12. 09. 2016

Wer die Wahl hat, kann mitbestimmen!

Die Politiker stellen sich die Fragen der jungen Menschen im SOS-Kinderdorf Berlin

Zu Gast im SOS-Kinderdorf Berlin, v.l.n.r.: Steve Rauhut (Die Linke), Bruni Wildenhein-Lauterbach (SPD), Ilir D. (Moderation, Teilnehmer der Berufsorientierung im SOS-Kinderdorf Berlin), Alexander Freitag (Piratenpartei) und Sven Rissmann (CDU)

Wahltag für Jugendliche im SOS-Kinderdorf Berlin

Vergangenen Freitag stellten sich vier Politiker aus dem Bezirk Mitte den Fragen von 50 jungen Menschen, die im SOS-Kinderdorf Berlin eine Ausbildung machen oder eine berufliche Orientierungs- und Qualifizierungsmaßnahme absolvieren. Gleichzeitig konnten Jugendliche unter 18 Jahren an der U18-Wahl teilnehmen. Diese wurde berlinweit durchgeführt.
Bruni Wildenhein-Lauterbach (SPD), Sven Rissmann (CDU), Steve Rauhut (Die Linke) und Alexander Freitag (Piratenpartei) hatten die Einladung in das World Café des Ausbildungsrestaurants Rossi angenommen und trafen auf Jugendliche mit großem Interesse. Beteiligt waren dabei Auszubildende des Büro-, Gastronomie- und Garten- und Landschaftsbau-Bereiches, Teilnehmende der Berufsorientierung sowie Mütter aus dem Aktivierungsprojekt „Beruflich durchstarten mit Kind“.

Ein interessanter Austausch mit den Politikern

Jeder Politiker berichtete heute eingangs über den beruflichen Werdegang und seine Motivation und erläuterte dann wichtige politische Schwerpunkte seiner Arbeit. Anschließend ging es in den direkten Austausch mit den Jugendlichen. Die politischen Gäste nahmen im sogenannten World Café für je 15 Minuten an einem Tisch mit rund zwölf Auszubildenden und Teilnehmenden Platz und stellten sich ihren Fragen. Nach dieser Zeit wurde dann gewechselt und ein neuer Tisch besucht. Bei den Gesprächen bewegten die jungen Menschen vor allem Themen wie fehlender bzw. überteuerter Wohnraum, die mangelhafte Ausstattung von Schulen, die schlechte Verkehrssituation im Bezirk, knappe Kitaplätze, überlastete Behörden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

SOS-Kinderdorf ist Mitbestimmung der Jugendlichen wichtig

Ilir, 21 Jahre, derzeit in der Berufsorientierung, moderierte gemeinsam mit dem Sozialpädagogen Christian Fürst die Veranstaltung. Für den jungen Mann aus dem Kosovo ist es wichtig, dass Politik etwas bewegt: „Ich dachte mir, ich nutze die Chance, so eine Fragerunde mitzugestalten und selber aktiv zu werden. Denn ich möchte ja auch, dass Politiker engagiert sind und etwas für uns im Bezirk tun.“ 
Susanne Lange, Bereichsleiterin Bildung, betonte, dass es SOS-Kinderdorf in Berlin schon immer ein Anliegen war, den Jugendlichen die Bedeutung von Wahlen und damit die Möglichkeit der Beteiligung und Einflussnahme nahe zu bringen. „Wir bereiten unsere Azubis und Teilnehmenden auf so eine Veranstaltung mit unseren Lehrkräften und Pädagogen immer inhaltlich vor. Auch dieses Jahr fand vorher ein Projekttag statt, da wir von über 150 Teilnehmenden und Auszubildenden zwei Drittel mit Wahlberechtigung haben“, so Susanne Lange. In den Lernstationen erfuhren die jungen Menschen, warum die U18-Wahl so wichtig ist, wie Demokratie und das Wahlsystem funktionieren, was in den Wahlprogrammen der Parteien steht und was das Ergebnis des Wahl-O-Mat bringen kann. Dazu wurden Fragen und Antworten auf Film aufgezeichnet und Fragen an die Politiker entwickelt.

Das Ergebnis unseres Wahllokals wurde an U18.org weitergeleitet.