Olympia ruft: Daumendrücken für Mavis

Zum ersten Mal bei Olympia dabei: Die Fußball-Nationalmannschaft aus Simbabwe

Zum ersten Mal bei Olympia dabei: Die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen aus Simbabwe

SOS-Kinderdorfkind Mavis ist bei Olympia dabei

Es war eine aufregende Zeit für Mavis: Die 21-jährige Fußballerin, die im SOS-Kinderdorf Bindura in Simbabwe aufgewachsen ist, war bei den Olympischen Sommerspielen in Rio dabei. Mit ihrem Team „Mighty Warriors“ tratsie gegen Deutschland, Kanada und Australien an.

Es wird schon langsam dunkel. In staubigen Schuhen trödeln ein paar Kinder nach Hause. Nur Mavis ist nicht dabei. Die junge Mittelfeldspielerin ist immer noch auf dem löchrigen Spielfeld – ganz alleine mit ein paar Bällen. Wenn ihre Geschwister sie nach Hause rufen, winkt sie lässig ab. Mavis bleibt jeden Abend auf dem Platz bis es so dunkel ist, dass man die Hand nicht mehr vor Augen sieht – geschweige denn einen Fußball. Doch das Mädchen hat Großes vor – und sie trainiert mit voller Leidenschaft.

Vor zwei Jahren lebte Mavis Chirandu noch bei ihrer SOS-Kinderdorffamilie in Bindura. Bereits damals war sie Kapitänin der U-20-Nationalmannschaft von Simbabwe und hatte bei internationalen Turnieren in Deutschland und Ägypten gespielt. Jeden zweiten Abend musste die 19-jährige zum Training in die Hauptstadt Harare fahren -  und manchmal blieb ihr nichts anderes übrig als im Vereinsheim zu übernachten. Es war oft einfach zu spät um noch in ihr Dorf eine Stunde nördlich von Harare zurückzukommen. Heute lebt Mavis in Harare, spielt in der ersten Frauenliga von Simbabwe und läuft für die Nationalmannschaft auf. Sie hat auf internationaler Ebene schon in acht Ländern gespielt – und jetzt ruft Brasilien.

Bescheidene Anfänge im SOS-Kinderdorf Bindura

Mavis ist im SOS-Kinderdorf Bindura aufgewachsen Bild vergrößern

Mavis ist im SOS-Kinderdorf Bindura aufgewachsen

Im Alter von einem Jahr kam Mavis ins SOS-Kinderdorf Bindura. Ein Fremder hatte das Kind am Straßenrand gefunden und ins Dorf gebracht. Bis heute spricht die SOS-Kinderdorffamilie vom "guten Samariter". „Ich bin Gott sehr dankbar“ sagt Mavis, "vor allem dafür, dass ich im Kinderdorf eine Familie gefunden habe. Ich glaube, es gibt wirklich kaum einen Unterschied zwischen mir und Kindern, die in einer normalen Familie aufgewachsen sind." Schon früh sah man das kleine Mädchen auf dem Bolzplatz des Dorfes mit ihren SOS-Geschwistern Fußball spielen. Als Mavis in die Schule kam, spielte sie schon bald in der Mannschaft der Hermann-Gmeiner-Grundschule, und ein paar Jahre später entdeckten Lehrer und Mitschüler ihr außergewöhnliches Talent. "Etwa in der fünften Klasse, so mit elf Jahren, wurde mir klar, dass ich in Fußball richtig gut war", sagt sie heute.

Trägt stolz die "Nummer 10": Mittelfeldspielerin Mavis

"Wie ist es in Rio?", "Was macht Ihr in Eurer Freizeit?", "Wolltest Du irgendwann mal aufgeben?" Die SOS-Kinderdorfkinder und Mitarbeiter in Simbabwe drücken Mavis nicht nur die Daumen - sie haben auch jede Menge Fragen. Nach Mavis erstem Fußballspiel bei den Olympischen Spielen, stand die sympathische Spielerin mit der Rückennummer "10"  Zvik Zimunya aus dem SOS-Kinderdorf Simbabwe gerne Rede und Antwort.

Wie ist die Atmosphäre bei den Olympischen Spielen?
Als ich nach São Paulo kam, fragte ich mich: Bin ich wirklich in Brasilien?! Jeder hier ist aufgeregt und freut sich, uns zu sehen. Die Menschen winken uns zu und machen Videos auf der Straße. Es ist wie eine Party.

Was machst du in Rio in deiner Freizeit?
Wenn wir nicht trainieren, ruhen wir uns die meiste Zeit aus. Nach den anstrengenden Trainingstagen oder auch nach dem Match gegen Deutschland, sind wir einfach nur müde. Alles, was wir tun wollten, war schlafen.

Konzentriert ihr euch auf etwas Bestimmtes beim Aufwärmen?
Ich liebe anstrengende Läufe. Es entspannt mich und wärmt meinen Körper vor einem Spiel auf.

Hast du schonmal ans Aufgeben gedacht?
Nie, nicht ein einziges Mal. Ich wusste, wenn ich aufgebe, verliere ich das, was mir am meisten bedeutet.

Mavis, wie hat SOS-Kinderdorf dich dazu ermutigt, deinem Traum Athletin zu werden in die Tat umzusetzen?

Schon mit acht Jahren war Mavis ein großer Fußballfan Bild vergrößern

Schon mit acht Jahren war Mavis ein großer Fußballfan

Besonders der Jugendleiter im SOS-Kinderdorf Bindura, Eddie Magosvongwe, hat mich dazu ermutigt. Er hat mich immer bestärkt, mein Bestes zu geben, weil ich Talent hätte. Er ist auch derjenige, der den SOS Oaklands Queens Club im SOS-Kinderdorf Bindura leitet. Sein Engagement führte dazu, dass ich dann auch dem Weerams Club in Harare beigetreten bin.

An welches Spiel denkst Du besonders gerne ? 
Ich erinnere mich gerne an das Spiel, das ich am meisten genossen habe: das Match zwischen Simbabwe und Südafrika in Johannesburg. Auch wenn wir 1:0 verloren haben, spielte ich so leidenschaftlich, dass ich mich wie Christiano Ronaldo gefühlt habe. Und natürlich an meine Tore gegen Lesotho und gegen Sambia. Als Mittelfeldspieler bekommt man dazu nicht oft die Gelegenheit, ein Tor zu schiessen. Und es fühlt sich fantastisch an.

Was war der beste Ratschlag, der dir jemals gegeben wurde?
‘Fokussiere dich auf deine Karriere. Lass dich nicht von Jungs ablenken oder von irgendwetwas abbringen‘ – Das kam von Eddie. Er gab mir diesen  Großen-Bruder-Ratschlag.

Hast du einen Ratschlag für andere Kinder?
Mein Ratschlag für andere Kinder ist einfach: Nutzt euer Talent. Ihr wisst nie, wohin es euch führt. An alle SOS-Kinder: vergesst nicht, dass ihr so viele Talente habt. Ruht euch nicht nur auf ihnen aus, sondern nutzt sie.

Möchtest Du Deinen Fans noch etwas sagen?
Auch, wenn wir gegen Deutschland verloren haben, sind wir froh darüber, dass wir nicht so viele Tore einstecken mussten wie andere Teams, die mit über 10 Punkten Rückstand verloren haben. Bitte unterstützt uns weiterhin. Manchmal ist es so anstrengend, dass wir eure Unterstützung wirklich brauchen!

 

 

 

Der Weg nach Rio

Im Jahr 2010 meldete das SOS-Kinderdorf Bindura, zu dem auch die Hermann-Gmeiner-Schulen gehören, seine Mädchen-Fußballmannschaft in einer Jugendliga an. Von Anfang an stach die 15-jährige Mavis als besonders talentierte Newcomerin hervor – als aufgehender Stern am Fußballhimmel. Mehrere Nationaltrainer ermutigten sie zu intensivem Training, und bald schon wurde sie in die U-17-Nationalmannschaft aufgenommen. Grundy Mhike war damals einer der ehrenamtlichen Assistenztrainer der SOS-Kinderdorf-Mannschaft. Er erinnert sich an das hohe Niveau im Team: "Sie hat schon immer hart gearbeitet“, sagt Grundy. „Mavis ist die geborene Dribblerin und auch eine gute Torjägerin." Inzwischen peilt Marvin ein Leben als Profi-Fußballerin an und träumt davon, im Ausland bei großen Clubs wie Liverpool Ladies oder Arsenal LFC zu spielen. „Jetzt freue ich mich aber erst mal darauf bei den Olympischen Spielen mit den Mighty Warriors aufzulaufen. Das wird keine leichte Aufgabe, aber ich vertraue auf meine Fähigkeiten und meine Leistungen”, erzählt sie der Zeitung Daily News Zimbabwe.

Volle Unterstützung von der SOS-Familie

Das SOS-Kinderdorf Bindura Bild vergrößern

Im SOS-Kinderdorf Bindura wuchs Mavis auf

Obwohl Mavis heute in ganz Simbabwe bekannt ist, pflegt sie immer noch enge Beziehungen zu ihrer SOS-Kinderdorffamilie. Rocky Munyanyi, SOS-Programmdirektor  in Bindura, ist überzeugt, dass die junge Frau schon jetzt ein großes Vorbild für viele Mädchen in SOS-Kinderdörfern rund um den Globus ist. Und Edwin Magosvongwe, SOS-Jugendleiter  in Bindura, drückt ganz fest die Daumen: „Mavis war schon immer sehr entschlossen und verfolgt ihre Ziele mit viel Power“, so Edwin. „Wir zu Hause sind mächtig stolz auf alles, was sie erreicht hat. Sie hat es geschafft, in einem Bereich zu glänzen, der früher als reine Männerdomäne galt. Davor ziehen wir alle den Hut.“



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