12. 02. 2016

SOS-Kinderdorf e.V. kritisiert Einschränkung des Familiennachzugs

Hilfe für Flüchtlinge

Für eine bessere Zukunft: SOS-Kinderdorf unterstützt Flüchtlingskinder und Familien

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SOS-Kinderdorf hilft Flüchtlingskindern und deren Familien
Flüchtlinge im Regen 76258

Kinderhilfsorganisation sieht durch geplantes Asylpaket II Einschränkung der Rechte von Kindern und des besonderen Schutzes der Familie

Die Bundesregierung plant im so genannten Asylpaket II verschärfte Regelungen im Asyl- und Aufenthaltsgesetz. Neben beschleunigten Asylverfahren, soll unter anderem auch der Familiennachzug für Flüchtlinge, die nur subsidiären Schutz genießen, stark eingeschränkt werden. Für diese Personen soll es erst nach zwei Jahren möglich sein, ihre Familien nachholen zu dürfen. SOS-Kinderdorf e.V. bedauert, dass auch nach den erneuten Gesprächen in der Koalition die Förderung der Einheit der Familie missachtet wurde. „Mit diesen Änderungen sehen wir die Rechte von Kindern und den besonderen Schutz von Familien stark eingeschränkt“, sagt Prof. Johannes Münder, Vorstandsvorsitzender von SOS-Kinderdorf e.V.

Die Kinderhilfsorganisation weiß, wie sehr Menschen darunter leiden, von ihren Familien getrennt zu sein. Von vielen Flüchtlingen wird die Trennung von ihrer Familie als besonders belastenden Aspekt der Flucht empfunden. Das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit erlebten sie erst wieder, als sie mit ihrer Familie vereint waren. „Familien gehören zusammen“, sagt Prof. Johannes Münder. „Und gerade Menschen, die unter Bedrohung ihrer Existenz leben, brauchen unsere Hilfe und Schutz. Wir sollten ihnen die Türen offen halten.“ Aus Sicht der Kinderhilfsorganisation gehören Kinder zu ihren Familien. Besonders für Kinder ist eine Zeitspanne von zwei Jahren eine sehr lange Zeit. Unter dieser Trennung leidet die Beziehung zu den Eltern. Daher sieht SOS-Kinderdorf e.V. in dem Gesetzesentwurf die Aussetzung des Familiennachzuges auch für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit großer Sorge. „Für eine gelungene Integration, ist es wichtig, dass Kinder und Familien stabilisiert werden“, sagt Münder: „Es ist wichtig, dass Flüchtlingskinder unabhängig von ihren Bleibeperspektiven, in ihren Fähigkeiten gestärkt werden.“

Vielfältige Angebote für junge Flüchtlinge

SOS-Kinderdorf engagiert sich schon seit vielen Jahren an verschiedenen Standorten in Deutschland für Flüchtlingskinder. Seit dem letzten Jahr hat der Verein auf den vermehrten Zuzug unbegleiteter Flüchtlinge reagiert, indem Angebote neu aufgebaut oder erweitert wurden. Das praktische  Engagement des Kinderhilfswerks reicht vom Betrieb von Clearinghäusern über betreute Jugendwohngruppen für unbegleitete Flüchtlinge, spezifische berufsorientierte Angebote und Bildungsangebote bis hin zur Aufnahme ganzer Flüchtlingsfamilien.

SOS-Kinderdorf ergreift Partei für Flüchtlingskinder

Neben einer Vielzahl von Angeboten für Flüchtlingskinder und ihre Familien setzt sich SOS-Kinderdorf auch aktiv für deren Rechte und Belange ein. Insbesondere fordert der Verein, die UN-Kinderrechtskonvention und deren vier Grundprinzipien des Kindeswohlvorrangs, des Rechts auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung, des Rechts auf Leben und persönliche Entwicklung, sowie des Rechts auf Beteiligung und die Berücksichtigung des Kinderwillens zu machen. 

Weitere Informationen zu der Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Familien in den SOS-Kinderdorf Einrichtungen erfahren Sie hier