"Wir sind SOS-Kinderdorf so dankbar"

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In Bremen bietet eine neue SOS-Wohngruppe minderjährigen Flüchtlingen Chance auf Zukunft

Einen ganzen Monat lang befanden sich Fahad und seine Schwester Faiza auf der Flucht. Tage voller Entbehrung und Anstrengung, bis die Geschwister aus Belutschistan in Bremen ankamen. In der Region, die sich über Teile Irans, Afghanistans und Pakistans erstreckt, herrscht seit Jahren ein blutiger Kampf um Macht, Rohstoffe und Unabhängigkeit. „Jeden Tag werden bei uns unzählige Menschen ermordet – das ist leider Normalität“, erinnert sich der 16-jährige Fahad. Um seinen Kindern eine bessere und vor allem sicherere Zukunft zu ermöglichen, finanzierte der Vater der Geschwister die Flucht: „Manchmal hatten wir kein Essen und Trinken. Es war sehr gefährlich. Allein, ohne meinen Bruder, hätte ich das Ganze sicherlich nicht überlebt.“, erinnert sich Faiza.

Derzeit leben die Geschwister gemeinsam mit sechs weiteren unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus Somalia, Pakistan, Gambia und dem Senegal in einer betreuten Wohngemeinschaft des SOS-Kinderdorfs in Bremen. Es handelt sich dabei um die erste gemischtgeschlechtliche Jugendwohngemeinschaft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in Bremen. Für die beiden Geschwister ein großes Glück, denn so können sie weiter zusammenleben.

Wichtige Ziele: Integration und Selbständigkeit

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Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen sich möglichst gut und schnell eingliedern und Selbständigkeit erlernen. Dabei unterstützen wir Sie mit einem breit gefächerten Hilfsangebot“, erklärt der Leiter der Einrichtung, Dr. Lars Becker. „Es ist besonders wichtig, den Jugendlichen jetzt  ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln und ihnen eine Perspektive für die Zukunft zu geben. Und Ihnen auch zu ermöglichen, einfach mal wieder Jugendlicher zu sein“. Deshalb ist der Abteilungsleiter des SOS-Kinderdorfs froh, dass bereits alle acht Jugendlichen einen Schulplatz haben und Deutsch lernen.

„Zu einem guten Ankommen im neuen Land zählt natürlich auch die Verwurzelung im Stadtteil. In unserem SOS-Kinderdorf-Zentrum nur ein paar Straßen von der Wohngruppe entfernt, bieten wir Familien seit vier Jahren ein umfangreiches Angebot an Beratungsangeboten, aber auch vielen Freizeitaktivitäten“ erzählt SOS-Kinderdorfmitarbeiterin Sylvia Schikker. Von der guten Vernetzung im Stadtteil profitieren nun auch die unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge. In den Herbstferien wurden sie zu einem Theaterworkshop eingeladen, im Sprachcafé haben sie sie Möglichkeit ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen und in der Fahrradwerkstatt können sie Räder zusammen mit ehrenamtlichen Helfern reparieren.

"Wir würden nach dem Krieg gerne wieder zurück in die Heimat"

Obwohl Faiza und Fahad sich bei SOS-Kinderdorf sehr wohl und behütet fühlen, vermissen beide ihre Heimat und ihre Familie: „Zuhause sind alle Telekommunikationseinrichtungen zerstört, daher haben wir überhaupt keine Möglichkeit, unsere Familie zu erreichen“ schildert Faiza traurig. Und auch für Fahad steht eines fest: „Dank SOS-Kinderdorf werden wir hier toll aufgenommen, doch unser Land ist für uns das Paradies. Wenn der Krieg dort beendet ist, wollen wir zurückkehren.“ Einen Beitrag dazu versucht der 16-Jährige jetzt von Bremen aus zu leisten. Seit Kurzem engagiert er sich bei Amnesty International. Sein Berufswunsch: Sozialarbeiter, um in Deutschland und nach der Rückkehr der Geschwister nach Belutschistan anderen helfen zu können.

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