Aufatmen im SOS-Nothilfecamp

Tarek, vier Jahre alt, hat im SOS-Nothilfecamp im LIbanon ein neues - vorübergehendes - Zuhause geufunden

Tarek, vier Jahre alt, hat im SOS-Nothilfecamp im LIbanon ein neues - vorübergehendes - Zuhause geufunden

Die zehnjährige Liliane und der vierjährige Tarek haben Schreckliches durchlebt: beide mussten gemeinsam mit ihren Familien vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen und alles hinter sich lassen. Derzeit leben die beiden Kinder in einem Nothilfe-Auffanglager im Libanon und bekommen alle Hilfe, die sie benötigen, um die Schrecken der Vergangenheit zu bewältigen.

"Ich vermisse meine Heimat"

Die zehnjährige Liliane verlor ihren Bruder und Vater im Krieg Bild vergrößern

Die zehnjährige Liliane verlor ihren Bruder und Vater im Krieg

Besonders Liliane hofft sehr, eines Tages wieder zurück nach Syrien, ihre Heimat, zu können. "Wir waren gerade zu Hause, als eine Bombe unser Haus in Aleppo traf und vollkommen zerstörte. Die Rettungskräfte fanden anfänglich nur meine schwer verletzte Mutter und brachten sie ins Krankenhaus. Trotz aller Bemühungen der Ärzte, die sie umgehend behandelten, konnte ihre eine Niere nicht gerettet werden", erinnert sich das Mädchen.

Während die Mutter in einem Krankenhaus im Libanon behandelt wurde und ständig in Angst lebte, der Rest der Familie sei in den Trümmern gestorben, retteten die Einsatzkräfte auch Liliane und ihren Bruder. “Rettungskräfte zogen uns aus den Trümmern und versorgten uns. Mein Bruder wurde am Auge verletzt, ich hatte hier und hier Verletzungen“ berichtet Liliane und zeigt auf ihren Arm und ihre Schulter. „Mein anderer Bruder und mein Vater waren sofort tot.“

Als Lilianes Mutter erfuhr, dass zwei ihrer Kinder den Bombeneinschlag überlebt hatten, reiste sie zurück nach Syrien, um mit ihnen gemeinsam in den Libanon zu fliehen. Die Anstrengungen der Reise setzten ihr so zu, dass sie nach ihrer Rückkehr sofort wieder ins Krankenhaus aufgenommen werden musste und bis heute stationär behandelt wird. Während dessen kümmern sich die Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf im Nothilfecamp um die beiden Geschwister. “Mir gefällt es bei SOS und ich möchte gerne solange hier bleiben bis meine Mutter wieder ganz gesund ist.“ Nach ihren Wünschen für die Zukunft befragt, träumt sie davon, eines Tages nach Syrien zurückzukehren. „Ich vermisse meine Heimat!”

Überleben in einem Karton

Auch das Haus des vierjährigen Tareks wurde während eines Bombenangriffes bis auf die Grundmauern zerstört und die gesamte Familie verloren mit einem Schlag all ihr Hab und Gut. In ihrer Not flohen Tarek und seine Familie in den Libanon, um dort Schutz zu suchen. Nachdem die Mutter die Familie verlassen hatte lebte Tareks Vater gemeinsam mit seinen beiden Söhnen auf den Straßen Beiruts.  Ein Stück Kartonage stellte ihr Zuhause dar und ihr tägliches Überleben hing von der Großzügigkeit der Passanten ab, die ihnen Geld zusteckten, um Brot und Waser zu kaufen.

Eine neue Chance dank SOS-Kinderdorf

Dank SOS-Kinderdorf hat sich das Schicksal der Familie zum Besseren gewendet. Heute sind Tarek und sein Bruder im SOS-Nothilfe-Übergangszentrum in Khenshara untergebracht. Während sie dort auch die Schule besuchen, kümmert sich ihr Vater um Arbeit und sucht nach einem neuen Zuhause, wo er und die beiden Jungen wieder gemeinsam leben können.
In der Geborgenheit des Nothilfelagers träumt Tarek davon, später einmal Arzt zu werden, lernt fleißig und knüpft erste Freundschaften. Nur wenn die Rede auf seine Heimat Syrien kommt, wird er ganz still und in sich gekehrt.

Weitere Infos zum SOS-Nothilfecamp:

Offiziellen Angaben (UNHCR) zufolge leben derzeit 1,2 Mio syrische Flüchtlinge im Libanon - das ist ein Viertel der Gesamtbevölkerung. 50 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Das Nothilfecamp von SOS-Kinderdorf wurde 2014 eröffnet. Seither wurden hier 201 Kinder in dem ehemaligen Ausbildungszentrum von SOS-Kinderdorf Libanon untergebracht.

In einem angegliederten Tageszentrum geben SOS-Kinderdorfmitarbeiter weiteren 200 Kindern Raum, über ihre traumatischen Erlebnisse zu sprechen, zu spielen, zu basteln und sich sportlich zu betätigen. Es wird ihnen aufmerksam zugehört und sie haben die Gelegenheit einfach Kind zu sein und ihre schwierigen Lebensumstände zu vergessen.  Von Montag bis Freitag werden die Kinder auch unterrichtet.  Ca 100 syrische Flüchtlingsfrauen aus den Flüchtlingslagern werden psychologisch betreut, und erhalten durch Nähkurse die Möglichkeit, sich ein eigenes Standbein aufzubauen. An 600 besonders bedürftige Flüchtlingsfamilien werden regelmäßig Lebensmittelpakete sowie Hygieneartikel verteilt.

 

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