05. 11. 2012Quelle: Wolfgang Wittenburg

Tina Ruland: „Es ist mir ein Anliegen, Glück zu teilen!“

SOS-Botschafterin Tina Ruland mit Kindern aus dem SOS-Familienzentrum Berlin

Die Schauspielerin besucht das SOS-Familienzentrum in Berlin

Das war ein Tag der offenen Tür, wie er jedermann gefällt: Strahlender Sonnenschein lag über dem SOS-Familienzentrum in Berlin-Hellersdorf. Die Waffeln waren frisch und knusprig, auf dem Spielplatz durfte rastlos getobt werden, und das Pony-Reiten auf der Wiese war der Kracher. Da strahlten die Kinderaugen um die Wette! Und auch Botschafterin und Neu-Berlinerin Tina Ruland wollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Seit acht Jahren steht die Schauspielerin der Organisation SOS-Kinderdorf e.V. zur Seite. „Weil ich die Arbeit von ,SOS-Kinderdorf e.V.‘ gut und wichtig finde. Außerdem ist es mir ein Anliegen, Glück zu teilen“, bringt sie es auf den Punkt.

SOS-Botschafterin Tina Ruland beim Waffel verteilen Bild vergrößern

Ungewohnte Rolle: Tina Ruland als fleißige Waffelbäckerin im SOS-Familienzentrum.

Beim Backen von Teigwaffeln hat sie tüchtig mitgeholfen und die Waren hinterher für den guten Zweck verkauft. Wo Tina Ruland ging und stand hatte sie stets ein offenes Ohr für Fragen und die Belange der Kinder. Die Schauspielerin sagt: „Da waren viele Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren und mein großer Sohn ist mit fast acht Jahren genau mitten in dieser Altersgruppe. Von daher ist das eine Alterskategorie, die ich gut kenne, bei denen ich weiß, wofür diese Kinder sich interessieren, wie man sie ranholen kann und wie man mit ihnen reden kann.“

SOS-Botschafterin Tina Ruland führt Pony Bild vergrößern

Auch beim Ponyreiten half SOS-Botschafterin Tina Ruland tatkräftig mit.

Einen ganzen Nachmittag lang pendelte Tina Ruland zwischen den einzelnen Stationen. Eben war sie noch am Glücksrad dabei, hat den Mädchen und Jungen Hauptgewinne und Trostpreise überreicht, da stand sie anderen Kindern schon wieder beim Pony-Reiten auf der Wiese helfend zur Seite. Während Tina Ruland zu Hause nur von „ihren drei Männern“ umgeben ist – ihr Lebenspartner, der Unternehmer Claus Oldörp (45), ihre Söhne Jahvis (7) und Vidal (wird Ende Oktober 2) – genoss es die Schauspielerin beim Tag der offenen Tür im Familienzentrum Hellersdorf (endlich mal) auch Mädchen um sich zu haben: „Ich bin eine richtige Jungs-Mama mit Trampolin springen, Fußball spielen und im Wald unterwegs sein. An so einem besonderen Tag macht es mir aber dann extrem Spaß, mich mit Mädchen auseinanderzusetzen, mit Poesiebuch, malen und Seil springen“, gab Tina Ruland offen und ehrlich zu. Woher kommt ihre Motivation, sich für die Organisation SOS-Kinderdorf  zu engagieren? „Das hängt ganz sicher damit zusammen, dass ich durch meine Schwester vielfache Tante bin“, erklärt die Botschafterin. „Auch wenn meine Nichten und Neffen heute ein ganzes Stück älter sind, der älteste ist 20, habe ich von Anfang an gesehen, wie viel Glück es bedeutet, wenn Kinder in einem stabilen, sozialen Umfeld aufwachsen. Speziell im Familienzentrum von Berlin-Hellersdorf geht es darum, dass es Kinder und Jugendliche auffängt, die zu Hause nicht so betreut werden, und die zum Beispiel keine Geschichten vorgelesen bekommen.“

SOS-Botschafterin Tina Ruland liest Kindern vor Bild vergrößern

Beim Vorlesen mit Tina Ruland kamen die Kids wieder zur Ruhe.

Kennt Tina Ruland, die mit dem Kinofilm „Manta, Manta“, an der Seite von Til Schweiger, ihren großen Durchbruch hatte, am Set als Schauspielerin ansonsten Ruhe und Disziplin, so läuft so ein rauschendes Sommerfest doch herrlich chaotisch ab. Doch auch Ruhephasen sind zwischendurch sinnvoll und wichtig. In einem großen Indianerzelt trafen sich Kinder und Tina Ruland deshalb zum Vorlesen von Geschichten. Am Ende der Veranstaltung waren Botschafterin, Mitarbeiter und nicht zuletzt die Kinder fröhlich, aber doch erschöpft. Da mochte sich manch einer der Beteiligten fragen, warum tut Tina Ruland das? Sie hätte es sich auch leicht machen können und alle halbe Jahr einen Geldbetrag spenden können. Warum will die Schauspielerin lieber anpacken? „Ich finde es für mich viel wichtiger, dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten persönlich einbringe“, sagt Tina Ruland. „Natürlich geht es für mich als Botschafterin aber auch darum, darauf aufmerksam zu machen, dass man für SOS-Kinderdorf spenden kann, und ich hoffe, dass dies dann auch möglichst viele Menschen tun. Mir ist aber auch wichtig, dass ich bei Terminen wie in Berlin auch mal die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlerne, die in so einem Familienzentrum arbeiten. Es gibt so viele, die dort regelmäßig helfend vor Ort sind, auch ehrenamtlich – und dafür nicht in die Presse kommen. Ich habe mich dort zum Beispiel sehr nett mit einer Lese-Oma ausgetauscht. Ich persönlich finde es ganz toll, wenn Menschen sich da regelmäßig engagieren. Und das ist manchmal viel mehr wert als Geld.“