14. 06. 2013

Tiere bewirken wahre Wunder

Sandra mit ihrem Schäferhund Only

Lucy ist ganz aufgeregt. Gleich kommen ihre Freunde! Draußen hat sie gerade die Autotür gehört. Oh wie freut sie sich allein schon auf die Begrüßung! Oft ist die ganz schön stürmisch.

Gerade bei Eva und Leo ist das so. Manchmal sind die beiden aber auch plötzlich wie der so ungewohnt abwartend – als ob sie gar keine Lust hätten, jetzt mit Lucy zusammen zu sein. Da hilft nur eins: Man muss sie einfach nur bittend und treu anschauen! Letzte Woche haben sie ziemlich lang mit ihr gespielt. Zum ersten Mal. Ganz unbeschwert. Das war sehr schön! Wesentlich gelassener sieht Oskar die ganze Sache. Er ist schließlich schon sieben Jahre alt. Er hofft einfach, dass sie heute gemeinsam in den Wald gehen. Da kann er dann zeigen, dass auf ihn Verlass ist und dass er nicht wegläuft. Obwohl es da vieles zu entdecken gäbe … Aber er will ja schließlich ein guter Begleiter sein.

Tierpädagogik - ein wichtiger Baustein in der SOS-Kinderdorfarbeit

SOS-Junge mit seinem Hund Bild vergrößern

Lucy und Oskar sind Hunde – sie werden im Rahmen der tiergestützten Pädagogik in der Göppinger SOS-Kinderdorf-Einrichtung eingesetzt: eine kleine quirlige Terrier-Hündin und ein großer treuer Berner Sennenhund. Auch in anderen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen unterstützen Tiere Therapie und Pädagogik.

"Der Umgang mit Tieren fördert Kinder und Jugendliche auf vielfältigste Art und Weise", weiß Corinna Krämer, Sozialpädagogin bei den SOS-Kinder- und Jugendhilfen Göppingen. »Während die einen lernen, Ver ant wor tung zu übernehmen, ist es für die anderen wichtig, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken.« Gerade Kinder, die Dinge erlebt haben, die ihnen zu schaffen machen und die in langen Prozessen aufgearbeitet werden müssen, können sich Menschen gegenüber oft nur schwer öffnen.

Tiere bewirken hier manchmal wahre Wunder. Sie trösten, schenken Vertrauen und brauchen Fürsorge. Sie beurteilen ihr Gegenüber nicht, sondern reagieren auf sein direktes Verhalten. So merken die Kinder und Jugendlichen gleich, was ihre Handlungen und Gefühle bei anderen auslösen und können daraus lernen.

Lucy und Oskar können die pädagogische Arbeit der SOS-Mitarbeiter nicht ersetzen. Aber sie machen sie oftmals leichter. Und öffnen Türen zu Kindern, die nach Halt suchen.