12. 09. 2012

SOS-Kinderdorf fordert Einhaltung der Kinderrechte in Syrien

Kind vor zerstörtem Haus

Syrien konnte dank intensiver Investitionen in den Bildungssektor in den letzten zehn Jahren große Fortschritte erzielen und Grundbildung für alle gewährleisten. Diese positive Errungenschaft könnte bald der Vergangenheit angehören, wenn Kinder weiter ihren Rechten beraubt werden.

Richard Pichler, Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International Bild vergrößern

Richard Pichler, Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International 

„Auch in Krisen- und Konfliktzeiten hat jedes Kind Recht auf Schutz, Nahrung, Gesundheitsversorgung und Bildung. Es ist eine grobe Menschenrechtsverletzung, wenn bei zivilen Unruhen Kinder verletzt oder getötet werden“, sagte Richard Pichler, Generalsekretär von SOS-Kinderdorf International.
„Unsere Mitarbeiter in Damaskus und Aleppo setzen sich unermüdlich für das Wohl der von ihnen betreuten Kinder ein. Zudem unterstützen wir mehr als 3.900 Begünstigte, die aufgrund der anhaltenden Konflikte ihre Häuser verlassen mussten. Die Zahl der Begünstigten wird in den nächsten Wochen deutlich steigen. Viele Bedürftige wurden bisher im Rahmen des Familienstärkungsprogramms in Damaskus versorgt; ihre Rechte müssen geachtet werden“, sagte er.

SOS-Familienstärkungsprogramme

Syrische Mutter mit Kind Bild vergrößern

Die SOS-Familienstärkungsprogramme sichern die Grundbedürfnisse von Familien und Kindern.

„Die von uns im Rahmen des Familienstärkungsprogramms betreuten Familien waren schon vor den Unruhen arm. Dennoch nehmen viele aus Solidarität andere Familie in ihren Häusern auf und teilen sich das Wenige, das sie besitzen, mit denen, die alles verloren haben. SOS-Kinderdorf leistet in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen Unterstützung für die Bedürftigen und versorgt sie mit dem Notwendigsten.“
„Wir können zwar die Bedürftigen mit Lebensmitteln, Medikamenten, Hygieneartikeln und sonstigen Gütern des Grundbedarfs versorgen, jedoch werden bei den anhaltenden Kämpfen die Rechte von Millionen von Kindern verletzt. Viele können momentan nicht spielen, geschweige denn zur Schule gehen“, so Herr Pichler.

Das Recht auf Schulbildung

Mehr als acht Jahre vor Ausbruch der Unruhen setzen sich die syrischen Behörden und die Gesellschaft dafür ein, dem Thema Kinderrechten mehr Beachtung zu schenken. In Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdorf Syrien und anderen Organisationen zeigte sich, dass sich hier die Einstellung und auch die landesweiten Gesetze langsam zum Positiven wandelten. Es darf nicht zugelassen werden, dass die Ereignisse der letzten 18 Monate diesen Fortschritt zunichtemachen.
Mitte September beginnt das neue Schuljahr in Syrien. Viele Lehrer und Kinder freuen sich auf den Schulanfang. Da bei den Unruhen viele Schulgebäude zerstört wurden und einige Gebäude als Notunterkünfte dienen, kann für viele der acht Millionen Schulpflichtigen der Unterricht nicht beginnen. SOS-Kinderdorf setzt sich, soweit es die Lage zulässt, dafür ein, auf diese Missstände aufmerksam zu machen, damit das Recht der Kinder auf Bildung gewahrt wird.

Helfen Sie den Familien und Kindern in Not!

Die seit Jahren anhaltenden kriegerischen Unruhen in Syrien fordern ihren Tribut besonders bei den Kindern und Jugendlichen. Mit Ihrer Spende können Sie helfen, die Arbeit unserer Mitarbeiter in Nothilfegebieten wie in Syrien und weltweit zu unterstützen.

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Aktuelle Nothilfemaßnahmen

Bei der Bombendetonation am 9. September in Aleppo Waren die Einrichtungen von SOS-Kinderdorf nicht betroffen: Den Kindern, Jugendlichen und SOS-Mitarbeitern geht es gut.

Das SOS-Nothilfeprogramm läuft derzeit auf Hochtouren und hilft folgenden Gruppen:

  • den im Rahmen des Familienstärkungsprogramms (FSP) begünstigten Familien, deren Häuser zerstört oder beschädigt wurden und die momentan in Notunterkünften (beispielsweise Schulen) oder bei anderen Familien untergekommen sind (darunter auch einige FSP-Familien)
  • den Familien ehemaliger SOS-Kinderdorf-Kinder
  • den Familien, die momentan in Schulen untergebracht sind

Mehr als 3.900 Begünstigte in der Hauptstadt Damaskus erhielten Grundnahrungsmittel wie Linsen, Reis, Milch, Zucker, Dosenfleisch, Tee sowie Güter des Grundbedarfs (Matratzen, Unterwäsche, Kinderkleidung, Windeln, Handtücher) und Medikamente für 27.000 USD. 
Zudem werden die Mitarbeiter von SOS-Syrien momentan im psychosozialen Bereich geschult, um die bedürftigen Familien bestmöglich zu unterstützen.

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