Hoffen auf eine Zukunft

Buddy mit seiner Mama Khitam (links) und SOS-Mitarbeiterin Buket

Buddy mit seiner Mama Khitam (links) und SOS-Mitarbeiterin Buket.

Vor Freude juchzend läuft der kleine Abdoul Hamid seiner Mama Kitham M. in die Arme. Die junge Syrerin hat gerade an ihrem Deutschkurs im SOS-Mütterzentrum Salzgitter teilgenommen und holt jetzt ihren Sohn von der Offenen Kinderbetreuung ab. Die beiden sehen glücklich aus, obwohl ein Jahr voller Angst und Sorge hinter ihnen liegt.

Warum verlässt man mit einem Kleinkind seine Heimat?

Kitham M. sah einfach keinen anderen Ausweg: Ihr Mann, ein syrischer Staatsbeamter, wurde von Soldaten auf offener Straße verschleppt, seitdem fehlt von ihm jede Spur. Als dann noch ihr Haus in Damaskus von Bomben zerstört wurde, fürchtete die junge Mutter um ihr Leben und das ihres Sohnes. Mit erspartem Geld und dank der finanziellen Unterstützung ihres Bruders, der in Ghana als Ingenieur arbeitet, konnte sie für sich und Abdoul Hamid einen Schleuser bezahlen.
Auf dem Seeweg gelangten die beiden in einem überfüllten Boot nach Italien. „Die Überfahrt war schrecklich, die Wellen meterhoch und die Kälte kroch uns in alle Glieder. Ich hatte furchtbare Angst“, erinnert sich Kitham. In Italien wurden die Flüchtlinge abgewiesen und zogen weiter nach Griechenland. Dort musste die Syrerin erst einmal drei Tage ins Gefängnis, bis ihre Personalien festgestellt waren. Ihre guten Englischkenntnisse halfen Kitham danach ein Bahnticket nach Deutschland zu kaufen.

Wie geht es Ihnen in Deutschland?

„Ich bin glücklich, dass ich hier mit meinem Sohn in Sicherheit leben kann“, erzählt Kitham. „Von einer Nachbarin habe ich erfahren, dass es in Salzgitter ein Mütterzentrum gibt, in dem man Leute kennenlernen und die Sprache lernen kann.“

Syrerjunge Buddy Bild vergrößern

Buddy hält Ausschau nach neuen Abenteuern.

Für Kitham ein großer Glücksfall, denn während sie ihren Deutschkurs besucht, wird der kleine Abdoul Hamid, den hier alle Buddy nennen, liebevoll betreut. Das Schöne dabei: durch den Kontakt mit den anderen Kindern und den Betreuerinnen lernt er ganz automatisch deutsch. Für seine Mama ist es da schon schwerer, aber sie arbeitet hart daran, die Sprache besser zu lernen. Besonders kompliziert findet sie Antragsformulare und Behördenbriefe, aber auch dafür kann ihr das Mütterzentrum kompetente Hilfe anbieten. Die sogenannten Stadtteilmütter des Mütterzentrums unterstützen Migrantinnen bei Behördengängen und Fragen des alltäglichen Lebens. „Ich bin so froh, dass mir Noura, eine Syrerin, die arabisch spricht, bei allem helfen kann“, so Kitham.

Durch die Freundschaften, die sie im Mütterzentrum schließen konnte, fühlt sich Kitham nicht mehr so alleine, auch wenn sie ihre Heimat und ihre Familie sehr vermisst. „Als ich nach Deutschland gekommen bin, war ich völlig am Ende. Jetzt bin ich hier und versuche meinen Platz in der neuen Gesellschaft zu finden. Ich lebe in der Hoffnung, dass ich eine Arbeit finde und mein Sohn hier in Sicherheit aufwachsen kann. Und dass ich eines Tages meinen Mann wieder finden werde.“ Bei diesen Worten muss sie den kleinen Abdoul Hamid ganz fest an sich drücken.

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