbst aussuchen, welche Geschichte sie Achim vorlesen möchten. Manchmal ist es eine Geschichte im Lesebuch, die sie als Hausaufgabe aufhaben, aber meist sind es Geschichten aus ihrem Lieblingsbuch. Die Hausaufgabenbetreuung hat mittlerweile eine kleine Bibliothek, in der Bücher stehen, die Kinder in diesem Alter interessieren. Erst kürzlich brachte Achim Bubke ein Buch mit Fußballgeschichten vom Flohmarkt mit, „schließlich weiß ich inzwischen, was den Mädchen und Jungen am meisten gefällt.“

Ehrenamtlich helfen - mit Geduld, Wärme und Verständnis

Achim Bubkes Lesewerkstatt ist bei den Kindern sehr beliebt Bild vergrößern

Achim Bubkes Lesewerkstatt ist bei den Kindern sehr beliebt

Viele Kinder tun sich mit dem Lesen noch schwer, oft dauert es, bis sie die einzelnen Wörter gebildet haben und einen vollständigen Satz zusammenbringen. Mit bewundernswerter Gelassenheit sitzt Achim daneben, lobt viel und korrigiert mit Fingerspitzengefühl. „Ich möchte so wenig Druck wie möglich ausüben, denn es ist wichtig, dass die Kinder nicht die Lust verlieren und merken, wie viel Freude das Lesen bereitet.“Ein richtiges Erfolgserlebnis hatte der ehrenamtliche Lesepate mit Sabiha, einer jungen Türkin. Weil sie sich beim Lesen so schwer tat, wurde sie von der zweiten in die erste Klasse zurückversetzt. „Sie konnte einfach keine Wörter formen“, erinnert sich Achim Bubke. „Also übte ich mit ihr mit einem Buchstabenpuzzle, bis es ihr gelang, die einzelnen Buchstaben zu erkennen. Dann dauerte es ein dreiviertel Jahr steten Übens, bis der Knoten geplatzt war. Innerhalb von vierzehn Tagen konnte Sabiha lesen. Heute ist sie in der 4. Klasse und liest wunderbar!“

Swen zeigt seinen Fußball Bild vergrößern

Auch bei der Weihnachtsfeier waren die Lesepaten mit dabei.

Solche Erfahrungen sind es, die Achim Bubke gerne an seine "Kolleginnen" Gesa, Elke und Irmtraut weitergibt. Zweimal im Jahr treffen sich die ehrenamtlichen Lesepaten mit der SOS-Mitarbeiterin und Pädagogin Susanne Badtke, die die Leseförderung der SOS-Hausaufgabengruppe koordiniert. Dann ist Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und Tipps weiterzugeben. "Wenn aktuell etwas ansteht, rufe ich meine „Kolleginnen“ an, die an den anderen Wochentagen die Lesestunden übernehmen, um mich auszutauschen", erzählt Achim Bubke. Seine Frau, die selbst im „Deutschen Frauenring“ aktiv ist, und seine Bekannten finden es übrigens toll, dass er sich ehrenamtlich engagiert. „Lesepate zu sein macht mir richtig Spaß und ich bekomme dabei mehr zurück, als ich gebe“, meint der Wilhelmshavener. Für ihn „ist Lesen der Schlüssel für alles“ und er ist glücklich, seinen Lesekindern das nötige Selbstbewusstsein und die Übung mitzugeben, dass sich ihnen diese Welt erschließt.

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Mädchen mit Teddy

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