10. 08. 2016

Kicken für Selbstvertrauen und Gemeinschaft

SOS-Kinderdorf-Fußballteam Chenes jubelt

Das Team Chenes mit Bürgermeister Michael Kießling (links) und Trainer Patrick Krompholz (Mitte) beim Turnier in Denklingen.

SOS-Kinderdorf-Mannschaft Zweiter bei Turnier in Denklingen

Das „Team Chenes“ ist einfach spitze. Nur wenige Wochen nach ihrer Gründung holte sich die Fußballmannschaft gleich den Fair-Play-Pokal beim Leopold-Corso in München. Jetzt, ein Jahr später, kamen sie beim großen SOS-Cup in Denklingen nach einem Herzschlag-Finale mit Sieben-Meter-Schießen auf Platz Zwei. Für die 15 jugendlichen Flüchtlinge, die allesamt von SOS-Kinderdorf betreut werden, hat der Sport ausgesprochen positive „Nebenwirkungen“: Er stärkt ihr Selbstbewusstsein und stärkt den Zusammenhalt über die Nationen hinweg.

Efrem liebt Fußball. Das Rennen, den Ballkontakt, das Miteinander mit den anderen Jugendlichen aus den Wohngruppen in Landsberg, Kaufering und Denklingen. „Die Jungs würden auch bis Mitternacht trainieren“, lacht Trainer Patrick Krompholz, der zweimal die Woche mit den Jugendlichen auf dem Fußballplatz zu finden ist.
Er hat viel mit Suchtkranken gearbeitet und dabei die positiven Auswirkungen des sozialen Sports erlebt. Als SOS-Kinderdorf im Herbst 2015 die Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige in Denklingen aufbaute, übernahm er ehrenamtlich das Fußballtraining – zunächst in Denklingen, nun in Landsberg und im Winter wieder in der Denklinger Turnhalle.

Positive Wirkung des Gemeinschaftssports

Die Auswirkungen der Trainings stellte SOS-Bereichsleiterin Mona Recher schnell fest: „Die Jungs schauen mehr aufeinander, sie lernen langsam, aber sicher Pünktlichkeit und sprechen beim Spiel viel Deutsch“, freut sie sich. Außerdem entwickeln sich die Jugendlichen: Der 15-Jährige Efrem etwa geht jetzt aus sich heraus, lacht mit den anderen und fühlt sich sichtlich wohl im Team. „Fußball ist gut“, sagt er.

Fußballteam Chenes beim Training Bild vergrößern

Die von SOS-Kinderdorf betreuten unbegleiteten Minderjährigen könnten stundenlang trainieren.

Für die Jugendlichen ist es wichtig, einmal ohne Leistungsdruck sporteln zu können. Das stärkt ihr angeschlagenes Selbstwertgefühl, bringt ihnen Anerkennung, erklärt Krompholz. Auf der anderen Seite vermittelt er ihnen auf dem Spielfeld erfolgreich Werte wie den Umgang auf Augenhöhe, Respekt und Demut gegenüber dem Gegner sowie Fair Play. Kein Wunder, dass das „Team Chenes“ inzwischen ein gern gesehener Gast bei Turnieren der interkulturellen Straßenfußball-Liga ist.

Patrick Krompholz organisierte das Turnier in Denklingen mit der tatkräftigen Unterstützung von Anstoß e.V. und sozialer Sport Nürnberg, zu dem zehn Mannschaften aus ganz Deutschland gekommen sind. Die von Sport 2000 in Landsberg gestifteten Preise überreichte Bürgermeister Michael Kießling, der den Schulsportplatz kostenlos bereitgestellt hatte. Die vier Schidesrichter stellte kurzfristig der Bayerische Fußballverband zur Verfügung, für die Musik am Abend sorgte kostenlos die Band „The Downfalls“.

Die Ergebnisse:
1. Kompass Hof (Lohhof)
2. Team Chenes (SOS-Kinderdorf Denklingen/Landsberg)
3. RSC Leeder
4. Drei Rosen Dießen
5. Herzogsägmühle International (Peiting)
6. Con Drops Initio (München)
7. Herzogsägmühle Verein (Peiting)
8. Acht auf Kraut (Nürnberg)
9. Panther Soccer (Benzheim)
10. Caritas Ingolstadt (auch Fair Play Preis)