Engagement für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Warme Jacken für den Winter: SOS-Kinderdorf hilft in Syrien

Deutschland geht derzeit für das Jahr 2015 von mindestens 800.000 Asylsuchenden in Deutschland aus. Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (umF), die in Obhut genommen werden mussten, lag 2014 bei 10.400 jungen Menschen und wird dieses Jahr deutlich steigen. Die Fluchtgründe sowie die Erfahrungen auf der Flucht traumatisieren viele Menschen. Am stärksten davon betroffen sind die Kinder und Jugendlichen, die unbegleitet oder mit ihren Familien hier ankommen.

Engagement des SOS-Kinderdorf e. V.

Der SOS-Kinderdorf e.V. engagiert sich in Deutschland seit vielen Jahren für Flüchtlingskinder und ihre Familien. In Saarbrücken und Augsburg besteht traditionell ein Schwerpunkt in der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen mit ca. 100 Plätzen im begleiteten Wohnen, in Wohngruppen sowie in zwei Clearinghäusern in Kooperation mit weiteren Trägern. Seit 2014 wurden bundesweit in vielen Einrichtungen (Oberpfalz, Ammersee, Württemberg, Bremen, Detmold, Sauerland etc.) zusätzliche spezifische Angebote  aufgebaut und ca. 100 neue Plätze geschaffen, für die entsprechendes Personal eingestellt wurde. Bis Ende des Jahres werden weitere 100 Plätze hinzukommen. Neben diesen speziellen Plätzen werden in allen Kinderdörfern und Jugendwohngruppen auch ca. 50 bis 60 reguläre Plätze mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen belegt. Darüber hinaus gibt es an jedem Standort ein großes zusätzliches Engagement für Flüchtlingsfamilien und unbegleitete Flüchtlingskinder. Flüchtlingsfamilien können z. B. in den Besuchswohnungen der Kinderdörfer wohnen und werden bei der Integration unterstützt. In Familienzentren und Beratungsstellen des Vereins finden Flüchtlingsfamilien Angebote und Unterstützung z. B. durch Sprachkurse, Kleiderspenden, schulische Förderung, Kulturvermittler oder kindgerechte Freizeitangebote. Zum Teil wurden dafür zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Den Mitarbeitenden werden spezielle Schulungen und Weiterbildungen durch den Verein angeboten.

Der SOS-Kinderdorfverein geht davon aus, dass noch weitere große Anstrengungen notwendig sind, um den geflüchteten Kindern und ihren Familien Sicherheit zu geben. Nur ein Teil der Kosten wird durch den Staat übernommen, die zusätzlich benötigten Mittel müssen aus den Spendeneinnahmen des Vereins getragen werden.

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