Komplizierte Zwillingsgeburt in der SOS-Klinik

Hawa mit ihren Zwillingsmädchen

Bis vor wenigen Wochen stand es auf der Kippe: werden die Zwillinge überleben?

Die 28-jährige Hawa ist kleinwüchsig und mit Zwillingen schwanger. Nach einer Schwangerschaft mit Komplikationen kamen die beiden afrikanischen Mädchen viel zu früh auf die Welt und wogen kaum ein Kilo. Keiner konnte sagen, wie hoch ihre Überlebenschancen liegen. Dank der medizinischen Betreuung durch das SOS-Krankenhaus in Mogadischu können die Mädchen nun bald ihren ersten Geburtstag feiern. Trotz der schwierigen Startbedingungen sind beide heute gesund.

Somalia zählt zu den Ländern mit den höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten. Die meisten Geburten finden hier ohne medizinische Begleitung statt. Das Land leidet häufig unter extremen Dürreperioden und großen Hungersnöten. An die 1,4 Mio. Kinder unter fünf Jahren sind stark unterernährt.

Ihr erstes Kind verlor Hawa vor einigen Jahren bei der Geburt. Nach drei Tagen Wehen zuhause ohne jegliche medizinische Unterstützung, brachte ihre Familie sie damals endlich in das SOS-Krankenhaus in Mogadischu. Die Ärzte konnten zwar  ihr Leben gerade noch retten, das des Kindes jedoch nicht mehr. Die Diagnose traf die Familie schwer: Auf normalem Wege würde Hawa keine Kinder mehr gebären können. Traumatisiert von dem schlimmen Erlebnis, suchte sie gleich zu Beginn der neuen Schwangerschaft die Ärzte auf.

Eine doppelte Überraschung

Zwei Frauen in Somalia Bild vergrößern

Hawa ist überglücklich über die gute Betreuung, die sie in der SOS-Klinik fand.

Im Krankenhaus war die Überraschung groß: ein Ultraschall bestätigte eine Zwillingsschwangerschaft. Für Hawa und die Babys ein großes Risiko. „Ich war glücklich und verängstigt zugleich“, schildert sie rükblickend. Das Klinikpersonal unterstützte sie und nahm ihr die Angst. Im achten Schwangerschaftsmonat setzten bei Hawa plötzliche Wehen ein. Die Ärzte entschieden zum Wohl von Mutter und Kindern, die Babys sofort per Kaiserschnitt zu holen. Die Mädchen kamen mit einem Geburtsgewicht von gerade mal einem Kilo extrem untergewichtig zur Welt - laut Weltgesundheitsorganisation gelten alle Neugeborene mit weniger als 2,5 Kilo Geburtsgewicht als zu leicht.

Hawa und ihr Mann hatten große Angst, dass ihre  Mädchen nicht überleben

Die Kinder wurden sofort auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt. Wochenlang tat das Klinikpersonal alles in seiner Macht stehende: die Neugeborenen kamen in einen Inkubator, wurden beatmet und künstlich ernährt sowie erhielten Antibiotika. Tag für Tag besserte sich ihr Zustand, sie legten an Gewicht zu und wurden aktiver. Nach 40 Tagen auf der Neugeborenenstation konnten beide Mädchen endlich gesund nach Hause entlassen werden. Hawa ist heute überglücklich: „Ich werde nie vergessen, was SOS-Kinderdorf für uns getan hat! Ich werde euch ewig dankbar sein!“ 

Die SOS-Klinik rettet Kinderleben
In Somalia gibt es praktisch kein staatliches Gesundheitssystem. Seit die SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu vor fast 30 Jahren eröffnet wurde, ist sie permanent voll ausgelastet. Sie gilt als "Oase der Hoffnung". Mütter erhalten dort qualifizierte vor- und nachgeburtliche Betreuung und kranke und unterernährte Kinder werden medizinisch versorgt. Deshalb ist der Zulauf enorm – viele Menschen nehmen weite Fußmärsche auf sich, um sich in der SOS-Klinik behandeln zu lassen.

Unser gemeinsames Ziel

Kinder in den ärmsten Regionen der Weltdürfen in eine lebenswerte Zukunft starten

Wir helfen Hunderttausenden von Kindern durch Betreuungs-, Bildungs- und Gesundheitsprogramme:

Betreuung: 
Millionen Kinder auf der ganzen Welt leben aus verschiedenen Gründen ohne die liebevolle Fürsorge einer Familie. Ursachen sind unter anderem Armut und ihre Begleiterscheinungen, Krankheiten, häusliche Gewalt, Kriege oder Naturkatastrophen. Wir arbeiten seit über 60 Jahren gemeinsam mit Partnern daran, dass Familien in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern, oder dass es Alternativen wie zum Beispiel eine SOS-Kinderdorf-Familie gibt.

Bildung:
Viele Kinder in armen Ländern brechen die Schule ab, um zu arbeiten und damit die Familie zu unterstützen. SOS-Kinderdorf entwickelt deshalb verschiedene Bildungsangebote und hilft Eltern, ihre Kinder im schulischen Bereich zu unterstützen. Wir stellen Schulen und Kindergärten zur Verfügung, wenn dies den lokalen Behörden nicht möglich ist oder die existierende Infrastruktur unzureichend ist.

Gesundheit:
Unterernährung und die Folgekrankheiten sind in armen Ländern die häufigste Todesursache von Kindern. Mit einer Kombination aus medizinischer Versorgung, Ernährungsprogrammen, Lebensmittelverteilung und Familienfördermaßnahmen konnten wir Kinderleben retten und die Lebensqualität von Zehntausenden von Menschen verbessern. Diese Hilfen stärken Gemeinden langfristig, sodass sie sich wieder selbst versorgen können.

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