29. 09. 2012

Eine Stiftung, die Früchte trägt

Mädchen mit Pusteblume

Eine Treuhandstiftung trägt Jahr für Jahr dazu bei, dass Kinder  und Jugendliche eine Perspektive für ein gutes Leben haben

Die SOS-Kinderdorf-Stiftung veranstaltete heute im SOS-Kinderdorf Sachsen ihr jährliches Stiftertreffen. Elke Tesarczyk, Vorstandsvorsitzende, und Petra Träg, Geschäftsführung, bedankten sich bei Stiftungsgründern, Zustiftern und Freunden für ihre Unterstützung, berichteten von abgeschlossenen Projekten und gaben einen Ausblick in die Zukunft. „Wir freuen uns sehr, dass unsere nun neun Jahre junge Stiftung dank des Engagements unserer Stifter und Zustifter weiter gesund gewachsen ist und vielfältige, nachhaltige Projekte realisieren konnte“, berichtet Petra Träg. Startete die Stiftung 2003 mit einem Dachkapital von 500.000 Euro und fünf Zustiftern, zählt man heute 14,6 Millionen Euro und über 600 Zustifter. Hinzu kommen 45 unselbstständige Stiftungen mit einem Gesamtkapital von 12,8 Millionen Euro, das von der SOS-Kinderdorf-Stiftung treuhänderisch verwaltet wird.

Kontakt zu SOS-Kinderdorf schon vor der Wende

Nachhaltige Hilfe: Stiftertreffen im SOS-Kinderdorf Sachsen Bild vergrößern

Nachhaltige Hilfe: Stiftertreffen im SOS-Kinderdorf Sachsen

Das Treffen gab Stiftern und Zustiftern Gelegenheit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Zudem gewannen die Anwesenden einen sehr praxis-nahen Eindruck von der Einrichtung. Jürgen Förster, Einrichtungsleiter des SOS-Kinderdorf Sachsen, stellte nicht nur sehr lebendig das SOS-Kinderdorf vor, in dem zur Zeit insgesamt 56 Kinder und Jugendliche in zehn SOS-Kinderdorffamilien leben. Er schilderte darüber hinaus, dass es bereits vor der politischen Wende einen Kontakt zu SOS-Kinderdorf gab: Für die Entstehung der Einrichtung machte sich der „Zwickauer Freundeskreis für die SOS-Kinderdörfer“ stark. Seine Mitglieder waren schon immer der Meinung, dass Angebote dieser Art in der Kinder- und Jugendhilfe der DDR gebraucht würden und führten entsprechende Gespräche mit den damals zuständigen Behörden. Da man meinte, dass die staatseigenen Kinder-heime ausreichen, konnte die Idee aber erst nach der Wende weiterverfolgt werden. Und so legte man im Juli 1991 den Grundstein. Bereits zwei Jahre später wurde auch ein Kindergarten auf dem Gelände errichtet. Diesen besuchen aktuell 44 Kinder – aus dem Dorf und der Nachbarschaft. Und ältere Jugendliche bzw. junge Erwachsene können nach dem Auszug aus der SOS-Kinderdorffamilie als Übergang zur Selbstständigkeit das Betreute Wohnen und das Angebot Nachbetreuung in Anspruch nehmen. Nach den Vorträgen und dem Rundgang durch das SOS-Kinderdorf waren sich alle einig: Es ist wichtig, benachteiligten Kindern und Jugendlichen dauerhaft eine Perspektive für ein gutes, eigenständiges Leben zu geben.

Treuhandstiftung unterstützt SOS-Kinderdorf Sachsen

 „Verlassenen Kindern zu helfen und eine SOS-Kinderdorf-Einrichtung in der Nähe von Wunsiedel nachhaltig zu fördern“, das war der Herzenswunsch von Elisabeth und Ernst Wölki. Petra Träg aus der Geschäftsführung der SOS-Kinderdorf-Stiftung berichtete auf Bitte des 92-Jährigen, der heute auch erstmalig vor Ort war, warum er einige Jahre nach dem Tod seiner Frau eine Treuhandstiftung unter dem Dach der SOS-Kinderdorf-Stiftung gegründet hat, die „Elisabeth und Ernst Wölki-Stiftung“. Der selbstständige Gärtner und die selbstständige Blumenfachhändlerin zogen mit Eintritt in die Rente vom Rheinland in die Heimat von Elisabeth Wölki nach Wunsiedel. „Wir wollten einen Baum pflanzen“, zitierte Petra Träg. „Denn ein Baum trägt auch nach 100 Jahren noch Früchte, genau wie die erwirtschafteten Erträge unserer Treuhandstiftung.“ Jährlich kommt so dem SOS-Kinderdorf Sachsen ein Betrag zu, der das Angebot für die benachteiligten Kinder und Jugendlichen nachhaltig fördert.

Beispiele zeigen, wie nachhaltig Hilfe wirkt

Neben eindrucksvollen Berichten, wie die verschiedenen Treuhandstiftungen die SOS-Kinderdorf-Arbeit unterstützen, stellte Petra Träg dar, für welche drei Schwerpunkte die SOS-Kinderdorf-Stiftung ihre erwirtschafteten Erträge aus dem Zustiftungskapital jährlich einsetzt: erstens für Kinder, das Herzstück der SOS-Kinderdorf-Arbeit, zweitens für Schul- und Berufsausbildung und drittens für Hilfe für Notfälle. Dieses Jahr standen der Stiftung hierfür über 200.000 Euro zur Verfügung. Eine Reihe von Bildern zeigte, wie sich der Betrag auf die SOS-Kinderdorf-Arbeit im Einzelnen aufteilt. „Wir freuen uns besonders, dass sich unsere beiden Schirmherren, Armin Maiwald und Christoph Biemann, auch in diesem Jahr wieder von der Umsetzung zweier Projekte persönlich überzeugen bzw. überzeugten“, er-zählte Petra Träg lächelnd. Miterfinder der ‚Sendung mit der Maus’ Christoph Biemann ist im Dezember im SOS-Kinderdorf Saar bei der Einweihung eines Spielplatzes dabei, der derzeit dank der Erträge der SOS-Kinderdorf-Stiftung endlich renoviert werden kann. Bereits im September schaute sich der zweite Miterfinder der ‚Sendung mit der Maus’ Armin Maiwald die Bildungsangebote der SOS-Kinder- und Jugendhilfen Düsseldorf an, vor allem die Hausaufgabenbetreuung. „Bildung und Ausbildung sind neben einem Aufwachsen in Geborgenheit und Liebe Grundpfeiler für ein selbstbestimmtes Leben. Mittel, die diesen Projekten zufließen, sind im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltig investiert“, erläuterte Petra Träg das Engagement. Vision: weiteres

Wachstum für nachhaltige Förderung

„Unser Wunsch ist, dass unsere Stiftung auch im zehnten Jahr so erfolgreich wächst wie bisher“, betonte Elke Tesarczyk, Vorstandsvorsitzende der SOS-Kinderdorf-Stiftung, mit Nachdruck. „Wir bedanken uns bei allen Anwesenden herzlich für ihr Engagement und hoffen, dass noch viele weitere Menschen den Herzenswunsch haben, die benachteiligten Kinder, Jugendlichen und behinderten Erwachsenen, die von SOS-Kinderdorf betreut werden, nachhaltig mit ihrer Treuhandstiftung oder über eine Zustiftung zu unterstützen.“ ´

Mehr über die SOS-Kinderdorf-Stiftung im Internet unter www.sos-kinderdorf-stiftung.de