Komplizierte Zwillingsgeburt in der SOS-Klinik

Hawa mit ihren Zwillingsmädchen

Hawa’s Zwillingsmädchen sind noch kein Jahr alt, dennoch gibt es bereits einen Grund zum Feiern. Die beiden Mädchen kamen viel zu früh auf die Welt und wogen kaum ein Kilo. Keiner konnte sagen, wie hoch ihre Überlebenschancen waren.
Aber dank der medizinischen Betreuung durch das SOS-Krankenhaus in Mogadischu dürfen die Mädchen am 22. Oktober mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ihren ersten Geburtstag feiern. Trotz der schwierigen Startbedingungen sind beide heute gesund.

Somalia zählt zu den Ländern mit den höchsten Kinder- und Müttersterblichkeitsraten. Die meisten Geburten finden hier ohne medizinische Begleitung statt. Das Land leidet häufig unter extremen Dürreperioden und großen Hungersnöten. An die 1,4 Mio. Kinder unter 5 sind stark unterernährt.

Die 28-jährige Hawa verlor ihr erstes Kind bei der Geburt. Nach drei Tagen Wehen zuhause ohne jegliche medizinische Unterstützung, brachte ihre Familie sie in das SOS-Krankenhaus in Mogadischu. Die Ärzte konnten ihr Leben gerade noch retten, das des Kindes jedoch nicht mehr. Außerdem teilten sie ihr mit, dass sie weitere Kinder nicht mehr auf normalem Wege gebären können würde, sondern nur noch per Kaiserschnitt.

“Ich war so unglücklich über den Verlust meines Babys. Und dann sagten mir die Ärzte auch noch, dass ich keine weiteren Kinder auf normalem Wege bekommen könnte“, erklärte sie uns. Die Ärzte empfahlen ihr eindringlich im Falle einer weiteren Schwangerschaft in der Klinik vorstellig zu werden. „Das war der Moment, an dem ich mir schwor, niemals wieder ein Kind zuhause zu bekommen.“

Hawa lebt in Mogadischu, nicht weit von der SOS-Klinik entfernt. Dank der guten medizinischen Betreuung verlief ihre zweite Schwangerschaft komplikationslos. Ihre Tochter wurde dann gesund und munter in der SOS-Klinik durch einen Kaiserschnitt auf die Welt geholt. „Ich war überglücklich endlich Mutter zu sein, und auch mein Mann freute sich riesig“, erinnert sich Hawa an die Geburt ihrer ersten Tochter.

Eine doppelte Überraschung

Die dritte Schwangerschaft war anders. Hawa fühlte sich so schwer und müde. Im Krankenhaus wurde ein Ultraschall gemacht. Es waren Zwillinge. „Ich war glücklich und verängstigt zugleich“, schildert uns Hawa. Aber das Klinikpersonal konnte ihr schnell die Angst nehmen. Sämtliche Untersuchungen verliefen zufriedenstellend.

Zwei Frauen in Somalia Bild vergrößern

Hawa ist überglücklich über die gute Betreuung, die sie in der SOS-Klinik fand.

Im achten Schwangerschaftsmonat bekam Hawa plötzlich Bluthochdruck, die Wehen setzten. Letztendlich entschieden sich die Ärzte, die Kinder jetzt schon per Kaiserschnitt zu holen. Die Geburt verlief problemlos, aber die beiden Mädchen waren mit einem Geburtsgewicht von gerade mal einem Kilo extrem untergewichtig. Die Weltgesundheitsorganisation klassifiziert alle Neugeborene mit weniger als 2,5 Kilo Geburtsgewicht als zu leicht. Die Kinder wurden sofort auf die Neugeborenen-Intensivstation verlegt.

Hawa und ihr Mann hatten große Angst, dass ihre beiden Mädchen nicht überleben würden, aber das Klinikpersonal tat alles in seiner Macht stehende. Die Neugeborenen kamen in einen Inkubator, wurden beatmet und künstlich ernährt, erhielten Antibiotikum und vieles mehr. Tag für Tag besserte sich ihr Zustand, sie legten an Gewicht zu und wurden aktiver. Nach 40 Tagen auf der Neugeborenenstation konnten beide Mädchen gesund nach Hause entlassen werden.

Hawa war überglücklich: „Ich werde nie vergessen, was SOS-Kinderdorf für uns getan hat! Ich werde euch ewig dankbar sein!“ 

Unser gemeinsames Ziel

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Wir helfen Hunderttausenden von Kindern durch Betreuungs-, Bildungs- und Gesundheitsprogramme:

Betreuung: 
Millionen Kinder auf der ganzen Welt leben aus verschiedenen Gründen ohne die liebevolle Fürsorge einer Familie. Ursachen sind unter anderem Armut und ihre Begleiterscheinungen, Krankheiten, häusliche Gewalt, Kriege oder Naturkatastrophen. Wir arbeiten seit über 60 Jahren gemeinsam mit Partnern daran, dass Familien in der Lage sind, sich um ihre Kinder zu kümmern, oder dass es Alternativen wie zum Beispiel eine SOS-Kinderdorf-Familie gibt.

Bildung:
Viele Kinder in armen Ländern brechen die Schule ab, um zu arbeiten und damit die Familie zu unterstützen. SOS-Kinderdorf entwickelt deshalb verschiedene Bildungsangebote und hilft Eltern, ihre Kinder im schulischen Bereich zu unterstützen. Wir stellen Schulen und Kindergärten zur Verfügung, wenn dies den lokalen Behörden nicht möglich ist oder die existierende Infrastruktur unzureichend ist.

Gesundheit:
Unterernährung und die Folgekrankheiten sind in armen Ländern die häufigste Todesursache von Kindern. Mit einer Kombination aus medizinischer Versorgung, Ernährungsprogrammen, Lebensmittelverteilung und Familienfördermaßnahmen konnten wir Kinderleben retten und die Lebensqualität von Zehntausenden von Menschen verbessern. Diese Hilfen stärken Gemeinden langfristig, sodass sie sich wieder selbst versorgen können.

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