Unsere wilde Familie

Wenn vier Kinder unter einem Dach leben, herrscht täglich Ausnahmezustand. Familie Matthaei erzählt, wie ihr wildes Großfamilienleben funktioniert – und warum sie gern dazu beiträgt, auch anderen Kindern eine gute Kindheit zu ermöglichen. Weil jeder eine Familie braucht.

Im Interview: Kerstin Matthaei

Weil jeder eine Familie braucht: Vier Kinder leben bei Familie Mathaei unter einem Dach

"Familie ist für mich das Wichtigste"

Ein Urlaub in Südafrika hat Kerstin Matthaei zur Spenderin für SOS-Kinderdorf gemacht. Warum sie sich für Kinder in Not engagiert, erzählt die vierfache Mutter im Interview.

Was bedeutet für Sie Familie?

Für mich ist Familie das Wichtigste. Es ist einfach wahnsinnig schön zu wissen, dass da jemand ist, der einem so nahe steht, der immer da ist und der einen auffängt. Natürlich gibt es auch Freunde, ich glaube aber, dass Familie noch mal etwas Anderes ist. Wir stehen uns als Familie einfach sehr nahe, wir haben eine sehr enge Bindung. Ich hoffe, dass ich meinen Kindern diese Gefühl vermitteln kann, dass sie immer zu uns kommen können. Natürlich sollen sie später mal ihre eigenen Wege gehen, aber sie sollen auch immer wissen, dass wir für sie da sind. Ich glaube, das gibt für das ganze Leben ungemein viel Sicherheit.

Sie versuchen Ihren Kindern sehr viel Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Was geben Ihnen die Kinder zurück?

Die Kinder helfen mir in ganz vielen Situationen. In der heutigen Zeit sehen es leider viele Menschen so, dass man als Mutter viel aufgeben und auf viel verzichten muss. Ich empfinde das aber eigentlich nicht so. Natürlich gibt es Tage, an denen ich unzufrieden mit mir bin und an denen auch die Kinder unzufrieden sind, wenn man ihnen zum Beispiel etwas nicht erlaubt. Dennoch weiß ich, dass sie einen irgendwie von Herzen lieben. Sie haben so eine offene und wahnsinnig schöne Art, ihre Gefühle zu zeigen. Sie lächeln einen an und man weiß einfach, dass man geliebt wird. Als meine Schwiegereltern gestorben sind, haben die Kinder meinem Mann und mir sehr geholfen.

Haben Sie das Gefühl, Ihre Kindern wissen, was sie an Ihrer Familie haben?

Ich glaube, dass die Kinder schon wissen, dass sie es gut haben. Ich merke immer wieder, dass meine Kinder es zu schätzen wissen, dass sie viel draußen spielen können und dass sie sich untereinander haben. Und gerade bei den Größeren kommt da manchmal schon ein Kommentar. Die werden in der
Schule jetzt natürlich auch das erste Mal damit konfrontiert, dass Familien vielleicht getrennt sind – und das beschäftigt sie dann schon.

Wie sind Sie zu dem Engagement für SOS Kinderdorf gekommen?

Da gab gibt es eigentlich zwei Ereignisse. Zum Spenden bin ich in erster Linie gekommen, weil wir als Familie Urlaub gemacht haben, damals in Südafrika. Da war unsere Tochter gerade ein Jahr alt. Wir haben an einem Platz Halt gemacht und dort eine junge Familie kennengelernt, der es nicht so gut ging. Wie wir hatten sie auch eine Tochter. Die beiden Mädchen haben wahnsinnig gerne miteinander gespielt. Das hat mich zu dem Zeitpunkt sehr berührt: Zwei Kinder im selben Alter mit so unterschiedlichen Voraussetzungen. Ich liebe meine Tochter und ich freue mich natürlich wahnsinnig, dass es ihr so gut geht. Aber man stellt sich natürlich auch die Frage: Warum hat das andere Kind das nicht? Man würde das ja allen wünschen. Danach habe ich beschlossen, dass ich gerne etwas tun möchte. Ich habe dann  über einen privaten Kontakt einen Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf kennengelernt und so von einem Projekt erfahren, bei dem ein Mehrgenerationenhaus geplant wurde.
Weil wir selbst als Mehrgenerationenfamilie gelebt haben und ich einfach davon überzeugt bin, dass das für alle Beteiligten ein Gewinn ist, wollte ich mich dafür engagieren. Für mich war klar, dass SOS-Kinderdorf für die Familie steht und ich da gut aufgehoben bin. Gerade weil man sich beim Spenden ja überlegt, wie viel dabei letzten Endes ankommt.

Was brauchen Kinder, die in ein SOS-Kinderdorf kommen, aus Ihrer Sicht am meisten?

Ich glaube, dass sie Liebe brauchen. Auch ich als Mutter versuche ja den Kindern in erster Linie Liebe und Sicherheit zu geben. Das ist natürlich nicht immer ganz einfach. Die Kinder, die in ein Kinderdorf kommen, haben oft Vieles erlebt. Es ist dann erst mal eine große Herausforderung, überhaupt an sie ranzukommen. SOS-Kinderdorf sieht es als Aufgabe, für Kinder da zu sein und ihnen ein ganz normales Familienleben zu ermöglichen. So wie ich es mir für meine Kinder auch wünsche.

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